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21 Millionen Euro: Kanaren revolutionieren ihre Wasserversorgung

Milliardeninvestition für die Wasserzukunft der Kanaren

Die kanarische Regierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Sicherung der Wasserversorgung im gesamten Archipel auf den Weg gebracht. Mit einer Investition von 21 Millionen Euro – inklusive Fördermitteln aus dem EU-Programm „Next Generation“ – werden Infrastrukturen modernisiert, Verteilernetze verbessert, Leitungsverluste reduziert und die Wassersicherheit der Inseln nachhaltig gestärkt. Die Strategie, die vom Ministerium für Territorialpolitik, territorialen Zusammenhalt und Wasserressourcen vorangetrieben wird, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Insel-Wasserbehörden und markiert einen grundlegenden Kurswechsel in der wasserwirtschaftlichen Planung des Archipels.

Aufholjagd nach jahrelanger Verspätung

Wie der stellvertretende Minister für Notfälle und Wasser, Marcos Lorenzo, erklärte, haben die Kanarischen Inseln bei der Wasserbewirtschaftung nach jahrelangen Verzögerungen massiv aufgeholt. Diese Rückstände hatten die Inseln einst zu den Schlusslichtern unter den europäischen Regionen gemacht. Zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode verfügten fünf der sieben kanarischen Wasserbezirke nicht über die von der EU geforderten Bewirtschaftungspläne – eine Situation, die zu mehreren von der Europäischen Union eröffneten Verfahren führte. Drei Jahre später haben nun alle Inseln gültige Pläne für den Zeitraum 2022–2027. Parallel arbeitet die Regierung bereits mit den Insel-Wasserbehörden an der Ausarbeitung des nächsten Zyklus für die Jahre 2028–2033. „Es ist entscheidend zu wissen, wo investiert werden muss, um mit den stets begrenzten Ressourcen die richtigen Prioritäten zu setzen“, betont Lorenzo. Er hob hervor, dass die Kanaren heute zu den fortschrittlichsten autonomen Regionen Spaniens bei der Vorbereitung des vierten Wasserbewirtschaftungszyklus zählen.

Spektakuläres Projekt: Neue Wasserleitung nach La Graciosa

Unter allen aktuellen Projekten sticht die Erneuerung der unterseeischen Verbindung zur Insel La Graciosa hervor. Lorenzo selbst bezeichnet dieses Vorhaben als eines der außergewöhnlichsten und komplexesten, das die Kanaren derzeit stemmen. In den kommenden Wochen wird die Regierung die Bauarbeiten für den neuen unterseeischen Abschnitt der Trinkwasserversorgung La Graciosas ausschreiben, ebenso wie den Auftrag für die technische Überwachung und Umweltkontrolle der Arbeiten. Die Maßnahme, die mit 3,8 Millionen Euro zu Buche schlägt, gilt als strategische Infrastruktur zur Sicherung der Wasserversorgung der „achten Insel“. Das Projekt umfasst die Verlegung von rund 1.220 Metern Unterwasserleitung zwischen Lanzarote und La Graciosa sowie knapp 1.100 Meter Landleitungen in den Anschlussbereichen am Steilhang von Famara. Das gesamte Netz wird aus hochfestem Polyethylen-Rohren bestehen, die speziell für die extremen Bedingungen im Meer konzipiert sind und eine höhere Transportkapazität sowie Betriebszuverlässigkeit gewährleisten sollen.

Bau im Schutzgebiet – höchste Umweltauflagen

Die Komplexität des Projekts geht weit über die reine Bauausführung hinaus. Die Arbeiten finden mitten im Archipiélago Chinijo statt, einem der wertvollsten und am strengsten geschützten Naturräume der Kanaren, der zum UNESCO-Biosphärenreservat Lanzarote und zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 gehört. Diese sensiblen Rahmenbedingungen machten eine über zwei Jahre intensive behördliche und umweltrechtliche Prüfung erforderlich, die unter anderem bathymetrische und ozeanografische Studien, Unterwasserinspektionen, Kartierungen der Meereslebensräume sowie spezifische Analysen der geschützten Flora und Fauna umfasste. Um die Einhaltung aller Umweltauflagen zu gewährleisten, schreibt die Regierung parallel eine spezialisierte technische Unterstützung aus, die die Bauausführung überwachen und kontrollieren wird. Das Verfahren wird im Eilgang durchgeführt, um die günstigen Meeresbedingungen in den Monaten September und Oktober zu nutzen – die sogenannten „calmas“ (Windstillen), die die Arbeit an der Unterwasserstrecke erleichtern.

Doppelte Sicherheit: Plan A und Plan B für La Graciosa

Wie Marcos Lorenzo weiter ausführte, soll die neue Leitung die bestehende nicht sofort ersetzen. Die Strategie der Regierung sieht vor, zunächst die neue Infrastruktur zu installieren und anschließend die alte Leitung zu reparieren, damit sie als Reserve weiterbetrieben werden kann. „La Graciosa wird einen Plan A und einen Plan B haben“, erklärte Lorenzo und betonte die Notwendigkeit einer doppelten Versorgungssicherheit für eine Insel, die vollständig auf Wasser aus Lanzarote angewiesen ist. Manuel Miranda, Minister für Territorialpolitik, territorialen Zusammenhalt und Wasserressourcen, unterstrich, dass es sich um eine strategische Infrastruktur handele, die die Versorgung La Graciosas sichere und die Zuverlässigkeit eines für das tägliche Leben unverzichtbaren Dienstes erhöhe – besonders in Zeiten hoher touristischer Auslastung.

Investitionen auf allen Inseln

Die Investitionen verteilen sich über den gesamten Archipel. Auf La Palma steht der zweigleisige Ausbau des Siphons von Las Angustias im Fokus. Auf El Hierro geht es um die Reduzierung von Leitungsverlusten und die Fernüberwachung des Netzes. La Gomera profitiert von der Verbesserung strategischer Leitungen und Speicherbehälter. Auf Teneriffa werden kommunale Netze modernisiert. Gran Canaria erhält Maßnahmen im Bereich der Meerwasserentsalzung. Lanzarote wird durch die Leitung „Norte Zonzamas-Arrieta“ gestärkt, und auf Fuerteventura werden die Wasserinfrastrukturen ausgebaut.

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