Dramatischer Einsatz am Flughafen Teneriffa Nord
Die Polizei hat drei Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, eine 14-Jährige zur Zwangsheirat verschleppen zu wollen. Die Ermittlungen begannen, nachdem das Mädchen am Flughafen Teneriffa Nord (Los Rodeos) in Begleitung eines Mannes aufgegriffen wurde, der sie mit gefälschten Dokumenten nach Italien bringen wollte. Das teilte die Nationalpolizei am Donnerstag mit.
Der entscheidende Hinweis aus dem Jugendheim
Der Fall begann am 6. Juli 2025. Das Mädchen lebte in einer betreuten Wohneinrichtung auf Teneriffa, aus der sie zuvor als vermisst gemeldet worden war. Die Rettung gelang dank der Aufmerksamkeit anderer Jugendlicher: Sie hatten ihre Mitbewohnerin an einer nahegelegenen Bushaltestelle in Begleitung eines unbekannten Mannes gesehen und sofort die Betreuer alarmiert. Diese verständigten umgehend die Polizei.
Mit falschem Pass am Flughafen gestoppt
Die Beamten lokalisierten das Mädchen und den Begleiter noch am selben Tag im Flughafengebäude. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann einen Reisepass bei sich trug, der auf eine andere Frau ausgestellt war – eine sechs Jahre ältere Person. Die Identität der Minderjährigen stimmte mit dem Dokument nicht überein. Der Mann wurde daraufhin umgehend festgenommen.
Ermittlungen decken systematische Nötigung auf
Die Aussagen der 14-Jährigen brachten die Ermittler auf die Spur eines noch größeren Verbrechens. Wie die Nationalpolizei mitteilte, wurde die Jugendliche über einen längeren Zeitraum von einem in Italien lebenden Mann massiv bedroht und unter Druck gesetzt, ihn zu heiraten. Der mutmaßliche Bräutigam soll zudem eine Mitgift an die Familie des Mädchens gezahlt haben, damit diese auf die Minderjährige einwirkt. Der am Flughafen festgenommene Mann hatte den Auftrag, die Jugendliche nach Italien zu bringen. Die Beamten stellten bei der Festnahme dessen Mobiltelefon sowie weitere belastende Dokumente sicher.
Dritter Mann und internationaler Haftbefehl
Die Ermittlungen führten zu einem dritten Verdächtigen. Er soll die gefälschten Pässe beschafft haben, mit denen die Minderjährige als volljährig ausgegeben werden sollte. Der entscheidende Schlag gelang schließlich im Mai 2026: Dank internationaler justizieller Zusammenarbeit wurde der mutmaßliche Drahtzieher, der Mann, der die Zwangsheirat initiiert haben soll, in Italien festgenommen. Nach seiner Vorführung vor einem Richter wurde er in Untersuchungshaft genommen und wartet nun auf seine Auslieferung nach Spanien.

