Großdemo auf Lanzarote: Tausende kämpfen für das Krankenhaus
Rund 7.000 Menschen haben sich am Samstag in der Hauptstadt Lanzarotes, Arrecife, versammelt, um für den Erhalt des Hospital Insular zu demonstrieren. Das geht aus Informationen der örtlichen Polizei von Arrecife hervor. Die Klinik untersteht dem Kanarischen Gesundheitsdienst und ist vor allem für ihre geriatrische Abteilung bekannt. Der Protest wurde von der Plattform „Marea Blanca“ organisiert, einem Bündnis aus Mitarbeitern, Patienten, Gewerkschaften, politischen Parteien und Vereinen.
Patienten an der Spitze des Protestzuges
Angeführt wurde der Marsch von Patienten des Krankenhauses im Rollstuhl, die ein großes Transparent mit der Aufschrift trugen: „Für eine würdige öffentliche Gesundheitsversorgung. Öffentliche Gesundheit ist kein Geschäft, sie ist ein Recht.“ Auch der ehemalige Direktor der Sozialeinrichtung, Domingo de Guzmán, reihte sich in die Reihen der Demonstranten ein. Die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer erschien in weißer Kleidung, um ihre Forderung nach einer menschenwürdigen Pflege zu unterstreichen.
„Garantie für eine Sanierung“, „Es geht nicht um Liebe zum Gebäude“ oder „Wir brauchen die Geriatrie und den Schutz unserer Alten“ – so lauteten weitere Botschaften auf den Schildern der Demonstranten. Im Chor skandierten sie Parolen wie: „Nein zur Schließung, ja zur Sanierung“, „Unser Erbe wird versorgt, gepflegt und verteidigt“ oder „Taten, nicht Worte“.
Ein marodes Gebäude mit ungewisser Zukunft
Das Hospital Insular befindet sich seit 2019 in der Zuständigkeit der Kanarischen Regierung, nachdem es zuvor vom Inselrat (Cabildo) von Lanzarote betrieben wurde. Das Gebäude ist 75 Jahre alt, stark renovierungsbedürftig und nicht mehr an die heutigen Anforderungen angepasst. Das Krankenhaus vereint mehrere Einheiten: eine Akut- und Kurzzeitpflegestation mit rund 30 Betten, eine Langzeitpflegestation mit weiteren 48 Betten sowie das eigentliche Pflegeheim, bekannt als CANTOU. Hinzu kommt die Tagesklinik für geriatrische Patienten, die vorübergehend klinische Kontrollen, Physiotherapie, Ergotherapie und andere Behandlungen benötigen.
Einem Bericht der Abteilung für Infrastruktur zufolge ist eine grundlegende Sanierung des Hauses notwendig. Der Kanarische Gesundheitsdienst (SCS) plant zwar, die Patienten in einen Anbau des Molina-Orosa-Krankenhauses zu verlegen. Doch nach Angaben der Veranstalter gibt es weder ein konkretes Projekt noch eine Finanzierungszusage für den Umbau dieses Anbaus – und noch nicht einmal eine verbindliche Zusage, dass die Patienten jemals dorthin zurückkehren können.
Appell an die Verantwortlichen
Am Ende des Demonstrationszuges verlas Yasmina Tabares, die Sprecherin der Plattform „Marea Blanca“, ein Kommuniqué. Darin kritisierte sie scharf: „Ein Umzug steht unmittelbar bevor – an einen Ort, der für die Geriatrie nicht ausgelegt ist. Doch es gibt weder einen Haushalt, noch ein Projekt, noch einen Zeitplan für die Rückkehr in das Hospital Insular. Es ist höchste Zeit, dass der Inselrat, der Kanarische Gesundheitsdienst und die Kanarische Regierung die Politik der leeren Versprechungen und unpräzisen Aussagen aufgeben.“
Tabares betonte, dass es sich bei der Krise des Krankenhauses nicht um ein reines Arbeits- oder Verwaltungsproblem handele. Vielmehr gefährde die Situation den Zusammenhalt, die Gerechtigkeit und die Nachhaltigkeit des gesamten öffentlichen Gesundheitssystems der Kanaren. Konkret drohe der Verlust der geriatrischen Versorgung auf Lanzarote und der Lehre in der Altersmedizin für die gesamte Inselgruppe. Die Plattform stellt die provokante Frage: „Warum lässt man das Krankenhaus nicht wachsen, anstatt es verschwinden zu lassen?“
Die Sprecherin gab zudem bekannt, dass bereits 21.426 Unterschriften für den Erhalt des Hospital Insular gesammelt wurden. Der Druck auf die politisch Verantwortlichen wächst.

