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La Palma öffnet spektakulären Wasserwanderweg wieder

Ein Naturjuwel erwacht zu neuem Leben

Die Kanareninsel La Palma kann wieder mit einer ihrer größten Attraktionen aufwarten: Der berühmte Wasserwanderweg „Marcos y Cordero“, besser bekannt als die Route der 13 Tunnel, ist nach zweijähriger Schließung teilweise wieder für Wanderer freigegeben. Die Inselregierung (Cabildo) hat den ersten Bauabschnitt abgeschlossen, der die Sicherheit auf einem der wichtigsten und meistbegangenen Pfade der Insel deutlich erhöht.

Nur eine Teilöffnung – der Rest folgt bald

Zunächst wird ausschließlich der Abschnitt von der „Casa del Monte“ bis zum Eingang von Tunnel Nummer 12 freigegeben. Der weitere Verlauf von diesem Tunnel bis zum „Espigón Atravesado“ bleibt vorerst gesperrt, bis die Arbeiten in diesem Bereich komplett abgeschlossen sind. Die gute Nachricht: Wanderer müssen nicht lange warten. Die Inselverwaltung kündigt an, dass die vollständige Wiedereröffnung in den kommenden Wochen schrittweise erfolgen wird, sobald die letzten Sicherheitsprüfungen und Ausbesserungsarbeiten durchgeführt sind.

Wasser und Wald: Eine Reise in die Urzeit

Im nördlichen Herzen der „Isla Bonita“ – der schönen Insel – ist Wasser mehr als nur eine Ressource. Es ist ein lebendiges Element, das die Landschaft seit Jahrtausenden formt. Wer sich auf den Weg zu den Quellen von Marcos und Cordero (offiziell PR LP 06) begibt, blättert durch die Seiten eines einzigartigen geologischen und botanischen Bilderbuchs. Der Pfad führt direkt durch das Herz des ersten Biosphärenreservats der Kanaren, einer natürlichen Schutzzone, in der die Artenvielfalt der Makaronesien (zu der die Archipele der Kanaren, Kap Verdes, Azoren und Madeiras gehören) in voller Pracht erstrahlt.

Auf der gesamten Strecke von 24,5 Kilometern ist der unbestrittene Star dieser Reise der feuchte Lorbeerwald (Laurisilva). Dieses Waldökosystem ist ein echtes lebendes Fossil, ein originalgetreues Abbild der subtropischen Wälder, die vor Millionen von Jahren das Mittelmeerbecken bedeckten – bevor die Eiszeiten sie vom europäischen Kontinent radierten. Beim Abstieg durch die Schlucht erlebt der Wanderer einen atemberaubenden Vegetationswechsel: von den Kiefernwäldern der Höhen hinab in den dichten Lorbeerwald. Stück für Stück weichen die Kiefern gewaltigen Bäumen wie Linden, Lorbeerbäumen und majestätischen Viñátigos (einer endemischen Lorbeergewächsart).

Investition von 730.000 Euro für mehr Sicherheit

„Unser Ziel ist es, das Inselwanderwegenetz, insbesondere den viel besuchten Weg Marcos y Cordero, in bestmöglichem Zustand für die Besucher zu halten“, erklärt die Inselrätin für Umwelt, Mónica Gómez. Die aktuellen Maßnahmen haben eine Investition von 730.000 Euro erfordert. Darin enthalten sind die teilweise Erneuerung und Verstärkung der Geländer sowie die Installation von Schutznetzen gegen Steinschlag in der Schlucht von Chícharo. Der Umweltdienst wird die Arbeiten an diesem Weg fortsetzen. In der nächsten Phase ist die Freigabe des Abschnitts zwischen Tunnel 12 und der Quelle von Cordero geplant. In einer letzten Etappe folgt dann die Öffnung von der Cordero-Quelle bis zum Besucherzentrum Los Tilos. Dazu gehören umfassende Inspektionen und die Bewertung der Stabilität der kleinen Schluchten sowie die Beseitigung von Pflanzenresten und angesammeltem Material.

Drei Routen für jedes Fitnesslevel

Die Route lässt sich auf verschiedene Weisen begehen. Die beliebteste Variante ist die Anfahrt zur Casa del Monte (14 Kilometer Schotterpiste) – am besten mit einem gemieteten 4×4-Taxi – von wo aus man dann zum Besucherzentrum absteigt. Eine zweite, ebenfalls sehr frequentierte Tour startet am Besucherzentrum, wandert zu den Quellen und kehrt entweder auf demselben Weg zurück oder steigt zur Casa del Monte auf. Schließlich gibt es die Abenteurer, die den gesamten Weg in Angriff nehmen, entweder startend in Los Sauces oder am Besucherzentrum. Ein Blick auf die Streckenbeschreibungen und Öffnungszeiten hilft jedem Wanderer, die passende Option zu wählen. Unverzichtbar sind eine Taschenlampe (für die Tunnel) und eine wasserdichte Jacke.

Ein Tribut an das Wasser

Neben dem biologischen und geologischen Reichtum ist der Weg von Marcos y Cordero auch eine Hommage an den Kreislauf des Wassers. Der Pfad schlängelt sich entlang eines historischen Wasserkanals. Am Ausgang des legendären Tunnels 12 bricht sich die Natur in den „Nacientes de Marcos“ (den Quellen von Marcos) Bahn: eine Reihe senkrechter Wasserfälle, die wie durch ein Wunder aus dem nackten Fels sprudeln und den stetigen Fluss des reinen Wassers speisen, der die gesamte Region mit Leben versorgt.

Die Geräuschkulisse der Strecke wird von einer einzigartigen Tierwelt bestimmt, die sich in der Abgeschiedenheit der Insel entwickelt hat. Wer aufmerksam und respektvoll geht, wird mit Begegnungen ihrer berühmtesten Bewohner belohnt: dem Blauen Finken von La Palma und den seltenen Lorbeerwaldtauben.

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