Tourismus auf den Kanaren: Stabilität auf Rekordniveau
Die Kanarischen Inseln ziehen weiterhin eine beeindruckende Bilanz: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 lockten die Inseln insgesamt 6,77 Millionen ausländische Touristen an. Damit wird nahezu das gleiche Niveau erreicht wie im Rekordzeitraum des Vorjahres. Das Jahr 2025 war das touristisch erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Archipels mit insgesamt 18,4 Millionen Urlaubern, darunter 15,7 Millionen aus dem Ausland – eine halbe Million mehr als 2024. Der leichte Anstieg von 0,1 Prozent im Vergleich zu Januar bis Mai 2025 mag marginal erscheinen, ist jedoch vor dem Hintergrund des Spitzenvorjahres durchaus beachtlich. Die Kernaussage lautet: Die touristische Nachfrage auf den Kanaren bleibt stabil und robust, wenngleich sie im Vergleich zum Vorjahr kaum noch wächst.
Mai 2026: Saisonale Verschiebungen und ein kleiner Dämpfer
Der Mai markiert für die Kanaren traditionell die Übergangsphase von der Hauptsaison im Herbst und Winter zur ruhigeren Sommersaison. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider. So verdrängte Katalonien die Kanaren im Mai 2026 von Platz eins der beliebtesten Ziele ausländischer Touristen: Die Region im Nordosten Spaniens erreichte einen Anteil von 21,1 Prozent aller internationalen Besucher, gefolgt von den Balearen (20,6 Prozent, die sich in ihrer Hochsaison befinden) und Andalusien (15,9 Prozent). Katalonien verzeichnete dabei einen Zuwachs von 13,1 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, vor allem dank französischer Urlauber. Auf den Balearen legten die Besucherzahlen um 5,2 Prozent zu, in Andalusien sogar um 12,7 Prozent. Das spanische Festland und die Mittelmeerinseln starten damit in den klassischen Massentourismus an der Küste.
Für die Kanaren bedeutet der Mai einen leichten Rückgang: Nur 1,07 Millionen ausländische Touristen besuchten die Inseln in diesem Monat – ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber Mai 2025. Dies ist der zweite Rückgang im Jahr 2026, nachdem bereits im April ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen war. Damals endete die touristische Hochsaison, und die Osterwoche fiel größtenteils in den März.
Die nationale Perspektive: Kanaren auf Platz zwei
Betrachtet man das gesamte erste Drittel des Jahres, so zeigt sich ein klares Bild: Katalonien führt die Rangliste der meistbesuchten autonomen Gemeinschaften mit 7,5 Millionen internationalen Gästen an (plus 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Die Kanarischen Inseln belegen mit 6,78 Millionen Besuchern (praktisch unverändert) den zweiten Platz, gefolgt von Andalusien mit 5,8 Millionen (plus 8 Prozent). Insgesamt verzeichnete Spanien in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 einen Besucherzuwachs von 5 Prozent, insgesamt kamen 36,8 Millionen ausländische Touristen ins Land.
Ausgabeverhalten: Gäste geben pro Kopf mehr aus
Die von der spanischen Statistikbehörde INE veröffentlichten Daten der Egatur-Umfrage zeigen, wie viel die internationalen Urlauber auf den Kanaren tatsächlich ausgegeben haben. Mit einem Anteil von 20,5 Prozent an den gesamtspanischen Tourismuseinnahmen liegen die Kanaren hier sogar vor Katalonien (18,1 Prozent) und der Autonomen Gemeinschaft Madrid (16,2 Prozent). Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 10.303 Millionen Euro – ein nahezu identischer Wert wie im Vorjahreszeitraum (10.295 Millionen Euro). Wichtig ist hier die Unterscheidung: Diese Zahlen geben die Ausgaben der Touristen wieder, nicht die letztendlichen Einnahmen, die auf den Inseln verbleiben.
Ein Blick auf den Monat Mai offenbart jedoch eine positive Entwicklung: Die Ausgaben der ausländischen Gäste stiegen um 2,4 Prozent auf 1.555 Millionen Euro. Dies gelang, obwohl die Besucherzahlen leicht rückläufig waren. Der Grund liegt im veränderten Reiseverhalten: Die Pro-Kopf-Ausgaben kletterten um 3 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer erhöhte sich um 4 Prozent. Die Urlauber bleiben also länger und geben vor Ort mehr Geld aus – ein wichtiger Faktor für die lokale Wirtschaft.

