Behörden räumen Fehler bei Termitenbekämpfung ein
Die Inselregierung von Teneriffa hat eingeräumt, dass es bei den Maßnahmen zur Eindämmung der unterirdischen Termitenplage in La Caridad (Gemeinde Tacoronte) zu Nachlässigkeiten gekommen ist. Dieses implizite Eingeständnis erfolgte bei einem Treffen mit der Vereinigung der von unterirdischen Termiten Betroffenen. Dabei wurde der aktuelle Stand der Bekämpfungsarbeiten analysiert, die die Ausbreitung dieser invasiven Art stoppen und ihre Auswirkungen auf Umwelt und befallene Gebiete minimieren sollen.
Sperrzone wird ausgeweitet – „erhebliches Umweltrisiko“
In der Sitzung wurde unter anderem vereinbart, weitere Köder auszulegen sowie den Sperrbereich und die Umzäunung zu erweitern. Grund dafür ist das von den Experten festgestellte „erhebliche Umweltrisiko“. Seitens der Inselregierung nahmen die Inselrätin für Natur, Blanca Pérez, drei Techniker sowie der Verantwortliche von Tragsatec, dem mit der Schädlingsbekämpfung beauftragten Unternehmen, an dem Gespräch teil.
Betroffene fordern strengere Kontrollen
Die Betroffenenvereinigung äußerte in dem Treffen ihre große Sorge über den Umgang mit kontaminiertem Material und die derzeit laufenden Kontrollmaßnahmen. Eine der getroffenen Vereinbarungen war die Überprüfung des Bereichs um jenen Ort, an dem das für Parks und Grünanlagen zuständige Unternehmen der Gemeindeverwaltung von Tacoronte Grünschnittabfälle abgelagert hat. Wie während des Treffens mitgeteilt wurde, soll die gesamte Zone nun erneut inspiziert werden. Ziel ist es, Stellen zu identifizieren, an denen keine Kontrollköder platziert wurden, und diese anschließend mit neuen Vorrichtungen nachzurüsten, um die Sperrbarriere gegen die unterirdischen Termiten zu verstärken.
Behandlungsanlage für befallenes Holz wird ertüchtigt
Was die Arbeiten an der Infrastruktur zur Behandlung des befallenen Holzes betrifft, so wird derzeit eine überdachte Bodenplatte hergerichtet. Diese soll es ermöglichen, das Häckseln des gesamten von Termiten befallenen Holzes unter größeren Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen. Die Techniker schätzen, dass die operative Phase der Behandlung des angesammelten Materials voraussichtlich am 1. Juli beginnen kann. Der Plan umfasst das Häckseln, den Einsatz von Bioziden und einen anschließenden Prozess der kontrollierten Fermentierung. Nach Abschluss dieser Schritte werden die Überreste abtransportiert und zur endgültigen Entsorgung in das Umweltzentrum gebracht.
7.000 Kubikmeter verseuchtes Holz – ein immenses Problem
Das Ausmaß des Problems wird durch die schiere Menge des angehäuften Materials deutlich: Stattliche 7.000 Kubikmeter befallenes Holz liegen bislang unbehandelt herum. Diese enorme Menge bereitet den Betroffenen große Sorgen, da ohne schnelles und streng kontrolliertes Handeln die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Plage ständig droht.
Seprona inspiziert illegale Deponie
Die Situation auf der als illegal eingestuften Deponie, auf der ein Teil des befallenen Holzes lagert, wurde am Montag von Beamten der Naturschutzabteilung der Guardia Civil (Seprona) inspiziert. Zu den vorgebrachten Kritikpunkten gehört das Fehlen eines versiegelten Bodens. Ein solcher hätte den direkten Kontakt der Termiten mit dem Erdreich erschwert und damit das Risiko einer Ausbreitung in den Untergrund verringert. Die Inselregierung informierte darüber, dass sie auf diesem Gelände eine Entratung durchgeführt hat – eine Maßnahme, die die Inselbehörde übernommen hat, nachdem weder das zuständige Gartenbauunternehmen noch die Gemeindeverwaltung von Tacoronte zuvor tätig geworden waren, wie die Betroffenen anmerken.
Fehlende Abriegelung schürt Ängste
Beide Seiten waren sich einig, dass zusätzliche physische Isolierungsmaßnahmen im betroffenen Gebiet sinnvoll gewesen wären. Konkret hätte der Bereich, in dem das termitenbefallene Holz gelagert wird, eingezäunt und versiegelt werden müssen. Eine solche Maßnahme hätte nach Ansicht der Betroffenen dazu beigetragen, die mit der Ausbreitung der Plage verbundenen Umweltrisiken zu verringern.
Weitere Zusammenarbeit vereinbart
Das Treffen endete mit der Zusage, die geplanten Maßnahmen weiter zu verfolgen und die Koordination zwischen den Verwaltungen, den Technikern und den Betroffenen aufrechtzuerhalten. Das gemeinsame Ziel bleibt, die Ausbreitung der unterirdischen Termiten zu verhindern und sicherzustellen, dass die Behandlung der tausenden Kubikmeter kontaminierten Holzes unter höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards erfolgt.

