Projekt „Underwater Gardens“ auf Teneriffa zurückgestuft
Der gesellschaftliche Druck war zu groß: Der Inselrat (Cabildo) von Teneriffa hat die im Jahr 2022 erteilte Erklärung des „insularen Interesses“ für das umstrittene Tourismusprojekt „Underwater Gardens“ wieder zurückgezogen. Das Vorhaben hatte die Auszeichnung seinerzeit in der touristischen Flaute der Corona-Pandemie erhalten und stieß seither auf massiven Widerstand von Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbänden.
„Ein Freizeitpark getarnt als Meeresrenaturierung“
Kritiker des Projekts warnen seit Monaten vor dem Vorhaben. Sie bezeichnen die Initiative als „einen Freizeitpark, der als Renaturierungsprojekt getarnt ist“. Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ oder „Regeneration“ würden lediglich dazu dienen, „den spekulativen Charakter des Projekts zu verschleiern“. In einem im Mai veröffentlichten Bericht fällte die Umweltschutzorganisation Greenpeace ein vernichtendes Urteil: „Das ist Greenwashing nach Lehrbuch.“ Die Plattform „Salvar Punta Blanca“, ein Zusammenschluss mehrerer Umweltgruppen, hatte bereits am 30. April von der Inselpräsidentin Rosa Dávila gefordert, die Interessenerklärung zurückzunehmen, da die damaligen Begründungen hinfällig seien.
Inselrat korrigiert Entscheidung aus dem Jahr 2022
In einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Inselrats begründete Präsidentin Rosa Dávila den Schritt mit Umwelt- und Artenschutzgründen. Konkret gehe es um den Schutz der „Besonderen Schutzzone (ZEC) Teno-Rasca“, eines der bedeutendsten Meeresgebiete des Planeten. „Diese Entscheidung ist eine Entscheidung für Teneriffa, für seine Küste und den Schutz des Naturerbes sowie für das Entwicklungsmodell, das wir uns für die Insel wünschen“, so Dávila. „Die Erhaltung der ZEC Teno-Rasca ist Teil unserer Verantwortung als Institution. Teneriffa muss nicht künstlich umgestalten, was bereits ein Schatz ist.“ Mit dem Rückzug korrigiert die aktuelle Inselregierung einen Beschluss aus dem Jahr 2022, der noch unter der vorherigen Amtszeit von Pedro Martín (PSOE) gefasst worden war. Damals stimmten PSOE, Ciudadanos, Coalición Canaria und PP dafür, während Podemos Canarias dagegen votierte.
Projekt auf 10,6 Hektar im Süden der Insel
Das Projekt „Underwater Gardens“ war als regenerativer und nachhaltiger Park mit Anlagen an Land und im Wasser geplant. Vorgesehen war eine Fläche von 10,6 Hektar geschütztem ländlichem Bauland in der Gemeinde Guía de Isora im Süden Teneriffas. Die damalige Regierung unter Pedro Martín hatte das Projekt 2022 zum „insularen Interesse“ erklärt, um den durch die Pandemie eingebrochenen Tourismus wieder anzukurbeln. Die Entscheidung des Inselrats kommt nicht überraschend: Sowohl Greenpeace als auch die Teneriffanische Vereinigung der Naturfreunde (ATAN) – beide Mitglieder der Plattform „Salvar Punta Blanca“ – hatten Dávila zuletzt eindringlich gewarnt: „Der Freizeitpark liegt in Ihren Händen, Sie können das Projekt gesetzeskonform fallen lassen.“ Mit der Rücknahme der Interessenerklärung ist das Vorhaben nun faktisch gestoppt.
Weitere Entwicklungen zu erwarten
Die Entscheidung des Inselrats dürfte noch für weitere Diskussionen sorgen. Wir werden an dieser Stelle über die weiteren Entwicklungen berichten.

