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Lanzarote: Sozialisten kritisieren neue Touristenprojekte

PSOE wirft Inselregierung Doppelspiel vor

Die sozialistische Partei PSOE auf Lanzarote hat am heutigen Sonntag scharfe Kritik an der aktuellen Inselregierung (Cabildo) unter Präsident Oswaldo Betancort von Coalición Canaria (CC) geäußert. Den Vorwurf begründen die Sozialisten mit der angeblichen Genehmigung von zwei neuen Touristenkomplexen auf der Insel. Laut einer Pressemitteilung der Partei hat der letzte Regierungsrat des Cabildo die vorläufige Autorisierung für zwei touristische Anlagen in Costa Teguise beschlossen, die zusammen 60 Apartments und 120 Gästebetten umfassen sollen.

Details zu den geplanten Projekten

Konkret handelt es sich nach Angaben des PSOE um folgende Vorhaben: Zum einen wurde dem Unternehmen Villas Blancas Lanzarote S.L. die Genehmigung für ein Projekt mit 27 Apartments erteilt. Die geplante, außerhotellerische Ferienanlage mit vier Sternen soll 54 Betten umfassen und liegt in der Calle Hervideros Nummer 8 im Gemeindegebiet von Teguise.

Zum zweiten soll ein Projekt mit 33 Apartments und 66 Betten der Firma Tagardina Inversiones S.L. genehmigt worden sein. Dieses ist für die Calle La Atalaya Nummer 20, ebenfalls in der Gemeinde Teguise, vorgesehen.

„Diskurs der Grenzen ist reine Propaganda“

Für die sozialistische Sprecherin im Cabildo, Ariagona González, sind diese Beschlüsse ein klarer Beweis für die Doppelmoral der Regierung. „Diese Vereinbarungen bestätigen, dass der Diskurs von Grenzen bei Betancort nicht über reine Propaganda hinaus existiert“, kritisierte González. „Während er von ‚keinem Touristen mehr, keinem Touristen weniger‘ spricht, genehmigt er weiterhin mehr Touristenapartments. Das ist die Realität.“

Genehmigungen trotz akuter Wohnungskrise

González wies darauf hin, dass diese Entscheidungen in einem besonders gravierenden Kontext für die Insel fielen. Lanzarote sei von einer beispiellosen Wohnungskrise und einem unkontrollierten Wachstum der Ferienvermietungen geprägt. „Lanzarote übersteigt bereits die Marke von 11.000 Ferienwohnungen und hat in den letzten Jahren einen Anstieg von mehr als 100 % erlebt, während Tausende von Familien ernsthafte Schwierigkeiten haben, Zugang zu einer Wohnung zu finden“, so die Politikerin.

Vorwurf der Untätigkeit und Blockade

In diesem Zusammenhang beklagte die sozialistische Sprecherin, dass die aktuelle Regierungsgruppe nicht nur keine Maßnahmen ergriffen habe, um diese Situation zu bremsen, sondern auch konsequent gegen alle Vorschläge zur Begrenzung des Tourismusmodells gestimmt habe. „Sie haben gegen die Ökosteuer (Ecotasa) gestimmt, sie haben das Moratorium für den Tourismus wiederholt abgelehnt und keine einzige Maßnahme zur Eindämmung des Wachstums vorangetrieben. Nicht eine einzige“, unterstrich González.

Systematische Politik gegen eigene Versprechen

Für den PSOE ist das, was im letzten Regierungsrat geschah, kein Einzelfall, sondern die direkte Konsequenz einer Politik, die weiterhin darauf setze, den Druck auf die Insel zu erhöhen. „Wenn ein Präsident etwas verspricht und systematisch das Gegenteil tut, dann handelt es sich nicht um einen Fehler. Wir stehen vor einer Regierungsweise, die niemand mehr glaubt und die zeigt, dass CC auf die Eindämmung des Tourismus verzichtet hat“, schloss Ariagona González ihre Kritik.

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