Hohe Ausgaben für Dienstreisen der Kanaren-Regierung
Die Spitzenbeamten und das Vertrauenspersonal der Regierung der Kanarischen Inseln haben im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen Euro an Entschädigungen für Dienstleistungen verausgabt. Diese Summe, die für Verpflegung, Hotelübernachtungen und Reisen zusätzlich zu ihren Gehältern anfiel, entspricht durchschnittlich etwa 6.600 Euro pro Tag aus der öffentlichen Kasse. Insgesamt wurden über 9.000 Dienstreisen im Jahr 2025 gezählt. Diese Zahlen könnten jedoch noch unvollständig sein: Das Transparenzportal hat die detaillierte Aufschlüsselung der Ausgaben für das zweite Halbjahr des Vorjahres sowohl der Präsidentschaft der Regierung als auch des Ministeriums für Soziales, Gleichstellung, Jugend, Kinder und Familien noch nicht veröffentlicht. Dies wird die Gesamtausgaben voraussichtlich noch erheblich in die Höhe treiben.
Verteilung der Millionen: Transport vs. Verpflegung
Von den insgesamt 2,5 Millionen Euro flossen 55% (1,33 Millionen Euro) strikt in Transportkosten. Die verbleibenden 45% (1,09 Millionen Euro) entfielen auf den Posten „Verpflegung und Unterkunft“, wobei die Hotelkosten den größten Anteil ausmachen, gefolgt von Ausgaben für Mahlzeiten. Die Regierung der Kanarischen Inseln hat eine Führungsebene von insgesamt 274 Personen, aufgeteilt in 149 hohe Beamte und 125 Vertrauenspersonen.
Die Top-Ausgaben der Minister: Wer gab wie viel aus?
Die Ministerin mit den höchsten Ausgaben für Dienstentschädigungen im Jahr 2025 war Jéssica de León (Tourismus und Beschäftigung) mit 47.931 Euro bei 110 Reisen. Dicht gefolgt von Narvay Quintero (Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität) mit 44.860 Euro und 53 Reisen. Es folgen: Migdalia Machín (Hochschulen, Wissenschaft und Kultur) mit 40.806 Euro (83 Reisen), Pablo Rodríguez (Öffentliche Arbeiten, Wohnungswesen und Mobilität) mit 34.864 Euro (75 Reisen), Esther Monzón (Gesundheit) mit 29.642 Euro (48 Reisen) und Poli Suárez (Bildung, Berufsbildung, Körperliche Aktivität und Sport) mit 25.531 Euro (163 Reisen).
Weiter unten in der Liste finden sich Mariano Hernández Zapata (Ökologischer Wandel und Energie) mit 22.276 Euro (186 Reisen), Nieves Lady Barreto (Präsidentschaft, öffentliche Verwaltung, Justiz und Sicherheit) mit 18.172 Euro, Manuel Domínguez (Vizepräsident und Minister für Wirtschaft, Industrie, Handel und Selbstständige) mit 12.738 Euro. Am sparsamsten unter den Ministern agierte Matilde Asián (Finanzen und Beziehungen zur Europäischen Union) mit Ausgaben von 10.256 Euro.
Die Ausgaben von Präsident Fernando Clavijo (18.359 Euro) und Ministerin Candelaria Delgado (Soziales, Gleichstellung, Jugend, Kinder und Familien; 25.802 Euro) beziehen sich nur auf das erste Halbjahr 2025, da die Daten für das zweite Halbjahr noch nicht veröffentlicht sind. Ihre Endsummen werden also noch steigen.
Der Spitzenreiter: Ein Vizeminister übertrifft alle
Die Spitzenposition in der Ausgabenliste belegt jedoch nicht ein Regierungsmitglied, sondern der Vizeminister für Kultur und Kulturerbe, Horacio Umpiérrez. Er pulverisierte alle Rekorde der Regierung mit Ausgaben von 74.136 Euro bei 109 Reisen – eine Summe, die fast dem Jahresgehalt von Präsident Clavijo (79.925 Euro) entspricht. Addiert man sein Jahresgehalt (81.163 Euro) zu seinen Reisekosten, beläuft sich seine Gesamtkosten für die öffentliche Hand auf 155.300 Euro. Damit liegt er sogar vor der bestbezahlten Ministerin, Matilde Asián, deren Gesamtkosten (Gehalt plus Reisekosten) bei 147.458 Euro liegen.
Allein für Unterkünfte gab Umpiérrez 32.990 Euro aus – mehr als viele Minister insgesamt für alle ihre Dienstreisen im Jahr aufwendeten.
Weitere Spitzenpositionen und die Sparsamsten
In den Top Fünf folgen auf Umpiérrez, aber mit deutlichem Abstand: Celia Alberto Pérez (Generaldirektorin für Europäische Angelegenheiten) mit 55.863,47 Euro bei nur 42 Reisen (Durchschnitt: 1.330 Euro pro Reise), gefolgt von den bereits genannten Ministerinnen Jéssica de León und Narvay Quintero. Den fünften Platz belegt Eduardo García Cabello (Vizeminister für Landwirtschaft) mit 40.924 Euro bei 66 Reisen.
Auf der anderen Seite war Raquel Peligero, Direktorin der Kanarischen Steuerbehörde (Agencia Tributaria Canaria, ATC), mit Ausgaben von nur 689 Euro im Jahr 2025 die Sparsamste.
Der Reisemeister: Ein Trip alle zwei Tage
Gemessen an der Anzahl der Reisen hält Onán Cruz Díaz, Generaldirektor für Raumordnung, den Rekord. Im Jahr 2025 unternahm er 177 Dienstreisen – das entspricht rechnerisch etwa einer Reise alle zwei Tage im gesamten Jahr. Seine Gesamtausgaben beliefen sich dabei auf 26.265 Euro.
Welche Regeln gelten für die Ausgaben?
Für hohe Beamte und Personen im Dienstauftrag gibt es keine globale Ausgabenobergrenze. Innerhalb Spaniens können sie bis zu 166,25 Euro pro Nacht für Unterkunft und 53,34 Euro täglich für Verpflegung abrechnen. In teuren Städten wie Valencia, Saragossa, Málaga, San Sebastián und Palma de Mallorca gibt es einen Zuschlag von bis zu 50 Euro. Die Nutzung eines Privatfahrzeugs wird mit 0,26 Euro pro Kilometer erstattet. Im Ausland variieren die Tagessätze je nach Land, zum Beispiel 256,50 Euro in Belgien oder 253 Euro in Portugal.

