cuna del alma demo teneriffa april 2026

Cuna del Alma: Tausende demonstrieren in Santa Cruz gegen Luxusbau

„2.500 Meter reichen nicht“ – Neue Protestwelle auf Teneriffa

Der Kampf gegen das milliardenschwere Luxusprojekt „Cuna del Alma“ an der Südwestküste Teneriffas geht in die nächste Runde. Unter dem Motto „2.500 Meter reichen nicht“ rufen Umweltschützer und Bürgerinitiativen für diesen Sonntag zu einer weiteren Großdemonstration in der Inselhauptstadt Santa Cruz auf. Im Zentrum der Kritik steht der Bau von 420 Luxusvillen im Küstenort Puertito de Adeje. Die Protestierenden fordern nicht nur einen Stopp der Bauarbeiten im küstennahen Schutzbereich, sondern die sofortige und vollständige Einstellung des gesamten Megaprojekts.

Demo startet am Sonntag an der Plaza Weyler

Die von dem Bündnis „Tagoror Permanente“ organisierte Kundgebung beginnt am Sonntag, dem 26. April, um 11:00 Uhr auf der Plaza Weyler in Santa Cruz. Der Demonstrationszug wird anschließend am Parlament der Kanarischen Inseln, am Sitz der Inselregierung (Cabildo de Tenerife) und am Regierungssitz der Kanaren vorbeiziehen. Die Organisatoren betonten auf einer Pressekonferenz, dass die Wahl des Ortes bewusst auf die Hauptstadt fiel: Es gehe bei weitem nicht nur um das konkrete Projekt „Cuna del Alma“, sondern um ein grundsätzliches Zeichen gegen das ihrer Meinung nach „räuberische Tourismusmodell“, das die Inseln zerstöre und die einheimische Bevölkerung ausbeute.

„Kein Vorteil für die Insel, nur für die Reichen“

Sprecher des „Tagoror Permanente Rotativo Cuna del Alma“ stellen klar, dass die Bewegung erneut zeigen wolle, dass die kanarische Bevölkerung „gegen dieses Großprojekt“ sei. „Es wird weder der Insel noch dem Archipel auch nur einen einzigen Vorteil bringen“, so die Aktivisten. Aus sozialer Sicht sei das Projekt ausschließlich für Reiche konzipiert. Die wenigen Arbeitsplätze, die tatsächlich entstünden, seien lediglich Hilfsjobs – etwa zum Reinigen der Pools oder zum Bewässern der Gärten. „Arbeitsplätze außerhalb derTourismus-Blase wird es nicht geben“, kritisieren die Gegner.

Riesiger ökologischer Fußabdruck auf unberührter Fläche

Aus ökologischer und kultureller Sicht bedeute „Cuna del Alma“ nichts anderes als die „Zerstörung dessen, was wir hatten“. Die Aktivisten warnen vor einer massiven zusätzlichen Belastung der ohnehin knappen Ressourcen, vor allem des Wassers. Zudem werde das Projekt enorme Abfallmengen und Abwässer produzieren – und das in einer bislang weitgehend unberührten Naturlandschaft. Die Dimensionen sind beeindruckend: Die geplante Anlage umfasst 3.600 Betten. „Das bedeutet zusätzliche 200.000 Touristen pro Jahr, die nach Teneriffa kommen werden. Wir sprechen hier über eine gewaltige Menge in einer Insel, die bereits jetzt am Limit ist“, warnten die Veranstalter auf der Pressekonferenz.

Gericht stoppt vorerst Bauarbeiten im Küstenschutzstreifen

Der gesellschaftliche und ökologische Widerstand gegen „Cuna del Alma“ hat längst die Gerichte erreicht. Erst diesen Monat erließ die Richterin des Ermittlungsgerichts Nr. 1 von Arona eine einstweilige Verfügung, die einen Teil der Bauarbeiten vorläufig stoppte. Konkret verfügte die Richterin die sofortige Unterbrechung der Arbeiten, die der Bauträger „Segunda Casa Adeje SL“ im Bereich der gesetzlichen Küstenschutzzone durchführt. In dieser Zone waren unter anderem ein Parkplatz für Quads, ein Schwimmbecken und ein Restaurant geplant. Der Beschluss ordnet die Versiegelung des betroffenen Areals und eine fotografische Dokumentation an. Die Sperrung betrifft allerdings nur 5,2 Prozent des als Parzelle T2 ausgewiesenen Geländes, das insgesamt 45.000 Quadratmeter groß ist. Das gesamte Luxusvillen-Projekt erstreckt sich hingegen über eine Fläche von 430.000 Quadratmetern.

Volle Paralysierung gefordert – Vorwürfe der Urkundenfälschung und des Amtsmissbrauchs

Der Druck auf die Justiz wächst: Die von der Kultur- und Umweltinitiative „Puertito Libre“ getragene Nebenklage fordert nun die Ausweitung der Baueinstellung auf das gesamte Projekt. In ihrer ursprünglichen Strafanzeige, die sich gegen das gesamte Bauvorhaben richtet, erhebt die Vereinigung schwere Vorwürfe: Die Verantwortlichen sollen sich nicht nur der mutmaßlichen Verstöße gegen die Raumordnungs- und Umweltgesetze schuldig gemacht haben. Es bestehen zudem der Verdacht auf Urkundenfälschung und auf Amtsmissbrauch bei der Genehmigung des gesamten Projekts. Der Ausgang des Verfahrens dürfte richtungweisend für die zukünftige Tourismusentwicklung auf den Kanarischen Inseln sein.

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