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Glasfaser-Boost für die Sternwarten: Kanaren rüsten auf

Datenautobahn für die Sternenforschung

Die Kanarischen Inseln haben einen gewaltigen Schritt in die Zukunft der Astronomie gemacht. Durch eine massive Verstärkung der Datenleitungen, die die beiden großen Sternwarten miteinander und mit dem Festland verbinden, wurde die sogenannte „Datenautobahn“ auf See und an Land erweitert. Diese Ertüchtigung ist entscheidend, um die neueste Teleskopgeneration zu betreiben – allen voran das lang ersehnte Thirty Meter Telescope (TMT).

Zwei Jahre Bauzeit – ein „technologischer Meilenstein“

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit hat das Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) dieses „technologische Meisterstück“ erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt sorgt dafür, dass die Observatorien auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma und dem Teide auf Teneriffa dauerhaft und ohne Unterbrechung verbunden sind. Selbst bei einem Ausfall des Hauptnetzes geht kein Datenverlust verloren und die Stationen drohen nicht, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden.

Diese Verbesserung katapultiert die kanarischen Observatorien endgültig zur ersten astronomischen Adresse der Nordhalbkugel. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage für ambitionierte Projekte in den Bereichen Notfallmanagement und Astrotourismus in den Nationalparks der Inseln.

Meer und Land – ein dualer Ansatz

Der Ausbau des Netzes, offiziell als „Redundanz des maritimen und terrestrischen Glasfasernetzes RedIRIS Teneriffa – La Palma“ bekannt, begann bereits im Jahr 2023. Das IAC realisierte das Vorhaben gemeinsam mit dem nationalen Forschungsnetz RedIRIS und dem Staatssekretariat für Telekommunikation und digitale Infrastruktur (SETELECO). Die Gesamtinvestition beläuft sich auf über 23 Millionen Euro, finanziert durch die Europäische Union aus den NextGenerationEU-Mitteln des spanischen Aufbau- und Resilienzplans (PRTR).

Das Projekt gliedert sich in zwei Hauptabschnitte: einen Unterwasserteil und einen Landteil.

Die Unterwasserleitung: 16,8 Millionen Euro für die Zukunft

Der neu verlegte Seekabelabschnitt erforderte Investitionen von 16,8 Millionen Euro. Er sichert dem IAC für die nächsten 25 Jahre eine Mindestübertragungskapazität von 1,5 Terabyte pro Sekunde (Tbps). Dieses Kabel verbindet die beiden Inseln direkt miteinander und stellt zudem eine Hochgeschwindigkeitsanbindung an das spanische Festland her. Von Teneriffa aus wird diese Verbindung über Glasfaserkanäle mit 10 Gbps und 100 Gbps realisiert.

Das Landnetz: Doppelte Sicherheit für höchste Ansprüche

Der terrestrische Ausbau schlug mit 5,8 Millionen Euro zu Buche und sichert dem IAC ein 30-jähriges Nutzungsrecht. Das Kernstück des Landnetzes sind zwei separate Hauptverbindungen, die jeweils aus zwei Paaren von Glasfaserkabeln bestehen. Diese verbinden das Centro de Astrofísica de La Palma (CALP) mit dem Observatorium Roque de los Muchachos (ORM) sowie den Hauptsitz des IAC in La Laguna auf Teneriffa mit dem Teide-Observatorium (OT). Durch diese doppelte Verkabelung wird der Wert der Infrastruktur für die wissenschaftliche Zukunft vervielfacht.

Fit für die Giganten der Astronomie

Moderne Großteleskope – wie das begehrte Thirty Meter Telescope (TMT), aber auch das European Solar Telescope (EST) oder die Antennen des Cherenkov Telescope Array Observatory (CTAO) – erzeugen und senden ständig riesige Datenmengen. Mit dem redundanten Netzwerk schließt das IAC das Risiko von Datenverlusten oder Verbindungsabbrüchen während laufender Beobachtungen vollständig aus.

Dank dieses Technologiesprungs festigen die Kanarischen Inseln ihren internationalen Ruf als extrem sicherer, wettbewerbsfähiger und bestens vorbereiteter Standort für die anspruchsvollsten astronomischen Projekte. Sie rücken damit noch stärker in den Fokus großer, internationaler Wissenschaftskonsortien.

Mehr als nur Wissenschaft: Ein Gewinn für die gesamte Region

Doch die neuen Hochleistungsleitungen kommen nicht nur der Forschung zugute. Die mit dem Bau beauftragten Unternehmen schaffen durch die leistungsstarke Infrastruktur die Voraussetzung, dass auch die lokale Bevölkerung und öffentliche Einrichtungen in entlegenen Gebieten wie dem Teide-Nationalpark oder dem Roque de los Muchachos stabil angebunden werden können. Dies ermöglicht den Einsatz modernster Lösungen für das Notfallmanagement in den Gipfelregionen und Nationalparks, fördert Initiativen für digitalen Tourismus und Astrotourismus und verbessert insgesamt die Konnektivität in der gesamten Region.

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