Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Ein Festival im Höhenflug
Die Fachkritik, sowohl vom spanischen Festland als auch von den Inseln, traf sich am Mittwochabend, um die Premiere der neuen Ausgabe des Mojo Music Festivals zu verkosten – und war sich einig: Das kanarische Festival hat sich in die Elite der spanischen Alternative-Rock-Festivals gespielt. Das ist keine Gefälligkeit gegenüber der lokalen Presse und auch keine Übertreibung, wenn man sich das diesjährige Line-up ansieht – das internationalste in der Geschichte der Veranstaltung.
Es sind nicht nur die ausländischen Bands, die dem Mojo sein Flair verleihen. Auch nationale Formationen wie Los Estanques oder Tetas Frías und natürlich die klare Ansage der Festivalleitung, Künstler der kanarischen Independent-Szene zu fördern, tragen zum Erfolg bei.
Zwei Tage gratis, zwei Tage geballte Musik
Nach zwei Tagen mit freiem Eintritt auf der emblematichen Plaza de la Música in der Hauptstadt Gran Canarias, direkt an der Atlantikküste gelegen, geht das Mojo Music Festival nun in die nächste Runde: Am Freitag und Samstag, dem 21. und 22. August, stehen die kostenpflichtigen Konzerte an.
Am Freitag betreten unter anderem die Mexikaner Nortec: Bostich + Fussible mit ihrem nord-mexikanischen Techno die Hauptbühne. Dazu gesellen sich die Londoner Pynch mit ihrem Lo-Fi-Indie-Rock, der elegante Shoegaze der Valencianer Gazella, der spacige Indie-Sound von Good Franco sowie der Pop-Punk der Barcelonaerinnen Tetas Frías.
Den Abschluss dieser sechsten Ausgabe am Samstag stemmen zwei weitere Bands aus der katalanischen Hauptstadt: Hostia Pedagógica mit Punkrock und Heal mit Hardcore. Die lokalen Helden Belice (Indie-Rock), die Fusion aus Psychedelia, Flamenco und Rumba von Los Estanques und Canijo de Jerez sorgen für Stimmung, bevor die Briten Coach Party den Abend ausklingen lassen. Das Quartett aus der Isle of Wight wird von Jess Eastwood angeführt, die Gesang und Bass übernimmt – Unterstützung kommt von Steph Norris (Gitarre), Joe Perry (Gitarre) und Guy Page (Schlagzeug).
Eine Bühne für die Insel-Talente
Festivaldirektor Lorenzo de la Hoz betont die Bedeutung der lokalen Projekte im Programm: „Wir stellen sie bewusst auf die Hauptbühne und in die Hauptsendezeit, damit das Publikum sieht, was in diesen Bands steckt – die sonst immer die Festivals eröffnen müssen, wenn noch niemand da ist.“ Bei der Vorstellung der aktuellen Ausgabe dankte de la Hoz den Musikern sowie der Stadtverwaltung von Las Palmas und der Inselregierung von Gran Canaria: „Ohne ihre Unterstützung wäre es sehr schwierig, solche Projekte auf die Beine zu stellen, die für alternative Musik einstehen – die Musik, die einst den Mojo Club geprägt hat, aus dem diese Initiative vor sechs Jahren hervorgegangen ist.“
25 Jahre musikalische Grenzgänge aus Tijuana
Eines der Aushängeschilder dieser sechsten Ausgabe ist das mexikanische Duo Nortec: Bostich + Fussible, das seit 25 Jahren die Fusion aus Techno und den Klängen seiner Heimatstadt Tijuana verteidigt. Bevor sie zum zweiten Mal in diesem Jahr von Mexiko nach Spanien aufbrachen, sprachen Pepe Mogt (Bostich) und Ramón Amezcua (Fussible) mit Mario Alonso, dem Programmierer und Kommunikationsverantwortlichen des Festivals. Alonso analysierte die Beweggründe der beiden, ihre musikalische Nische weiter zu behaupten: „Wir experimentieren weiter mit der Fusion – am Anfang war die Musik größtenteils maschinell mit Samples regionaler Musik, heute kommen Live-Instrumente dazu, die eine persönliche Note einbringen. Das inspiriert uns ebenso wie die neuen Technologien der elektronischen Musik, etwa Drum Machines und Synthesizer.“
Zum Mojo Music Festival reisen Nortec in Bandformation an – ein Bühnenkonzept, das ihre Live-Auftritte als elektronisches Duo grundlegend verändert. „Bostich und Fussible als Duo steuern die elektronischen Sounds von unseren Samplern aus – Klänge, die wir in unserem Studio mit analogen Synthesizern kreieren und live auslösen. Die Musiker folgen den Maschinen und spielen die Hauptmelodien.“
Wiedersehen mit Kindheitserinnerungen
Mario Alonso sprach außerdem mit Jess Eastwood, der Frontfrau von Coach Party – ein äußerst kraftvolles Quartett von der Isle of Wight, berühmt für ihr legendäres Festival, das bis ins Jahr 1968 zurückreicht. Für die Band ist es die erste Reise auf die Kanarischen Inseln – ein Ort, der zwar weit vom europäischen Festland entfernt liegt, ihnen aber bestens vertraut ist. „Steph und ich haben viele schöne Erinnerungen an die Kanaren, wir haben dort als Kinder oft Urlaub gemacht. Es ist ein wunderschöner Ort, wir können es kaum erwarten, wiederzukommen! Wie der Zufall es will, lebt eine meiner besten Freundinnen aus Kindertagen hier – sie ist eine unglaubliche Tätowiererin namens Jade Sperry.“
Ihre Reaktion, so Alonso, als ihr Agent die Möglichkeit eines Auftritts beim Mojo Music Festival erwähnte, sei daher pure Freude gewesen: „Wir sind entzückt und aufgeregt, zurückzukehren. Wir freuen uns auch riesig darauf, die anderen teilnehmenden Künstler zu sehen.“ Als Bewohnerinnen einer Insel verstehen sie den besonderen Charakter des Insellebens nur zu gut: „Wight ist ein wunderbarer Ort zum Aufwachsen, aber es kann auch sehr einsam sein, was die Menschen hier prägt. Wir haben aber das Glück, eine Insel voller Talent zu haben.“
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