ma boom kanaren volumen verdoppelt 2025

M&A-Boom auf den Kanaren: Volumen verdoppelt

M&A-Volumen auf den Kanaren mehr als verdoppelt

Der Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) auf den Kanarischen Inseln zeigte im vergangenen Jahr eine enorme Dynamik. Das gehandelte Volumen stieg im Vergleich zu 2024 (381 Millionen Euro) um 104 Prozent auf 780 Millionen Euro. Dies geht aus dem „M&A Outlook 2026“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervor. Zu den herausragenden Transaktionen gehören die Übertragung von Anfi-Assets an Lopesan für acht Millionen Euro oder die noch nicht endgültig von der nationalen Wettbewerbsbehörde (CNMC) genehmigte Übernahme von Naviera Armas durch Balearia.

Weniger, aber größere und strategischere Deals

Insgesamt gab es 30 Transaktionen – weniger als in der Vergangenheit, dafür waren sie deutlich teurer. Dies zeigt laut der Beratungsgesellschaft „einen Trendwechsel hin zu operativ bedeutenderen Geschäften, bei denen Investoren konsolidierte und hochwertige Assets priorisieren, insbesondere im Tourismus- und Infrastrukturbereich“. Zu den bemerkenswertesten Bewegungen zählt der Kauf von 45 Prozent des Kapitals von Canaragua durch die kanarischen Gruppen Satocan, Domingo Alonso und Martinón, der im Oktober letzten Jahres zu einem nicht offengelegten Preis abgeschlossen wurde.

Reifender Markt mit höheren Ticketgrößen

„Die Daten für 2025 bestätigen, dass die Kanaren weiterhin ein Magnet für strategische Investitionen sind. Obwohl die Anzahl der Deals geringer ist, ist die Größe der Transaktionen exponentiell gewachsen. Das zeigt, dass der kanarische Markt reift und sich hin zu höheren Investitionssummen und einer größeren Präsenz institutioneller Fonds entwickelt“, erklärt José Ramón Zagalaz, Leiter Transaktionen bei Deloitte auf den Kanaren. Der Deloitte-Manager verwies zudem auf die Rückkehr von Hotelassets in die Hände von Branchenunternehmen, nachdem Investmentfonds ihre Aktivitäten dort beendet hätten. Dies sei eine der „Perspektiven für 2026“. Ein klares Beispiel dafür ist der Kauf von 53 Prozent des Hotel Paradisus Salinas auf Lanzarote durch die Meliá-Gruppe im Juli 2025 von der Investmentgesellschaft Victoria Hotels & Resorts.

Tourismus bleibt der Haupttreiber

Bereits im vergangenen Jahr war die Beherbergungsbranche der „wichtigste Dynamo des Marktes“. Die Transaktionen mit dem größten Volumen fielen in diesen Bereich, der 30 Prozent aller Bewegungen ausmachte (neun insgesamt). Es folgte der Pharma-Gesundheitssektor mit 17 Prozent (fünf). Logistik sowie Wasser-Energie kommen jeweils auf zehn Prozent, was „das Interesse an kritischer Infrastruktur widerspiegelt“. Die übrigen Geschäfte verteilen sich auf die Bereiche Lebensmittel und andere Dienstleistungen.

Spezifische Herausforderungen und globale Risiken

Der Deloitte-Bericht identifiziert auch spezifische Herausforderungen für den kanarischen Markt, wie die Komplexität bei der Nachfolge in Familienunternehmen und die zunehmende Professionalisierung des M&A-Marktes im KMU-Segment. Hinzu komme „eine Diskrepanz bei den Bewertungserwartungen zwischen Investmentfonds, die ihre Beteiligungen im Hotelsektor rotieren wollen, und regionalen Hotelketten“. Erstere wollen teuer verkaufen, letztere nicht so viel zahlen, wie verlangt wird.

Allerdings wurden diese Prognosen erstellt, bevor ein destabilisierender globaler Faktor auftauchte: der Angriff Israels und der USA auf den Iran. Sollte sich der Konflikt hinziehen, könnte der bereits spürbare Preisanstieg auf dem Energiemarkt sich vervielfachen und eine neue Inflationswelle auslösen. Ein solches Szenario könnte die Finanzierung verteuern und Investoren dazu bringen, bedeutende Bewegungen zu verschieben.

Attraktives steuerliches Umfeld als Schlüsselfaktor

Ohne Kenntnis dieser kriegerischen Eskalation im Nahen Osten bewertete Deloitte die Chancen höher als die Risiken. Und so könnte es bleiben, wenn sich die Lage rasch beruhigt. „Das attraktive kanarische Steuerregime bleibt ein entscheidender Hebel, um die Rentabilität nach einer Übernahme zu verbessern. Zudem suchen Investoren vom spanischen Festland und internationale Akteure hier höhere Margen als auf dem Kontinent“, heißt es in dem Bericht.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link