Vorsicht bei unerwarteten Zahlungen
Betrugsanrufe und -nachrichten gehören leider immer noch zum Alltag. Immer öfter nutzen Kriminelle dabei Apps, die ihre Opfer täglich verwenden, um an persönliche Daten zu gelangen und Bankkonten zu leeren. Eine der Plattformen, die Betrüger derzeit besonders häufig für ihre Machenschaften missbrauchen, ist die Bezahl-App Bizum. Die Guardia Civil hat nun ein Video in ihren sozialen Netzwerken geteilt, um vor dieser neuen Masche zu warnen.
So funktioniert der dreistufige Trick
Die Guardia Civil beschreibt das Vorgehen der Betrüger: „Sie erhalten einen Bizum von jemandem, den Sie nicht kennen. Kurz darauf schreibt Ihnen diese Person, es sei ein Fehler gewesen, und bittet Sie, das Geld zurückzuschicken. Sie denken, es handle sich um einen normalen Irrtum und überweisen den Betrag per Bizum zurück.“ Das ist jedoch der Moment, in dem die Falle zuschnappt.
Das Geld, das Sie ursprünglich erhalten haben, war nämlich nicht das des Betrügers. „Der Betrüger hat eine dritte Person als Opfer benutzt“, klärt die Polizei auf. „Diese Person, das eigentliche Opfer, erstattet Anzeige wegen der unberechtigten Abbuchung. Die Bank erstattet ihr das Geld – und Sie bleiben auf der Summe sitzen, die Sie ‚zurückgeschickt‘ haben.“
Die wichtigsten Verhaltensregeln der Polizei
Die Guardia Civil gibt daher eine klare Handlungsempfehlung: „Wenn Sie einen Bizum von einem Unbekannten erhalten, schicken Sie ihn nicht einfach zurück. Kontaktieren Sie Ihre Bank und halten Sie den Vorfall fest. Bewahren Sie die Nachrichten auf. Und wenn der Absender Sie bedrängt und unter Druck setzt, erstatten Sie Anzeige.“
Weitere Tipps vom Cybersicherheitsexperten INCIBE
Das Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) unterstreicht die Bedeutung erhöhter Vorsicht bei solchen Betrugsversuchen. Die Experten raten, grundsätzlich misstrauisch bei „zu guten“ Angeboten zu sein – niemand verschenkt ohne Grund Geld. Zudem sollte man bei Bizum-Benachrichtigungen genau prüfen, ob es sich um eine Zahlungsaufforderung oder eine Geldeingangsbestätigung handelt, bevor man eine Operation bestätigt.
Eine weitere zentrale Warnung: Teilen Sie niemals Screenshots Ihres Handybildschirms oder Ihres Bankkontostands. Betrüger können diese Informationen gegen Sie verwenden. Ebenso wird davon abgeraten, verdächtige Links zu öffnen, die per WhatsApp geschickt werden. Konfigurieren Sie außerdem Ihre Privatsphäre-Einstellungen so, dass Unbekannte Sie nicht ohne Ihre Zustimmung zu Gruppen hinzufügen können.
Die abschließende Empfehlung der Cybersicherheitsexperten lautet: Bei jedem verdächtigen Kontakt sollten Sie die Person blockieren und den Vorfall melden. Opfer eines Betrugs sollten in jedem Fall eine offizielle Anzeige bei den Behörden erstatten, damit diese Ermittlungen aufnehmen und weitere Fälle verhindern können.

