Vermieterverband fordert Notdekret für Ferienwohnungen
Der Konflikt um die Regulierung von Ferienwohnungen auf den Kanarischen Inseln spitzt sich zu. Die Kanarische Vereinigung für Ferienvermietung (Ascav) setzt ihren Kampf gegen das im November verabschiedete Gesetz fort und hat am Mittwoch im Regionalparlament eine formelle Petition eingereicht. Diese wird von 739 Unterschriften unterstützt und fordert die kanarische Regierung auf, ein Notdekret zu erlassen.
Forderung: Bestandsschutz und Befreiung von Auflagen
Das Dekret soll die Ferienvermietung als „unbedenkliche Tätigkeit“ einstufen. Konkret fordern die Vermieter, dass alle Anbieter, die vor Inkrafttreten des Gesetzes ihre verantwortliche Erklärung eingereicht haben, von der Pflicht zur vorherigen Anzeige als „klassifizierte Tätigkeit“ befreit werden. Diese Anzeige ist mit zusätzlichen bürokratischen und technischen Hürden verbunden. Gleiches soll auch für neue Anbieter gelten, die ihre Tätigkeit aufnehmen wollen.
„Die Regierung muss ihr Versprechen einlösen“
Die Präsidentin von Ascav, Doris Borrego, begründet die Forderung mit einem angeblichen Regierungsversprechen. „Dies war eine Zusage der Regierung, denn dieser Vorschlag war in mehreren ‚mündlichen‘ Änderungsanträgen enthalten, die in der Sitzung, die das Gesetz verabschiedet hat, nicht debattiert werden konnten“, so Borrego. Daher verlange der Verband nun, dass „sie jetzt ihr Versprechen einlösen“.
Breite Unterstützung aus der Wirtschaft
Borrego verweist auf die breite Unterstützung für ihre Initiative. Neben der Kanarischen Unternehmerkonföderation und der CEOE-Teneriffa stehen auch die Vereinigung der Selbstständigen (ATA) und die Vereinigung Junger Unternehmer der Kanaren hinter dem Vorstoß. Die Petition werde zudem von „hunderten selbstständigen Arbeitnehmern“ getragen, „angesichts der verheerenden Folgen, die seit dem Inkrafttreten des Gesetzes verursacht werden“.
Warnung vor gesellschaftlicher Verbitterung
Die Ascav-Chefin schließt mit einer scharfen Kritik an der Gesetzgebung: „Der irreparable Schaden, das Unbehagen und die Konfrontation, die dieses Gesetz verursacht, weil es ohne Einbeziehung des Sektors verabschiedet wurde, schürt nichts anderes als die Verbitterung gegen den Tourismus in der Gesellschaft.“ Der Verband sieht das Gesetz als einen Hauptgrund für die wachsende Tourismuskritik auf den Inseln.

