Ankunft nach tagelanger Irrfahrt
Ein Schlauchboot mit 49 Menschen an Bord ist am Mittwoch an der Küste von Lanzarote angekommen. Die Insassen, von denen sich vier als minderjährig bezeichneten, erreichten gegen 10:00 Uhr Ortszeit den Strand Punta del Banquete in der Gemeinde Teguise. Sie waren bereits am 3. Mai von der marokkanischen Hafenstadt Tan Tan aus in See gestochen.
Besorgte Angehörige lösen Rettungsoperation aus
Wie die Küstenwache (Salvamento Marítimo) gegenüber der Nachrichtenagentur EFE bestätigte, hatten besorgte Familienmitglieder am Dienstagabend Alarm geschlagen, nachdem sie tagelang kein Lebenszeichen von den Migranten erhalten hatten. Die Behörden versuchten zunächst vergeblich, das Boot telefonisch zu orten, bevor sie schließlich einen Rettungseinsatz einleiteten.
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs schickte die Küstenwache das Aufklärungsflugzeug Sasemar 103 auf die Suche. Die Besatzung entdeckte kurz darauf ein weißes Schlauchboot. Im Anschluss wurde das Rettungsschiff Salvamar Crux zum Ort des Sichtkontakts beordert. Noch bevor die Retter eintrafen, hatte die Besatzung des Schlauchboots jedoch eigenständig das Festland erreicht.
Hilfsorganisationen vor Ort
An Land erwartete die Migranten bereits ein Aufnahmeteam, bestehend aus Einsatzkräften der Guardia Civil, des Roten Kreuzes sowie des Kanarischen Gesundheitsdienstes. Der Rettungsverbund von Lanzarote bestätigte am Nachmittag, dass an Bord des Schlauchboots insgesamt 49 männliche Personen subsaharischer Herkunft reisten. Vier von ihnen gaben an, minderjährig zu sein.
Herkunftsländer der Geflüchteten
Nach Angaben des lanzaroterischen Rettungsverbunds stammen die Geflüchteten aus Senegal, Mali, der Elfenbeinküste, den Komoren, Nigeria, dem Sudan, Burkina Faso sowie Guinea-Conakry. Die Überfahrt von der marokkanischen Küste zu den Kanarischen Inseln gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Erst vor wenigen Tagen waren mehrere Boote mit hunderten Migranten an den Küsten der Inseln eingetroffen.

