Gericht erlässt Baustopp für Teil von „Cuna del Alma“
Die Umweltorganisation Greenpeace hat die gerichtliche Entscheidung von diesem Donnerstag begrüßt, die einen Teil der Bauarbeiten am umstrittenen Tourismusprojekt „Cuna del Alma“ im Puertito de Adeje auf Teneriffa vorläufig stoppt. Die NGO fordert jedoch die vollständige Einstellung der Arbeiten aufgrund der schwerwiegenden ökologischen und sozialen Auswirkungen. Das Projekt häuft bereits mehrere Teil-Baustopps, eine Geldstrafe für die Zerstörung wertvollen archäologischen Erbes sowie mehrere Anzeigen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten an.
Greenpeace: „Das gesamte Projekt muss gestoppt werden“
Die Reaktion der Umweltschützer folgt auf den Beschluss des Ermittlungsgerichts Nummer 1 in Arona, das die Einstellung der Arbeiten in einem Abschnitt des Projekts angeordnet hat. Das Gericht ist der Ansicht, dass die geplanten Maßnahmen kaum mit dem spanischen Küstenschutzgesetz vereinbar sind. Greenpeace betont jedoch, dass die gerichtliche Maßnahme, die nur einen begrenzten Teil des Projekts (etwa 5 %) betrifft, unzureichend ist. Die Organisation besteht auf der Notwendigkeit, die Bebauung komplett zu stoppen und das betroffene Gebiet wiederherzustellen.
Der Sprecher von Greenpeace auf den Kanaren, Kilian López, warnte: „Cuna del Alma ist ein trauriges Paradigma für das Verhältnis zwischen privaten Interessen und einigen Verwaltungen, das eine Bedrohung für die Biodiversität und die Naturräume darstellt.“ Er fügte hinzu: „Es reicht nicht aus, Installationen in der Schutzzone zu verhindern: Das gesamte Projekt sollte verworfen und das Gebiet renaturiert werden.“ López rief zu weiteren Bürgerprotesten auf, um die Umweltauswirkungen rückgängig zu machen.
Projekt als Bedrohung für ökologisch wertvolles Gebiet
Greenpeace erinnerte daran, dass es das Projekt bereits in seinen Jahresbericht über die Auswirkungen der Urbanisierung an der Küste aufgenommen hatte. Darin wurde vor touristischen Initiativen gewarnt, die das besondere Schutzgebiet (ZEC) Teno-Rasca betreffen. Die Bebauung des Puertito de Adeje gehöre zu den Beispielen für Bedrohungen der biologischen Vielfalt in Gebieten mit hohem ökologischem Wert und stehe für ein unnachhaltiges Tourismusmodell.
Strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet
Das Gericht ordnete den vorläufigen Baustopp für einen konkreten Bereich des Projekts an, der nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche ausmacht. Gleichzeitig leitete es Ermittlungen ein, um festzustellen, ob ein mögliches Verbrechen gegen die Raumordnung und die Umwelt vorliegt. Die Maßnahme erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft und von Umweltgruppen, da die geplanten Nutzungen in dem betroffenen Bereich gegen das Küstenschutzrecht verstoßen könnten.
Anzeigeerstattende Gruppen wie „Tagoror Permanente Rotativo“, „La Gaveta 20A“ oder „Rebelión Científica Canarias“ werteten die Gerichtsentscheidung als „radikalen Szenenwechsel“. Es handele sich um eine Maßnahme im Rahmen eines Strafverfahrens, nachdem Anzeichen für mögliche Illegalität und die Gefahr irreparabler Schäden in dem Gebiet festgestellt worden seien. Ihrer Ansicht nach eröffnet das gerichtliche Eingreifen eine Phase mit möglichen rechtlichen Konsequenzen für die genehmigten Maßnahmen. Die Organisationen betonten, dass der Teilstopp die Eröffnung von Ermittlungsverfahren und neue Beweise mit sich bringe. Sie kündigten an, weiterzuarbeiten, um das Gesamtprojekt überprüfen und gegebenenfalls Verantwortlichkeiten klären zu lassen.

