Windpark-Projekt im Naturpark Jandía endgültig gestoppt
Die Generaldirektion für Energie der Regierung der Kanarischen Inseln hat das Projekt für den Windpark „Costa Calma I“ mit einer Leistung von 18 Megawatt im Naturpark Jandía auf Fuerteventura gestoppt. Dies teilte die Inselregierung, das sogenannte Cabildo, in einer offiziellen Mitteilung mit.
Inselpräsidentin feiert Entscheidung als Sieg für Fuerteventura
Die Präsidentin der Inselregierung, Lola García, begrüßte die Ablehnung der Genehmigung für den im Gemeindegebiet von Pájara geplanten Windpark. Sie feierte den Beschluss als Erfolg, nachdem sich die Inselverwaltung klar gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte. Bereits im Juni 2023 hatte der Regierungsrat des Cabildos beschlossen, seinen Widerstand gegen das Genehmigungsverfahren an die Energiedirektion weiterzuleiten. Dabei pochte man auf die Zuständigkeit der Inselregierung in Fragen der Raumordnung und der Verwaltung der Naturgebiete.
Bau von Zufahrtsstraßen in geschütztem Gebiet war Kern des Konflikts
Während des Konsultations- und öffentlichen Anhörungsverfahrens hatte der Fachdienst für Raumordnung des Cabildos eine negative Stellungnahme zu der Genehmigung abgegeben. Der Hauptkritikpunkt: Das Projekt war innerhalb des geschützten Naturparks Jandía geplant und sah zudem die Öffnung von Zufahrtswegen vor, die in den geltenden Bebauungsplänen ausdrücklich verboten sind.
Auch lokale Gemeinde lehnte das Vorhaben ab
Nicht nur die Inselregierung, sondern auch die Gemeindeverwaltung von Pájara sprach sich gegen das Projekt aus. Durch einen Beschluss des Stadtrats für Städtebau und Planung, Alexis Alonso, lehnte die Gemeinde die Genehmigung der Anlage, die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Feststellung des öffentlichen Nutzens des Windparks ab. Grund war die Unvereinbarkeit mit dem aktuell gültigen kommunalen Bebauungsplan.
„Ein Schritt, um ein konträres Projekt endgültig zu archivieren“
Inselpräsidentin Lola García wertete die Entscheidung als entscheidenden Schritt: „Dies ist ein wichtiger Schritt, um ein Projekt, das unserem Inselmodell widerspricht, endgültig zu den Akten legen zu können. Ein Projekt, das über außerordentliche Wege genehmigt werden sollte, ohne die Besonderheiten unserer Insel zu berücksichtigen.“
Erneuerbare Energien ja – aber nicht um jeden Preis
Die für Raumordnung zuständige Ministerin der Inselregierung, Nereida Calero, betonte gleichzeitig die Bedeutung erneuerbarer Energien: „Die Einführung erneuerbarer Energien hat Priorität“, so Calero, „aber sie muss immer im Einklang mit den festgelegten Verfahren und den Werten jedes Territoriums erfolgen.“ Die Ablehnung des Projekts „Costa Calma I“ unterstreicht somit den Spagat zwischen dem notwendigen Ausbau grüner Energie und dem Schutz einzigartiger Naturlandschaften auf Fuerteventura.

