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Wohnungskrise auf Kanaren spitzt sich zu – Preise wie vor 2007

Wohnungsnot übertrifft Blase von 2007

Die Wohnungskrise steht an erster Stelle der dringendsten Probleme der Kanarischen Inseln. Die Schwierigkeit, eine Wohnung oder ein Haus zu erwerben oder zu mieten, erinnert an die überzogenen Preise von 2007, kurz bevor die Immobilienblase platzte – was genau im Oktober jenes Jahres geschah. Die jüngsten Daten des Nationalen Statistikinstituts (INE) zum Wohnungspreisindex (Índice de Precios de Vivienda, IPV) für das dritte Quartal 2025 zeigen einen jährlichen Preisanstieg für Häuser auf den Kanaren von 12,2%. Dieser Wert liegt sogar über dem der Monate vor dem Platzen der Blase und übertrifft damit das Tempo, mit dem die Preise vor 18 Jahren stiegen, als die Große Rezession begann. Nur zu Beginn des Jahres 2007 war der Preisanstieg noch höher als heute.

Ein Déjà-vu mit neuen Ursachen

Das Spanien jener Jahre war geprägt von leicht verfügbaren Krediten – offensichtlich unhaltbar für die Mittel- und Unterschicht –, faulen Hypotheken und zügelloser Bodenspekulation. In diesem Umfeld stiegen die Kaufpreise für Wohnungen im ersten Quartal 2007 landesweit um 13,1% und auf den Kanaren um 14,6%; im zweiten Quartal um 13,9% und im dritten, der Vorbote des Oktober-Crashs 2007, um 11,6%.

Doch wie sieht es heute aus? Im aktuellen Kontext wird die Schwierigkeit, an Wohnraum zu kommen, durch ein krasses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Preise steigen daher weiter, finden aber dennoch eine große Zahl kaufwilliger Interessenten, die bereit sind, Kaufkosten von über 3.123 Euro pro Quadratmeter auf den Kanaren zu tragen, wie die jüngsten Daten des Immobilienportals Idealista zeigen.

Bau neuer Wohnungen kommt bei Weitem nicht nach

Um den Wohnungsbestand zu erhöhen und das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu lösen, schreitet der Wohnungsbau in einem „unzureichenden“ Tempo voran, wie der Jahresbericht des Wirtschafts- und Sozialrates der Kanaren (Consejo Económico y Social de Canarias, CES) beschreibt. Die Bautätigkeit in der Provinz Santa Cruz de Tenerife stieg im Vergleich zu 2023 um 118% – ausgehend von einem absoluten Tiefpunkt –, in der Provinz Las Palmas ging sie jedoch um 14% zurück. Die Summe beider Provinzen übersteigt nicht den Jahresdurchschnitt von 3.000 gebauten Wohnungen. Mitten in einer Wohnungsnot, die den Bau von mindestens 10.000 Häusern pro Jahr erfordert, ist das viel zu wenig.

Rechnet man die angestauten Wohnungssuchenden hinzu, die seit Jahren keine Immobilie finden können und weiter warten, beläuft sich der aktuelle Bedarf auf etwa 90.000 Wohnungen auf den Inseln. Zudem weisen die Kanaren – wie auch die Balearen – im Unterschied zum nationalen Durchschnitt eine besondere Eigenschaft auf: ihre touristische Anziehungskraft. Dies verringert das für die Bevölkerung verfügbare Angebot zusätzlich, da Wohnungen in den Ferienhausmarkt abwandern.

Neue Rekorde bei Gebrauchtimmobilien

In diesem Kontext reiht sich bereits das 45. Quartal in Folge mit steigenden Preisen im Archipel aneinander. Der Anstieg von 12,2% im dritten Quartal 2025 übertrifft die 11,6%, die im gleichen Zeitraum 2007, also in den letzten Monaten der langen Blasenphase, verzeichnet wurden. Bei Gebrauchtimmobilien wird zudem jeder bisherige Rekord der Statistik – hier auf nationaler Ebene – gebrochen und ein neuer historischer Höchststand erreicht. Der letzte Wert aus dem Wohnungspreisindex (IPV) verzeichnet einen Anstieg um sechs Zehntel auf 13,4%. Die Kanaren halten Schritt: Zwischen Juli und September stieg der Preis für Zweitwohnungen um 12,2%, ein ähnlicher Prozentsatz wie 2007 und mit einer steigenden Tendenz in den letzten Quartalen.

Neubauten hingegen dämpfen ihren Anstieg landesweit auf 9,7%, 2,4 Punkte weniger als im Vorquartal und der geringste jährliche Anstieg seit dem dritten Quartal 2024. Auf den Inseln ist der prozentuale Anstieg höher (12,4%) und wächst im Gegensatz zum Rest des Landes um 1,7 Punkte.

Keine Entspannung in Sicht für 2026

Falls dieses allgemeine Bild nicht besorgniserregend genug ist: Die Tempos, die an das spekulationsgeprägte Jahr 2007 mit seinen überhöhten Wohnungspreisen erinnern, werden sich 2026 nicht stoppen. Der jüngste Immobilienbericht von Fotocasa prognostiziert ein weiteres Jahr des Wachstums bei den Wohnungspreisen und eine schlechtere Erschwinglichkeit sowohl beim Mieten als auch beim Kaufen. Die Schlussfolgerungen der Jahresbilanz des Immobilienmarktes deuten auf Steigerungen von über 15% und einen durchschnittlichen Preis von mehr als 2.830 Euro pro Quadratmeter hin. Eine Summe, die im Archipel bereits im Dezember 2024 überschritten wurde, was eine Vorstellung von der komplexen regionalen Immobiliensituation vermittelt.

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