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Flämische Kunst auf Gran Canaria: Seminar in Santa Brígida

Ein Schatz der Kunstgeschichte auf Gran Canaria

Die Kanarischen Inseln beherbergen eine der bedeutendsten Sammlungen flämischer Kunst weltweit. Es handelt sich um Werke von außergewöhnlichem Wert und Schönheit, deren Wurzeln in einer Epoche beispielloser kultureller Blüte auf dem Archipel liegen. Um dieses außergewöhnliche Erbe, das einem Großteil der Bevölkerung noch unbekannt ist, bekannt zu machen und Geschichten zu erzählen, die sein historisches Umfeld verständlich machen, veranstaltet die Gemeinde Santa Brígida in Zusammenarbeit mit der Kanarischen Stiftung für Flämische Kunst (Fundación Canaria de Arte Flamenco) am 18., 19. und 20. Juni das Seminar „Der künstlerische Einfluss Flanderns auf Gran Canaria (15.-18. Jahrhundert)“. Die Veranstaltung findet in der Gemeindebibliothek (Biblioteca Municipal de la Villa) statt und wird von der Inseldirektion für Historisches Erbe (Dirección Insular de Patrimonio Histórico) finanziert, die dem Ministerium für Präsidium und nachhaltige Mobilität des Inselrats von Gran Canaria (Cabildo de Gran Canaria) angegliedert ist.

Drei Tage voller Kunst und Geschichte

Die Tagung richtet sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an Fachleute und verwandelt Santa Brígida drei Tage lang in einen Treffpunkt für Forscher, Historiker, Restauratoren und Kunstliebhaber. Ziel ist es, den Zugang zu einem Erbe zu fördern, das in Kirchen, Museen und privaten Sammlungen verwahrt wird, und einen Qualitätstourismus zu unterstützen, der auf Wissen und kultureller Vermittlung basiert. Die Geschichte dieser einzigartigen Verbindung beginnt, als Schiffe von den Kanarischen Inseln voller Zucker in den Hafen von Antwerpen einliefen. Die Ausweitung der Zuckerrohrplantagen auf den Inseln ging damals einher mit der Ansiedlung flämischer Familien, die von der Prosperität dieses Anbaus angezogen wurden. Mit ihnen kamen Altarbilder, Goldschmiedearbeiten, Messbücher, Chorbücher, Stickereien, Skulpturen und Gemälde von außerordentlicher Qualität. Dank dieses Mäzenatentums bewahren die Kanarischen Inseln heute Werke einiger der bedeutendsten Maler der europäischen Renaissance und des Barocks, darunter Joos van Cleve, Hendrick Van Balen, Pierre Pourbus, Pieter Coecke van Aelst oder Lambert Lombard – Maler von Fürsten, Bischöfen und Königen.

Das Programm im Überblick

Unter der Koordination der Kunsthistoriker José Andrés Lorenzo Palenzuela und Ricardo Suárez Acosta bringt das Seminar Experten zusammen, die die Bedeutung der flämischen Kunst auf der Insel aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Das Programm ist wie folgt aufgebaut:

Donnerstag, 18. Juni

18:45 Uhr: Offizielle Eröffnung mit dem Inseldirektor für Historisches Erbe, Sebastián López García, der Kultur- und Denkmalpflegerin der Gemeinde Santa Brígida, Avelina Fernández Manrique de Lara, und dem Präsidenten der Kanarischen Stiftung für Flämische Kunst, Tomás Van de Walle Sotomayor.

19:00 Uhr: Vortrag: „Kunst aus Flandern auf der Zuckerinsel: Gran Canaria und sein nordisches Erbe“, gehalten von Isabel Saavedra Robaina.

20:00 Uhr: Vortrag: „Kunst, Gesellschaft und Heraldik: Flämische Familienwappen auf den Kanarischen Inseln“, präsentiert von Juan Ramón Gómez-Pamo y Guerra del Río.

Freitag, 19. Juni

19:00 Uhr: Vortrag: „Von Brügge nach Amsterdam. Flämische Kunst auf den Kanarischen Inseln: Werke, Werkstätten und Ursprungszentren“, gehalten von Jesús Pérez Morera.

20:00 Uhr: Vortrag: „Aus anderer Perspektive. Flämische Kunst auf den Kanarischen Inseln im Spiegel ihrer Verbreitung, Erhaltung und Verwaltung“, von Juan Alejandro Lorenzo Lima.

21:00 Uhr: Vortragskonzert: „Die Musik der Niederlande auf den Kanarischen Inseln (15.-17. Jahrhundert)“, von Carlos Oramas.

Samstag, 20. Juni

Von 10:00 bis 13:00 Uhr: Exkursion zur Kirche San Juan Bautista in Telde. Dort können einige der außergewöhnlichsten Juwelen des auf Gran Canaria erhaltenen flämischen Erbes besichtigt werden, darunter das berühmte Triptychon „Die Anbetung der Hirten“. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Werke von Joos van Cleve, der als Hofmaler der Könige von Frankreich und England zu den großen Gestalten der europäischen Renaissance zählt. Während des Besuchs hält Iván Arencibia Rivero einen Vortrag über die Restaurierung des Altarbildes „Die Kindheit Christi und das Leben Mariens“, das von großer Zartheit und Qualität zeugt. Im Anschluss daran gibt es eine musikalische Metapher.

Anmeldung und Teilnahme

Die Gemeinde hat mitgeteilt, dass Interessierte ihre Anmeldung per E-Mail an folgende Adresse vornehmen können: [email protected].

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