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Kanarische Weine erobern den Weltmarkt: 11 Bodegas in Madrid

Kanarische Weinwirtschaft auf der Überholspur

Gute Nachrichten für Liebhaber edler Tropfen: Gleich elf Weingüter von den Kanarischen Inseln präsentieren sich auf der ersten Ausgabe der WINEMAD, einer Fachmesse für die Weinbranche. Die Veranstaltung, die noch bis zum 29. Mai auf dem Messegelände IFEMA Madrid stattfindet, hat sich zum Ziel gesetzt, neue Absatzmärkte für die internationale Weinwirtschaft zu erschließen. Die Kanaren sind mit einem eigenen, 48 Quadratmeter großen Ausstellungsbereich vertreten, der vom Kanarischen Institut für Lebensmittelqualität (ICCA) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Proexca finanziert wird.

Ein Schaufenster für die Vielfalt der Inselweine

Zur Eröffnung der Messe zeigte sich der kanarische Minister für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität, Narvay Quintero, zuversichtlich. Begleitet wurde er vom Direktor des ICCA, Luis Arráez Guadalupe. Quintero betonte, dass die WINEMAD mit über 4.000 erwarteten Fachbesuchern und 200 internationalen Einkäufern eine ideale Plattform biete. Importeure, Händler sowie Vertreter der Gastronomie- und Hotelbranche (HORECA) und des Einzelhandels seien vor Ort, um neue Weingüter und Produktionen kennenzulernen und Handelsbeziehungen zu vertiefen. „Für die kanarischen Unternehmen ist das eine Riesenchance, die Qualität und Einzigartigkeit ihrer Erzeugnisse in einem internationalen Schaufenster zu präsentieren“, so der Minister. „Sie können neue Kontakte und Geschäftsmöglichkeiten in Märkten knüpfen, in denen der spanische Wein noch Potenzial hat – vor allem in Europa, Amerika und Asien.“

Exportzahlen: Amerikaner lieben Kanarenwein

Quintero nutzte die Gelegenheit, um auf die aktuellen Exportzahlen der Inselwinzer hinzuweisen. Im vergangenen Jahr wurden beeindruckende 177.443 Liter Wein von den Kanaren ins Ausland verschifft. Der Löwenanteil von 74 Prozent ging dabei in Länder außerhalb der Europäischen Union. Die größten Abnehmer sind die USA mit 80.774 Litern, gefolgt von Kanada mit 10.592 Litern. Aber auch in China (4.154 Liter) und Japan (2.066 Liter) sind die kanarischen Weine zunehmend gefragt. Unter den europäischen Nicht-EU-Ländern stechen das Vereinigte Königreich mit 12.767 Litern und die Schweiz mit 2.654 Litern hervor. Innerhalb der EU sind Deutschland (9.709 Liter), Belgien (7.269 Liter), Frankreich (5.714 Liter) und die Niederlande (4.281 Liter) die wichtigsten Märkte.

Diese Bodegas sind in Madrid dabei

Die elf teilnehmenden Weingüter repräsentieren die ganze Vielfalt des Archipels. Von Teneriffa sind die Bodegas Tafuriaste, La Haya, Viña Gómez, El Lomo und Piedra Fluida vertreten. Lanzarote schickt Los Bermejos, Casa Althay, Vulcano Lanzarote und Erupción ins Rennen, während La Palma mit Teneguía und Veganorte glänzt. Die Messeleitung hat zudem namhafte Wirtschaftsvertreter aus aller Welt eingeladen: Aus Kanada, den USA, Mexiko, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Italien, China, Japan und Singapur werden Einkäufer und Händler erwartet.

Mehr als nur Wein: Der Wine Madrid Summit

Ein besonderes Highlight der Messe ist der „Wine Madrid Summit“. Dieses Fachforum beschäftigt sich mit den tiefgreifenden Veränderungen, Herausforderungen und Chancen der Weinbranche. Themen wie Vermarktung, Betriebsführung, Nachhaltigkeit, Diversifizierung und die Suche nach neuen Wegen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit stehen auf der Agenda. Der kanarische Weintourismus-Cluster hat hier gemeinsam mit der öffentlichen Gesellschaft GMR Canarias die Teilnahme mehrerer Inselunternehmen koordiniert. So werden Daniela Reverón (Bodegas Reverón) und Borja de Mesa (Bodegas El Lomo) auf dem Podium „Weintourismus als strategisches Geschäftsfeld, Diversifizierung und Rentabilität“ diskutieren. Carlos Lozano (Bodegas Llanovid SCL) und Víctor Lugo (Bodegas Berrazales-Finca La Laja) widmen sich dem Thema „Gastronomie, Wein und Terroir: Echte Allianzen mit Gastronomie und lokalen Produkten“. Abgerundet wird das Programm von Sofía Monshawer (Bodegas Piedra Fluida) und Juan Escudero (Bodega Finca Escudero), die im Bereich „Weinkultur und Gesellschaft: Wie wir den Wein für ein neues Publikum wieder interessant machen“ sprechen.

Weintourismus offiziell als Wirtschaftszweig anerkannt

Minister Quintero betonte in seiner Rede, dass dieser Gipfel es erlaube, „die Arbeit, die die Regierung der Kanaren im Bereich des Weintourismus leistet, weiter zu vertiefen“. In enger Abstimmung mit dem Weintourismus-Cluster und dem Lehrstuhl für Agrar- und Weintourismus des ICCA und der Universität La Laguna (ULL) arbeite man daran, den primären Sektor zu diversifizieren und neue wirtschaftliche Chancen rund um das Terroir, die Landschaft und die Weinkultur zu schaffen. Ein wichtiger Meilenstein sei dabei die Anerkennung des Weintourismus als reglementierte touristische Aktivität durch den Ministerrat im Januar. „Das verleiht der Branche institutionelle Anerkennung und Rechtssicherheit. Es professionalisiert das Angebot und fördert die Aktivität, indem es die Verbindung zwischen Produktion, Landschaft und touristischem Erlebnis stärkt“, so Quintero.

B2B-Kontakte und Erlebniskultur

Ein zentrales Element der WINEMAD ist das „Hosted Buyer“-Programm. Es ist darauf ausgelegt, Weingüter direkt mit internationalen Entscheidern zusammenzubringen, die echte Kaufkraft und Vertriebswege haben. Ein professionelles Matching-System erstellt im Vorfeld Terminpläne für effiziente Gespräche. Parallel dazu lockt ein umfangreiches Begleitprogramm mit Verkostungen, Workshops und immersiven Erlebnissen, die den Wein mit Gastronomie, Kunst, Tourismus und Kultur verbinden. Die Initiative „Share Experience“ setzt noch einen drauf: Hier sind interaktive Verkostungen, Erlebnis-Pairings und gemeinsame Erfahrungen geboten, bei denen die Besucher nicht nur probieren, sondern direkt mit den Winzern, Sommeliers und anderen Experten ins Gespräch kommen.

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