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Kanarischer Ringkampf: Bediesta besiegt Guamasa beim offiziellen Kampf

Ein Kampf mit doppeltem Wert

Am Freitagabend kam es auf El Hierro zu einem packenden Duell im kanarischen Ringkampf. Der Club de Lucha Bediesta (La Palma) setzte sich im offiziellen Kampf, der im Kampfkreis „Martín“ in der Gemeinde El Pinar ausgetragen wurde, mit 12:8 gegen den Club de Lucha Guamasa (Teneriffa) durch. Das Aufeinandertreffen hatte jedoch noch eine zusätzliche sportliche Bedeutung: Es war der vorletzte Spieltag der regulären Saison des Torneo DISA Gobierno de Canarias, der ersten Liga der Männer. Der Ausgang des Kampfes hatte daher direkten Einfluss auf die Meisterschaftswertung.

Der Kampf war als besonders attraktives Ereignis für das Publikum auf El Hierro angekündigt worden und hielt, was er versprach: intensiv, temporeich und spannend bis zur letzten Runde. Die Mannschaft von La Palma verstand es am Ende besser, die entscheidenden Momente für sich zu nutzen und den Sieg einzufahren.

Ein neues Format für eine alte Tradition

Die Besonderheit dieses offiziellen Kampfes liegt jedoch nicht allein im Ergebnis. Bereits zum zweiten Mal in Folge fand der Wettkampf als offizieller Bestandteil einer regulären Ligasaison statt, an dem Vereine teilnehmen. Dieses Modell löst das traditionelle Format ab, das jahrelang am Tag der Kanarischen Inseln (Día de Canarias) praktiziert wurde und auf Kämpfen zwischen Auswahlmannschaften der einzelnen Inseln basierte. Der neue Ansatz verbindet symbolträchtige offizielle Anlässe mit echter sportlicher Härte. Bediesta und Guamasa sind damit die Nachfolger jener Teams, die diese wettkampforientierte Formel im Vorjahr erstmals erprobten. Das bestätigt den Willen, dieses Konzept weiterzuführen und den kanarischen Ringkampf während der Feierlichkeiten des autonomen Kalenders in den Vordergrund zu rücken.

Abschluss einer Woche der Traditionen

Der offizielle Kampf in El Pinar diente gleichzeitig als Abschlussveranstaltung der III. Kanarischen Woche der traditionellen Spiele und Sportarten. Diese Initiative wurde von der Regionalregierung der Kanarischen Inseln (Gobierno de Canarias) über das Ministerium für Bildung, Berufsbildung, Sport und körperliche Aktivität in Zusammenarbeit mit dem Kanarischen Ringkampf-Verband ins Leben gerufen. Das Event bildete auch den krönenden Abschluss des Programms, das anlässlich des „Monats der Kanarischen Inseln“ organisiert worden war.

Frauenringkampf im Rampenlicht

Der Abend räumte dem Frauen-Ringkampf einen besonderen Platz ein. In den Halbfinalkämpfen standen sich Lucía Herrera (CL Guamasa, Teneriffa) und Lorena Mateo (CL Santa Rita, Gran Canaria) sowie Cristina Rodríguez (CL Tenercina, La Palma) und Sara Monteiro (CL Unión Tetir, Fuerteventura) gegenüber. Im Finale setzte sich Sara Monteiro durch und krönte sich zur Siegerin, nachdem sie Lucía Herrera bezwungen hatte.

Die Aufnahme dieses Wettbewerbs in das Programm unterstreicht die wachsende Bedeutung der Frauensparte bei den großen Ereignissen und trägt dazu bei, ihre Sichtbarkeit bei den symbolträchtigsten und öffentlichkeitswirksamsten Anlässen zu normalisieren.

Ehrung der Wegbereiter

Vor Beginn der Kämpfe wurde im Rahmen des offiziellen Events eine Ehrung durch den Kanarischen Ringkampf-Verband durchgeführt. Die Zeremonie würdigte die Verdienste ehemaliger Präsidenten des Verbandes. Eine besondere Auszeichnung wurde Francis Pérez, bekannt als „Pollito de La Frontera“, zuteil, die ihm vom Sportminister Poli Suárez überreicht wurde. Zudem wurden Ehrungen für Inselverbände an Personen verliehen, die zum Wachstum und zur Stärkung des Ringkampfs auf ihren jeweiligen Inseln beigetragen haben. Auch die teilnehmenden Vereine, die Siegerin und die Finalistin des Frauenwettbewerbs, kooperierende Institutionen sowie Vertreter des Schiedsrichterwesens wurden gewürdigt.

Die Botschaft dahinter war klar: Der kanarische Ringkampf lebt von einem Netzwerk kollektiven Engagements, das es ermöglicht, eines der wichtigsten sportlichen und kulturellen Identitätsmerkmale des Archipels zu bewahren und weiterzugeben.

Eine Reise durch die Inseln

Die III. Kanarische Woche der traditionellen Spiele und Sportarten war als Rundreise über verschiedene Inseln konzipiert, um der Bildungsgemeinschaft und der Bevölkerung die repräsentativen Sportarten des kanarischen Sportkulturerbes näherzubringen. Das Programm begann am 22. Mai in Santa Cruz de La Palma mit einer Eröffnungsveranstaltung, die rund 500 Schüler von Zwergschulen zu Workshops und Vorführungen verschiedener traditioneller Disziplinen zusammenbrachte, die eng mit der kanarischen Identität verbunden sind.

Zwei Tage später fand in der Bucht von Las Palmas de Gran Canaria ein Treffen der beiden Arten der kanarischen Lateinsegelei – „Barquillos“ (kleine Boote) und „Botes“ (größere Boote) – statt. Damit wurde eine Veranstaltung wiederbelebt, die seit acht Jahren nicht mehr stattgefunden hatte. Anschließend nahmen auf Lanzarote rund 80 Schüler der Grundschule CEIP Antonio Zerolo an einer Lateinsegel-Aktivität mit Barquillos im Inselzentrum für Wassersport von Playa del Cable teil.

La Gomera und Teneriffa übernahmen an den folgenden Tagen die Staffel: In San Sebastián de La Gomera fand rund um den Torre del Conde eine Ausstellung traditioneller Spiele statt, bei der Disziplinen wie der kanarische Ringkampf, „Pina“ (ein Geschicklichkeitsspiel), „Juego del Palo“ (Stockkampf) oder „Bola Canaria“ (eine Art Boule) gezeigt wurden. Besonders im Fokus stand das Handballspiel „Pelotamano“. Auf Teneriffa diente die Casa del Ganadero in La Laguna als Schauplatz, um den Schülern durch Vorführungen und Mitmach-Aktionen Disziplinen wie das Viehziehen, den Garrotenkampf oder das Stemmen von Pflügen und Steinen näherzubringen.

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