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Eclipse auf den Kanaren: DGT warnt vor Risiken

Astronomisches Spektakel mit Risiken

Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August wird nicht nur tausende Menschen dazu bewegen, den Blick gen Himmel zu richten. Die spanische Verkehrsbehörde DGT (Dirección General de Tráfico) erwartet an diesem Tag auch einen deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens und ein erhöhtes Unfallrisiko auf den Straßen. Angesichts des bevorstehenden Naturereignisses hat die Behörde nun einen umfangreichen Maßnahmenkatalog veröffentlicht, der alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht aufruft.

Eclipse über den Kanaren: 70 Prozent Abdeckung

Auf dem Archipel wird das Himmelsspektakel lediglich in seiner partiellen Form zu beobachten sein. Der Mond wird etwa 70 Prozent der Sonnenscheibe bedecken. Obwohl Teneriffa nicht im Kernschatten der Totalität liegt, rechnen die Behörden damit, dass zahlreiche Einwohner und Besucher zu Orten mit freier Sicht zum Horizont aufbrechen werden. Die DGT empfiehlt in diesem Zusammenhang, weite Anfahrtswege zu vermeiden, sofern das Phänomen auch vom eigenen Wohnort oder aus einer nahegelegenen Gemeinde gut zu beobachten ist.

Vorausschauend planen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Wer dennoch das Auto nutzen möchte, sollte die Reise sorgfältig im Voraus planen. Die DGT rät dringend dazu, vor Fahrtantritt die aktuelle Verkehrslage auf den Straßen zu prüfen und, wann immer möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Diese seien gerade an solchen Tagen die sicherste und entspannteste Option, um zu den beliebten Aussichtspunkten zu gelangen.

Absolute No-Gos: Stopp am Straßenrand und auf dem Seitenstreifen

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Verkehrsbehörde auf das Problem spontaner Halte. Autofahrer dürfen ihre Fahrzeuge auf keinen Fall auf der Fahrbahn oder dem Seitenstreifen anhalten, um das Naturschauspiel zu beobachten – und sei es auch nur für wenige Minuten. Wer das Ereignis verfolgen möchte, muss die Straße vollständig verlassen und sein Fahrzeug ausschließlich auf dafür zugelassenen Parkplätzen abstellen. Die DGT empfiehlt, solche Stellplätze bereits im Voraus auszuwählen. Diese sollten über geeignete Zufahrten und ausreichend Kapazität verfügen. Besonders gefährlich sind schmale Nebenstraßen, die schnell verstopfen könnten. Ein Stopp auf dem Seitenstreifen kann zu Auffahrunfällen führen, unerwartete Fahrmanöver provozieren und Fußgänger in unmittelbarer Nähe der Fahrbahn in Gefahr bringen.

Gefährliche Lichtverhältnisse: Gafas und Ablenkung am Steuer

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Schutzbrillen. Spezielle Eclipse-Brillen sind unerlässlich, um gefahrlos in die Sonne zu blicken – sie haben jedoch am Steuer nichts zu suchen. Diese Brillen blockieren nahezu das gesamte sichtbare Licht und machen es unmöglich, die Fahrbahn, andere Fahrzeuge und Verkehrsschilder richtig wahrzunehmen. Auch der Versuch, das Schauspiel während der Fahrt durch die Windschutzscheibe direkt zu beobachten, ist strikt untersagt. Die Aufmerksamkeit muss während der gesamten Fahrt der Straße gelten, selbst wenn das Phänomen vom Fahrzeuginneren aus sichtbar ist.

Licht an, Tempo raus: Verhalten bei Dunkelheit

In den Phasen der stärksten Verdunkelung, die wie eine plötzliche Dämmerung wirken kann, empfiehlt die DGT, das Abblendlicht einzuschalten, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug deutlich zu vergrößern. Diese Maßnahmen tragen entscheidend dazu bei, auf plötzlich auftretende Hindernisse oder abbremsende Fahrzeuge reagieren zu können.

Keine Fotos am Steuer: Handy und Kamera tabu

Die allgemeine Aufregung um das Ereignis verleitet viele dazu, ihr Handy zu zücken, um Fotos oder Videos aufzunehmen. Die DGT stellt unmissverständlich klar: Die Nutzung von Mobiltelefonen, Kameras oder anderen Geräten während der Fahrt ist verboten. Dies gilt auch dann, wenn das Fahrzeug nur langsam rollt oder im Stau steht. Der Fahrer muss jederzeit auf Fußgänger, abrupte Bremsmanöver und unvorhersehbare Verkehrssituationen reagieren können. Erinnerungsfotos dürfen ausschließlich nach dem sicheren Parken an einem legalen, von der Fahrbahn entfernten Ort entstehen.

Staugefahr nach dem Spektakel: Geduld ist gefragt

Die Behörde warnt zudem vor einer besonderen Herausforderung: dem Ende des Phänomens. Während die Anreise zu den Beobachtungspunkten voraussichtlich über den Tag verteilt erfolgen wird, droht nach dem Ereignis ein gleichzeitiger Rückstau. Zahlreiche Fahrzeuge, die zur gleichen Zeit aufbrechen, könnten zu erheblichen Behinderungen an den Zufahrtsstraßen und auf Nebenrouten führen. Die DGT rät daher, die Rückreise nicht unmittelbar anzutreten, sondern etwas zu warten, bis sich der Verkehr beruhigt hat.

Millionen zusätzliche Fahrten in Spanien erwartet

Die Dimension des Ereignisses wird an den landesweiten Prognosen deutlich: Die DGT rechnet in ganz Spanien mit zwischen 400.000 und 1,5 Millionen zusätzlichen Fahrten, die hauptsächlich in die Regionen mit totaler Sonnenfinsternis führen werden. Vor der Abreise sollten Autofahrer daher die Straßenlage prüfen, den Anweisungen der Einsatzkräfte vor Ort Folge leisten und etwaige Sonderregelungen oder Verkehrsbeschränkungen beachten.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Die DGT fasst ihre wichtigsten Sicherheitshinweise wie folgt zusammen:

  • Nicht auf der Fahrbahn oder dem Seitenstreifen anhalten.
  • Ausschließlich auf ausgewiesenen Parkflächen parken.
  • Niemals mit einer Eclipse-Schutzbrille Auto fahren.
  • Keine Fotos oder Videoaufnahmen während der Fahrt.
  • Abblendlicht während der Verdunkelung einschalten.
  • Sicherheitsabstand vergrößern.
  • Unnötige Fahrten vermeiden.
  • Die Rückreise staffeln und nicht sofort nach dem Ereignis starten.

Zur Bewältigung des erwarteten Verkehrsaufkommens wird die DGT am 12. August einen speziellen Überwachungs- und Informationsdienst einrichten. Die Behörde appelliert abschließend an alle Verkehrsteilnehmer, sich vor Fahrtantritt über die offiziellen Kanäle zu informieren.

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