Neue Hoffnung für die Vulkanopfer auf La Palma
Die kanarische Regionalregierung beginnt in diesem Jahr mit der Übergabe neuer Wohnungen an die Familien, die bei der Eruption des Tajogaite-Vulkans auf La Palma ihr Zuhause verloren haben. Wie der Minister für öffentliche Bauvorhaben, Wohnungsbau und Mobilität, Pablo Rodríguez, gestern im Regionalparlament erklärte, bestehe eine „reale Möglichkeit“, dass in den kommenden Monaten die ersten Wohnungen aus angekauften Rohbauten in Los Llanos übergeben werden können. Dabei handelt es sich um insgesamt 53 Wohneinheiten. Hinzu kommen 42 Immobilien, deren Vergabe bereits im April in Breña Baja, genauer gesagt im Gebiet Finca Amado, begonnen wurde. Insgesamt 95 nagelneue Wohnungen könnten damit noch in diesem Jahr an die betroffenen Familien auf der Insel gehen.
Ein Schritt raus aus den Notunterkünften
Rodríguez betonte, dass die nächste Übergabe von Sozialwohnungen es ermöglichen werde, „Wohnungen zu beseitigen, die unwürdig sind oder die nicht so lange hätten bestehen bleiben dürfen“ – eine deutliche Anspielung auf die provisorischen Modulbauten. Zudem versprach er, die Ausschreibungsverfahren zu beschleunigen. Seit Beginn der Legislaturperiode habe die Exekutive über das Kanarische Wohnungsinstitut (Icavi) und das öffentliche Unternehmen Visocan bereits 80 Millionen Euro mobilisiert, die in den Bau von rund 400 Wohnungen fließen sollen.
Doch der Weg dorthin ist steinig: Verschiedene Probleme und Hindernisse sorgen für Verzögerungen bei den meisten Bauprojekten. Manche Baustellen liegen brach, weil die Auftragnehmer insolvent gegangen sind. Andere Ausschreibungen blieben komplett ohne Bieter, oder die Ausarbeitung der Bauprojekte zieht sich in die Länge.
Opposition: „Kein einziger Stein geliefert“
Die Debatte im Parlament wurde durch eine Anfrage der sozialistischen Fraktion ausgelöst, die die Regierung zu den geplanten Maßnahmen zur Umsetzung des „Plans La Palma 700“ befragte. Die sozialistische Abgeordnete Alicia Vanoostende kritisierte scharf, dass bis heute nicht eine einzige Wohnung übergeben worden sei. Der Plan sei vor drei Jahren vorgestellt worden, und bis heute existierten lediglich 164 Wohnungen mit fertigem Bauprojekt – von denen gerade einmal 34 in Tazacorte tatsächlich gebaut werden.
Minister Rodríguez konterte mit detaillierten Zahlen: Neben den 34 Wohnungen in Tazacorte gebe es in derselben Gemeinde weitere 100 Wohneinheiten, für die das Projekt abgeschlossen sei und die nun ausgeschrieben werden könnten. Zu einem Paket von acht Wohnungen in Puntallana erklärte er, die Ausschreibung sei mangels Bietern gescheitert. Man arbeite nun daran, die Kosten zu aktualisieren, um die Arbeiten noch in diesem Jahr erneut auszuschreiben. Parallel dazu werde der Auftrag für 22 weitere Wohnungen – aufgeteilt zur Hälfte auf Breña Baja und Tijarafe – neu aufgesetzt, nachdem die ursprünglich beauftragte Baufirma liquidiert worden sei.
Zukunftspläne: 120 Wohnungen in Los Llanos noch vor dem Sommer
Noch vor dem Sommer soll zudem die gemeinsame Ausschreibung von Planung und Bau für 120 Wohnungen in Los Llanos starten. Die Bauarbeiten könnten dann noch in diesem Jahr beginnen – gleiches gelte für die 100 Wohnungen in Tazacorte. Rodríguez berichtete außerdem von einem geeigneten Grundstück in El Paso, das für den Bau von weiteren 60 Wohnungen freigegeben worden sei.
265 Millionen von der Region – 100 Millionen vom Staat
Der Wohnungsbauminister legte auch eine detaillierte Bilanz der bisher geleisteten Entschädigungszahlungen vor. Demnach wurden bislang 16 Zahlungsanordnungen für die 800 zerstörten Häuser erlassen, von denen 1.415 betroffene Menschen profitiert haben. Die Regionalregierung hat dafür 265 Millionen Euro bereitgestellt, weitere 100 Millionen Euro kamen von der Zentralregierung in Madrid.
Vanoostende konterte und erinnerte daran, dass die damalige Opposition der Coalición Canaria (CC) einst die Arbeit der Vorgängerregierung – des sogenannten „Blumenbündnisses“ – auf La Palma heftig kritisiert habe. Damals seien jedoch 300 Wohnungen an die Opfer der Tajogaite-Eruption übergeben worden, einschließlich der Modulbauten. Sie betonte: „Trotz aller Gesetzesänderungen – wie dem Dekret zum geschützten Wohnungsbau auf La Palma, das später zum Gesetz erhoben wurde, oder der Erklärung der Wohnungsnotlage – sind wir immer noch bei nur 23 Prozent des Plans, der überhaupt ausschreibungsreif ist. Der Rest bleibt in der Schwebe.“

