Immobilienmarkt unter Druck: Preise steigen rasant
Die Immobilienpreise auf den Kanarischen Inseln sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als im spanischen Durchschnitt. Bereinigt um die Inflation legten die Kaufpreise zwischen 2014 und 2025 jährlich um knapp vier Prozent zu – und damit fast doppelt so stark wie der landesweite Anstieg von etwas mehr als zwei Prozent. Nur Madrid und die Balearen verzeichneten noch höhere Zuwächse. Auch die Mieten zogen kräftig an: In den zehn Jahren bis 2025 stiegen sie auf dem Archipel um durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr.
Das geht aus dem am Montag, dem 22. Juni, veröffentlichten Jahresbericht 2025 der spanischen Zentralbank hervor. Die anhaltende Preisentwicklung führt demnach dazu, dass kanarische Haushalte immer tiefer in die Tasche greifen müssen – egal ob für den Kauf oder die Miete einer Immobilie.
Großer finanzieller Kraftakt für Käufer und Mieter
Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2024 mussten kanarische Haushalte im Schnitt rund 6,7 Jahre ihres Nettoeinkommens aufwenden, um eine erste eigene Immobilie zu erwerben. Für Mieter bedeutete dies, dass sie etwa 26,4 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen mussten – ein Wert, der in etwa dem spanischen Durchschnitt entspricht.
Doch die Entwicklung verläuft nicht auf allen Inseln gleich. Die Preisdynamik und die Einkommensentwicklung unterscheiden sich je nach urbanem Zentrum teilweise erheblich. Besonders starke Anstiege verzeichneten Arrecife auf Lanzarote, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria. In diesen Städten fällt der Zugang zu Wohnraum zunehmend schwerer, vor allem für Mieter. Zwar liegen die Werte noch knapp unter der Schwelle, die von Experten als kritisch betrachtet wird, die Tendenz ist jedoch eindeutig.
Arrecife und Santa Cruz: Spitzenreiter beim Preisanstieg
Die Hauptstädte Arrecife und Santa Cruz de Tenerife führen die Liste der Preisanstiege an und übertreffen den kanarischen Durchschnitt bei Weitem. Dies zeigt einmal mehr, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt in den städtischen Ballungsräumen am größten ist.
Käufe durch Ausländer und Ferienwohnungen treiben Nachfrage
Die Zentralbank analysiert auch die Ursachen für die anhaltende Preisrallye. Demnach wird die Nachfrage auf den Kanaren maßgeblich durch zwei Faktoren angeheizt: den Kauf von Immobilien durch Nicht-Residenten und den boomenden Markt der Ferienwohnungen.
Besonders deutlich wird dies bei den Verkaufszahlen: Im Jahr 2025 entfielen auf Nicht-Residenten in der Provinz Santa Cruz de Tenerife 20,3 Prozent aller Kaufverträge, in der Provinz Las Palmas waren es knapp 15 Prozent. Zum Vergleich: Der spanische Landesdurchschnitt liegt bei nur 7,4 Prozent. Zwischen 2007 und 2025 stieg der Anteil dieser Käufe in der Provinz Teneriffa um 12,5 Prozentpunkte, in der Provinz Las Palmas um 7,9 Prozentpunkte.
Auch Ferienwohnungen spielen eine immer wichtigere Rolle auf dem Mietmarkt. In Las Palmas de Gran Canaria machen sie im urbanen Bereich 12,9 Prozent aller Mietobjekte aus, in der touristischen Zone sogar 26,9 Prozent (Stand 2025). Auf Teneriffa ist der Druck durch Ferienwohnungen dagegen geringer – mit 9,6 Prozent im Stadtgebiet und 8,2 Prozent in den Touristenzonen liegt die Insel sogar unter dem spanischen Durchschnitt.

