LPGC 31 auf Tour: Kulturakteure für europäische Hauptstadt gesucht
Die Bewerbung von Las Palmas de Gran Canaria zur Europäischen Kulturhauptstadt 2031 (LPGC 31) hat eine Reihe von Präsenztreffen auf den verschiedenen Inseln gestartet. Ziel der Roadshow ist es, die zweite offene Ausschreibung von „Rebelión de la Geografía“ (Rebellion der Geografie) vorzustellen und Vertreter der kanarischen Kulturszene für dieses ambitionierte Gemeinschaftsprojekt zu gewinnen.
Ein entscheidender Moment für die Bewerbung
Bürgermeisterin Carolina Darias bezeichnete den Zeitpunkt als richtungsweisend: „Die finale Phase verlangt noch mehr von uns. Sie erfordert mehr Genauigkeit, mehr Beteiligung, mehr Ehrgeiz und vor allem den Nachweis, dass diese Bewerbung tiefe Wurzeln und einen europäischen Horizont hat.“ Sie betonte, dass die aktuelle Ausschreibung in direkter Folge des strategischen Kulturrahmenplans der Stadt stehe. „Der Plan für kulturelle Rechte erinnert uns daran, dass Kultur all jenen gehört, die sie leben, vererben, praktizieren und neu erfinden“, so Darias.
Neuer Fokus: Menschen und Organisationen
Der künstlerische Leiter der Bewerbung, José Luis Pérez Pont, erklärte die Weiterentwicklung hinter der zweiten Ausschreibung: „Diesmal verlagert sich der Schwerpunkt auf die Menschen, Organisationen und Akteure, die kulturelle Arbeit überhaupt erst möglich machen – also die Schöpfung, die Vermittlung und das Management. Es geht nicht mehr nur darum, Projekte einzusammeln, sondern diejenigen anzuerkennen und einzubinden, die sie umsetzen.“ Kulturdezernent Josué Íñiguez ergänzte, dass bisher bereits 65 Vorschläge für diese strategische Open Call eingegangen seien, mit der die Verbindung zur Bürgerschaft weiter gestärkt werden solle.
Auftakt in Lanzarote: Austausch und Vernetzung
Der erste Halt der Insel-Tour fand am 19. Juni im Bürgerzentrum von Arrecife auf Lanzarote statt. Dort trafen Vertreter verschiedener künstlerischer und kultureller Bereiche der Insel auf das technische Team der Bewerbung. In einer informativen Sitzung lernten die Teilnehmer die Ziele und die europäische Dimension des Projekts kennen, das Kultur als Werkzeug für soziale und territoriale Transformation nutzen will. „Es geht darum, die Kanaren von ihren insularen Besonderheiten aus in den Mittelpunkt des europäischen Kulturdialogs zu stellen“, heißt es in einer Mitteilung der Bewerber.
Die Sitzung bot Raum für Austausch, Fragen und die Vorstellung der konkreten Chancen der Ausschreibung. Die Teilnehmer konnten direkt mit dem technischen Team diskutieren und erhielten Einblicke in die bisherigen konzeptionellen Säulen von „Rebelión de la Geografía“. Die Open Call läuft noch bis zum 15. Juli und zielt darauf ab, neue Profile, Kulturorganisationen und Projekte für das endgültige Bewerbungsbuch (Bid Book) zu gewinnen, das vor der europäischen Jury verteidigt werden soll.
Nächste Station: La Palma
Die Reise geht weiter. Am Freitag, den 3. Juli, macht das Team von LPGC 31 in der Real Sociedad Aridane in Los Llanos de Aridane (Plaza de España, 1) Station. Das Treffen beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind.
Eine Bewerbung für alle Kanaren
Mit dieser Tour unterstreicht LPGC 31 den Anspruch, eine Bewerbung zu schaffen, die über die Stadtgrenzen hinausgeht und zu einer gemeinsamen Chance für den gesamten Archipel wird. Das Team wird in den kommenden Wochen weitere Inseln bereisen, um Fachleute, Kollektive, Vereine, Kulturunternehmen und Institutionen anzusprechen. „Der kulturelle Reichtum der Kanaren liegt in der Vielzahl ihrer Gebiete, der Vielfalt ihrer Akteure und der Fähigkeit, Kooperationsnetzwerke zu knüpfen, die die Inseln mit Europa und der Welt verbinden“, erklärt die Bewerbung.
Wer kann mitmachen und wie?
Die zweite offene Ausschreibung von „Rebelión de la Geografía“ richtet sich an Künstler, Kulturmanager, Vermittler, Kuratoren, Kulturunternehmen, Vereine, Stiftungen, öffentliche Einrichtungen sowie Initiativen an der Schnittstelle von Kultur, Bildung, Innovation, Wissenschaft, Nachhaltigkeit, Wohlbefinden oder sozialem Zusammenhalt. Die eingereichten Beiträge sollen sowohl das Kulturprogramm zwischen 2026 und 2031 speisen als auch das Vermächtnis eines Projekts bilden, das kulturelle Rechte, Bürgerbeteiligung und internationale Zusammenarbeit aus einer Inselperspektive stärken will. Vorschläge können noch bis zum 15. Juli über die Webseiten www.rebeliondelageografia.com und www.lpgc2031.com eingereicht werden.
Mit dem Auftakt auf Lanzarote hat die Bewerbung LPGC 31 eine Reise begonnen, die Talente, Erfahrungen und neue Perspektiven bündeln will. Ziel ist es, eine gemeinsame kulturelle Vision zu entwickeln, die die Kanarischen Inseln als europäischen Referenzpunkt für kulturelle Innovation und Bürgerbeteiligung positioniert.

