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Banane verdrängt kanarische Banane: Marktanteil sinkt auf 47%

Die Kanarische Banane verliert weiter an Boden

Die Geschichte wiederholt sich – und das in kurzer Zeit. Die Produzenten der kanarischen Banane blicken mit großer Sorge auf den Festlandmarkt. War es vor Kurzem noch das Ziel des aktuellen Präsidenten von Asprocan, José Carlos Rendón, die Produktion auf 600.000 Tonnen zu steigern, so lag die tatsächliche Menge im Jahr 2025 bei lediglich 375.000 Tonnen. Was ist passiert? Zum Jahresende 2025 musste die Vereinigung der Bananenproduzenten der Kanarischen Inseln (Asprocan) zum ersten Mal eingestehen, dass die heimische Frucht, die inzwischen das Qualitätssiegel „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) trägt, auf dem spanischen Markt – ihrem fast einzigen Exportziel – nur noch einen Marktanteil von 49 Prozent hielt. Die restlichen 51 Prozent entfielen auf die günstigere Konkurrenz: die Banane aus Drittländern wie Lateinamerika oder Afrika.

Neue Daten für 2026: Die Banane dominiert nun mit 53 Prozent

Was im vergangenen Jahr bereits eine Hiobsbotschaft war, hat sich nun noch verschärft. Laut aktuellen Daten von Asprocan, die auf Informationen des Marktforschungsunternehmens Kantar basieren und am 10. Juni 2026 veröffentlicht wurden, hat die Banane in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres (Januar bis Mai) bereits 53 Prozent des Festlandmarktes (inklusive der Balearen) erobert. Das bedeutet, dass die kanarische Banane in diesem Zeitraum nur noch auf einen Marktanteil von 47 Prozent kommt – zwei Prozentpunkte weniger als im Jahresdurchschnitt 2025. Für Asprocan ist diese Entwicklung in erster Linie auf einen Produktionsrückgang zurückzuführen. Dieser sei auch der Grund für die vergleichbare Entwicklung im Jahr 2025 gewesen. Allerdings gibt es dieses Jahr einen weiteren, entscheidenden Faktor: das Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel durch die Europäische Union. Diese seien für die Schädlingsbekämpfung und die Pflanzengesundheit auf den Inseln unerlässlich gewesen. Andere Marktbeobachter sehen die Hauptursache jedoch im Preis, wie das folgende Beispiel verdeutlicht.

Preisschere: 2,20 Euro für die Kanarische, 1,00 Euro für die Banane

In der 23. Kalenderwoche dieses Jahres (1. bis 7. Juni) lag der durchschnittliche Großhandelspreis für die Banane in den spanischen Mercas-Märkten bei etwa 1,00 Euro pro Kilogramm. Die kanarische Banane kostete im gleichen Zeitraum 2,20 Euro pro Kilogramm – ein Unterschied von satten 1,20 Euro. In der 23. Woche verschifften die Kanaren sechs Millionen Kilo auf das Festland, eine ähnliche Menge war für die darauffolgende Woche (bis 14. Juni) geplant. Im Einzelhandel vergrößert sich die Schere noch weiter: Die Banane kostet den Endverbraucher durchschnittlich 1,50 Euro pro Kilo, während die kanarische Frucht mit bis zu 3,00 Euro zu Buche schlägt. Für viele Marktexperten ist genau diese Preisdifferenz der entscheidende Treiber für den Siegeszug der Banane.

Produktionsrückgang oder nicht? Die Zahlen geben Rätsel auf

Zwar ist die kanarische Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum tatsächlich gesunken, doch die Differenz ist mit rund 1.100 Tonnen (11 Millionen Kilo) zwischen der 1. und 23. Woche 2026 vergleichsweise gering. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der Winter und das Frühjahr 2026 waren für die einheimischen Erzeuger eine Zeit mit ungewöhnlich niedrigen Erzeugerpreisen – also dem Betrag, der dem Landwirt nach Abzug aller Kosten (außer der Hofkosten) bleibt. Diese Preise lagen unter den ohnehin schon hohen Werten von 2025 und sogar unter denen von 2024. Die eigentliche Katastrophe droht jedoch im Sommer. Aufgrund des harten Winters 2025/2026 hat sich die Ernte der Bananenbüschel (piñas) verzögert. Die größte Produktionsmenge wird nun in den kommenden Monaten anfallen – und das in einer Zeit, in der der Verkauf der Früchte auf dem Festland (wo 90 Prozent der Ernte landen) für die Bauern nahezu immer mit Verlust verbunden ist. Dies zeichnet für den Monat August ein äußerst düsteres Bild. Vieles deutet auf eine sogenannte „pica“ hin – die gezielte Vernichtung oder der Rückruf von Früchten vom Markt, um den Preis zu stabilisieren.

„Schwerer Markt“ und fehlende Nachfrage

Einer der großen Vermarkter der kanarischen Banane, die SAT Bonaoro, spricht auf seiner Website von einem „schweren Markt“, also einem Markt, der sich im Abschwung befindet. Dort heißt es: „Die Verkäufe bleiben schwerfällig und ohne großen Schwung. Die hohen Temperaturen der letzten Wochen, gepaart mit dem großen Angebot an Saisonfrüchten auf dem Markt, beeinflussen den Konsum negativ. Je größer die Auswahl an Früchten, desto stärker der Wettbewerb an den Verkaufsstellen. Die Nachfrage zieht derzeit nicht mit der nötigen Intensität an. Wir befinden uns also in einem stabilen, aber freudlosen Marktumfeld und beobachten, wie sich der Konsum in den nächsten Wochen entwickelt.” Die Preise, die der Endverbraucher letztlich zahlt, stehen dabei in keinem Verhältnis zu den niedrigen Erzeugerpreisen. Die geringeren Kosten auf den ersten Handelsstufen schlagen sich kaum im Endpreis nieder – ein weiteres Problem, das die Nachfrage dämpft und der günstigen Banane in die Hände spielt.

Der historische Tiefpunkt: Vom Monopol zur Minderheit

Asprocan stützt seine Analysen stets auf die Daten von Kantar, die das Bananen-Angebot auf dem Festland (ohne die Kanaren) abbilden. Für 2025 bestätigte Kantar erstmals die schlechteste Nachricht: Die kanarische Frucht hielt nur noch 49 Prozent des Marktes, die Banane 51 Prozent. Damit hatte die Banane ihr früheres Monopol gebrochen. Denn bis zum 1. Juli 1993, als die gemeinsame Marktorganisation (GMO) für Bananen in Kraft trat, hatten die Kanaren den gesamten spanischen Bananenmarkt fest im Griff. Aktuell, bis Mai 2026, hat sich die Lage weiter zugespitzt: Der Marktanteil der kanarischen Banane fiel auf 47 Prozent, während die Banane nun auf 53 Prozent klettert.

Zoll- und Handelsdaten untermauern den Abwärtstrend

Die gleiche negative Dynamik zeigt sich auch in den aktuellsten verfügbaren Daten der spanischen Zollbehörde (Dirección General de Aduanas). Der Wirtschaftswissenschaftler Juan S. Nuez hat diese ausgewertet. Für das erste Quartal 2026 ergibt sich demnach ein Marktanteil der Banane auf dem Festland zwischen 51 und sogar 61 Prozent. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Ende März hatten die Kanaren 2.423 Tonnen mehr auf das Festland geschickt als im gleichen Zeitraum 2025 (ein Plus von 2,6 Prozent). Gleichzeitig stiegen die Importe von Bananen nach Spanien jedoch um 24.141 Tonnen (ein Plus von 26,6 Prozent). Die Wiederausfuhren (vom Festland in andere Länder, vor allem von kanarischen Bananen nach Portugal) stiegen zwar um 1.100 Tonnen (+5,4 Prozent). Unterm Strich stand jedoch ein Überangebot von 25.464 Tonnen auf dem Festland und den Balearen – ein Anstieg von 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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