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Krise beim kanarischen Rundfunk: Personalflucht nach Führungswechsel

Führungswechsel mit Folgen: Personalflucht beim öffentlich-rechtlichen Sender der Kanaren

Der neue Generaldirektor von Radiotelevisión Canaria (RTVC), César Toledo, hat erreicht, was es in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Senders noch nie gab: Die Belegschaft flieht in Scharen. Das Phänomen beschränkt sich nicht nur auf die journalistische Abteilung, wo Toledo mit dem fast sofortigen Rücktritt des Nachrichtendirektors Paco Luis Quintana begann – und wo es bis heute nicht gelungen ist, die Abteilung zu stabilisieren. Auch im Management-Bereich kommt es zu Fluchtbewegungen, die bereits einsetzten, bevor Toledo überhaupt das Sagen hatte.

Erste Abgänge noch vor Toledos Amtsantritt

Bereits seine Vorgängerin María Méndez verabschiedete sich, als sie Toledos Kommen kommen sah – damals war er noch lediglich Direktor für Medien und Inhalte. Ihr folgte Candelaria Delgado, Direktorin für Produkt, Kommunikation und Marketing, die Toledo nach einem öffentlichkeitswirksamen Zerwürfnis entließ. Der Fall endete vor dem Arbeitsgericht mit einem Vergleich wegen unwirksamer Kündigung.

Die Ader lässt nicht nach: Sechs Abgänge in der Finanzverwaltung

Doch damit nicht genug. Und ein Ende ist nicht in Sicht. In der Verwaltungsabteilung von RTVC und der Televisión Pública de Canarias (TVPC) setzt sich die Massenflucht fort. Durch Kündigungen, Beurlaubungen und eine Pensionierung haben bereits sechs Personen mit Schlüsselfunktionen das Unternehmen verlassen. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Annahme und Verwaltung der Gelder der Kanarischen Regierung und deren Verteilung auf die Unternehmen des Senders. Mit anderen Worten: um den Geldfluss, der für die Bezahlung der Gehälter und der Lieferanten notwendig ist – darunter auch die Produktionsfirmen, die die Programme liefern und ebenfalls hohe Lohnkosten stemmen müssen.

Entscheidende Posten unbesetzt

Bei RTVC wurde die Stelle des Buchhalters durch Pensionierung frei – und bis heute nicht besetzt. Zwei Mitarbeiterinnen sprangen ein, um die Arbeit zu übernehmen. Doch beide sind inzwischen auch weg. Eine von ihnen, die Direktorin für Planung und Controlling, ließ sich beurlauben und kehrte auf ihre ursprüngliche Stelle in der Autonomen Gemeinschaft zurück. Ebenfalls aus der Abteilung gegangen sind die Leiterin der Wirtschaftsabteilung und die Leiterin für Allgemeine Angelegenheiten – beide wegen Krankmeldungen, die im Zusammenhang mit dem herrschenden Druck im Haus stehen.

Bei der Televisión Pública de Canarias haben sich krank gemeldet: die Leiterin der Wirtschafts- und Finanzverwaltung sowie des Vergabewesens, der Rechtsberater sowie zwei Verwaltungsassistentinnen – eine für die Rechtsabteilung, die andere für das Sekretariat der Geschäftsführung. Laut internen Quellen hält nur noch der Leiter der Wirtschaftsangelegenheiten von TVPC die Stellung, unterstützt von zwei leitenden Angestellten, von denen einer erst kürzlich eingestellt wurde und für Rechtsfragen zuständig ist.

Schweigen auf allen Ebenen

Wie üblich hat die Direktion von Radiotelevisión Canaria jegliche Stellungnahme zu den Fragen dieser Zeitung verweigert. Gleiches gilt für die Kanarische Regierung, der ein Fragenkatalog zugesandt worden war. Der Vizeminister des Präsidialamtes, der direkt für die Aufsicht über die öffentlich-rechtliche Anstalt zuständig ist, ließ die Anfrage unbeantwortet.

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