Luxus mit Meerblick: Hotel will Strandkiosk errichten
Ein 5-Sterne-Hotel auf Lanzarote sorgt für neue Diskussionen: Die Hotelgesellschaft Los Fariones S.A. hat bei der spanischen Küstenbehörde (Costas) die Genehmigung beantragt, in der Bucht Cala Fariones einen Kiosk und eine Terrasse zu errichten. Das Projekt betrifft 64 Quadratmeter der beliebten Bucht im Touristenzentrum Puerto del Carmen (Gemeinde Tías). Eigentümer des Hotelkomplexes ist Juan Francisco Rosa, einer der einflussreichsten Unternehmer der Insel, der bereits durch umstrittene Projekte wie die illegalen Hotels Princesa Yaiza und Son Bou sowie die polarisierende Bodega Stratvs von sich reden machte.
Öffentliche Beteiligung: Einwendungen sind möglich
Wie aus einer Veröffentlichung der Generaldirektion für Küsten des Gobierno de Canarias vom heutigen 28. Juli hervorgeht, hatte das Unternehmen die Nutzung des öffentlichen Küstenstreifens bereits am 8. Oktober 2025 beantragt. Ab diesem Dienstag liegt die Dokumentation für 20 Tage öffentlich aus. In diesem Zeitraum können Einwände, Anmerkungen und Konsultationen eingereicht werden. Geplant sind ein hölzerner Kiosk und eine Terrasse auf einer bereits vorhandenen Betonfläche, die die Bucht vom Hotelgelände trennt.
Die Pläne im Detail: Kiosk und Terrasse auf Beton
Das technische Gutachten des Projekts, erstellt von der Firma Ingeniería Técnica Canarias S.A. und von Canarias Ahora eingesehen, zeigt die genauen Maße: Der Kiosk nimmt 20 Quadratmeter ein, die Terrasse 44 Quadratmeter. Vorgesehen sind zehn Tische, zehn Sonnenschirme und 44 Stühle. Obwohl die Projektbeschreibung betont, dass die Anlage „keine Bodenarbeiten“ erforderlich mache und sich auf die Nutzung der bestehenden Betonfläche beschränke, räumt sie ein, dass ein Windschutz von maximal 1,8 Metern Höhe auf der Steinmauer installiert werden soll, die die Betonfläche vom Sandstrand trennt.
Holz, Fertigbau und einfach abbaubar
Der Kiosk soll aus Holz gefertigt, vorgefertigt und demontierbar sein. Zwei Angestellte sollen dort arbeiten. Seine „einzige“ Funktion sei der Verkauf von Getränken, Obst, Eiscreme, verpackten Produkten und gegrillten Speisen. Zudem können eine Kaffeemaschine und ein Mikrowellenherd installiert werden.
Nutzungsdauer und Gebühren
In der Projektdokumentation beantragt das Unternehmen eine Nutzung des öffentlichen Raums für vier Jahre, von 2026 bis 2030. Die Küstenbehörde hat die Genehmigung jedoch auf zwei Jahre verkürzt. Die Aktivität soll laut Projekt das ganze Jahr über stattfinden, um die touristischen Saisons optimal zu nutzen. Die Baukosten werden auf 73.702,09 Euro veranschlagt. Dem gegenüber stehen erwartete Einnahmen von 414.000 Euro in den nächsten vier Jahren. Das Hotel soll jährlich eine Konzessionsgebühr von 2.980 Euro an die Küstenbehörde zahlen. Der Nettogewinn für das Hotel Fariones wird im ersten Jahr auf 40.685 Euro geschätzt und steigt bis zum vierten Jahr auf 63.485 Euro an.
Hotel Fariones: Pionier mit wechselhafter Geschichte
Das Hotel Fariones ist ein 5-Sterne-Haus und war das erste Hotel, das 1966 auf der Insel eröffnete. Es verfügt über 213 Zimmer, alle mit Terrasse und einem Infinity-Pool. In der Projektbeschreibung prahlt das Unternehmen mit dem direkten Zugang zu drei Stränden. Bereits im Juli 2020 stand das Hotel im Mittelpunkt einer Kontroverse, als es versuchte, zehn Euro für den Zugang zu einem Steg zu verlangen, der sich auf öffentlichem Küstenstreifen befand. Das Schild, das die Gebühr ankündigte, war auf einem öffentlichen Gehweg angebracht, der drei wichtige Strände der Gegend verbindet: Playa Chica, Playa Grande und Playa del Medio. Das Hotel hatte diesen Steg errichtet, um dessen Schließung zu verhindern, nachdem das Gebäude den einzigen Zugang zu einem Teil der Küste blockiert hatte, sodass Badegäste nur noch durch das Hotel zum Strand gelangen konnten.
Der Unternehmer hinter dem Projekt: Juan Francisco Rosa
Die Betreibergesellschaft des Hotel Fariones ist BTL Lanzarote, die sich mit Immobilienförderung sowie dem Betrieb von Gastronomie- und Tourismusbetrieben befasst. Sie gehört Juan Francisco Rosa. Sowohl er als auch das Unternehmen wurden im Rahmen des „Falls Stratvs“ untersucht, der sich mit dem Bau einer Industrie-Weinkellerei im geschützten Naturraum La Geria befasste. Das Verfahren endete mit einem Freispruch für alle Angeklagten, obwohl die Staatsanwaltschaft die Bauarbeiten als „größten Umweltfrevel“ Lanzarotes bezeichnet hatte. Im Jahr 2025 sollte Rosa erneut zusammen mit drei Familienmitgliedern auf der Anklagebank Platz nehmen. Die Vorwürfe lauteten auf Gesellschaftsdelikte und Untreue bei der Führung des Hotel Fariones. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Haft für Rosa, weil er angeblich versucht habe, „seine persönlichen, familiären und Vermögensinteressen zu Lasten seines Minderheitsgesellschafters zu fördern“. Die Audiencia Provincial de Las Palmas setzte den Prozess jedoch aus, da sie einen Fehler in der Ermittlungsphase festgestellt hatte.
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