el zarcillo 25 jahre gran canaria

El Zarcillo: 25 Jahre kulinarische Treue zu Gran Canaria

Ein Vierteljahrhundert voller Geschmack und Beständigkeit

El Zarcillo gehört zu jener besonderen Klasse von Restaurants, die nach 25 Jahren ehrfürchtig auf die Vergangenheit zurückblicken, aber gleichzeitig voller Vorfreude in die Zukunft schauen. Mit der Gelassenheit seines neuen Besitzers, Génesis Fernández, der das Erbe von Mario Reyes angetreten hat – der das Lokal vor einem Vierteljahrhundert eröffnete –, führt er es mit der Ruhe eines Ortes weiter, den er selbst seit zwölf Jahren kennt und liebt. Er hat gelernt, durchzuhalten, sich zu verfeinern und niemals die Essenz zu verlieren: den Wein als eigene Sprache und eine kanarische Küche, die ihrem Ursprung treu bleibt, ohne stehen zu bleiben. Der Inhaberwechsel hat diese Identität nicht verändert, sondern sie vielmehr gefestigt.

Der neue Patron: Ein Koch aus der Nachbarschaft

Das Lokal ging in die Hände des Mannes über, der bereits sein Küchenchef war: Génesis Fernández, ein gebürtiger Gran Canarier aus La Isleta. Er ist ein Koch, der auf der Insel ausgebildet wurde und dessen Karriere ohne viel Aufhebens gewachsen ist – durch harte Arbeit, Beständigkeit und eine absolute Treue zu lokalen Produkten. Dieses diskrete, aber stetige Wachstum hat ihn heute zu einem der Köche auf Gran Canaria gemacht, die dem traditionellen kanarischen Rezeptschatz am meisten verbunden sind.

Wein als Herzstück: Die unveränderte Seele des Hauses

El Zarcillo wurde als Weinhandlung (Enoteca) geboren, und diese Berufung ist bis heute sein großes Markenzeichen. Mario Reyes stellte sich einen Ort vor, an dem der Wein eine zentrale Rolle spielt – mit einer umfangreichen Karte, einem sorgfältigen Service und einem Erlebnis, das Genuss und Lernen verbindet. Diese Philosophie ist unverändert geblieben. Das Haus versteht Wein nicht als bloße Begleitung, sondern als wesentlichen Bestandteil der gastronomischen Erzählung. Dieses Bündnis mit dem Wein ist voll und ganz lebendig und findet seine natürliche Fortsetzung in der Beziehung zu Viñátilos und Mario Reyes, einer Verbindung, die zum DNA des Projekts gehört. Bei El Zarcillo dekoriert der Wein nicht; er strukturiert – sowohl in der Flasche als auch im Glas. Und das macht auf einer Insel, auf der an vielen Tischen die Weinbegleitung noch als bloßes Accessoire behandelt wird, einen deutlichen Unterschied.

Eine Küche, die für sich spricht: Produkt, Technik und Emotion

Die Küche von Génesis Fernández wird immer unverwechselbarer, weil sie nicht laut werden muss, um sich durchzusetzen. Sie arbeitet mit lokalen Produkten, mit einem zeitgenössischen Blick, und lässt Geschmack, Technik und Detail für sich selbst sprechen. In diesem Sinne bleibt El Zarcillo einer sehr kanarischen Vorstellung von Küche treu: Tiefe, Produkt, Erinnerung und eine gewisse Natürlichkeit in der Geste. Und am Tisch zeigt sich das in Gerichten, die eine Verbindung zum Terroir und zur Emotion herstellen.

Höhepunkte der Karte: Von Klassikern bis zu saisonalen Überraschungen

Schon seine Vorspeise in Form von Falafel ist Grund genug, um Platz zu nehmen, denn sie fasst diesen Willen zusammen, zu überraschen, ohne das Gleichgewicht des Hauses zu stören. Hinzu kommt das Brot „Puño de Amaro“ aus Ingenio – eine scheinbar kleine Entscheidung, die jedoch viel darüber aussagt, wie hier die Details gepflegt werden, einschließlich der hausgemachten, handwerklich hergestellten Butter.

Die Karte vereint sehr bekannte Klassiker mit tagesaktuellen Empfehlungen, die einen Besuch rechtfertigen. Noch immer gibt es dort legendäre Stücke wie die „Tortilla de Ibéricos“ (ein Eierkuchen mit iberischen Fleischprodukten), die auf Bestellung zubereitet wird, oder den hausgemachten russischen Salat – zwei Gerichte, die helfen zu verstehen, warum El Zarcillo seine Kundschaft binden konnte, ohne auf einen gewissen gustatorischen Komfort zu verzichten. Aber El Zarcillo lebt nicht nur von Erinnerungen: In diesen Tagen gibt es unvergessliche Gerichte außerhalb der Karte, wie die „Arvejas de Santa Brígida“ (Erbsen aus Santa Brígida) mit Eigelb.

Eine besondere Erwähnung verdient die „Ropa vieja marina“ – ein Gericht aus entsalztem Fisch, das mit einer fast hausgemachten Logik zubereitet wird, als würde es die Erinnerung an die Reste eines Sancochos (traditioneller kanarischer Fischeintopf) aufgreifen, hier jedoch auf ein feines und sehr gelungenes Niveau gehoben. Bei dieser Gelegenheit hebt die Anwesenheit von Aquanaria-Wolfsbarsch das Gericht noch weiter an und positioniert es an dem Punkt, an dem sich Tradition und Technik ohne falsche Bescheidenheit die Hand reichen.

Süßer Abschluss mit Kindheitserinnerungen

Der süße Abschluss hält das Niveau. Die Crème Brûlée ist schmackhaft und gut gemacht, aber es sind die „Huevos moles“ (eine traditionelle kanarische Süßspeise aus Eigelb und Zucker), die einen persönlicheren und emotionaleren Eindruck hinterlassen. Sie holen ein autochthones Dessert zurück, das viele von uns in die Kindheit versetzt. Diese Fähigkeit, die Erinnerung zu aktivieren, ohne in einfache Nostalgie zu verfallen, ist in Wahrheit eine der stärksten Tugenden von El Zarcillo.

Mehr als nur gutes Essen: Der Service als Magie

In einer gastronomischen Szene, die oft von Lärm beherrscht wird, setzt El Zarcillo weiterhin auf etwas Anderes: Beständigkeit, Urteilsvermögen und eine klare Identität – sowohl in der Küche als auch im Service, der mit der gleichen Feinheit, Eleganz und Präsenz arbeitet, die auch die Gerichte ausstrahlen. Fady verbreitet weiterhin Magie mit seinem Lächeln und seinem Gespür für den richtigen Ton. Er ist einer jener Kellner, die – wie Pitu Roca sagt – Glück ausstrahlen, und das erreicht den Gast.

Ein Blick nach vorn: Auf die nächsten 25 Jahre

Nach 25 Jahren steht das Restaurant nicht nur noch, es hat auch weiterhin eine Daseinsberechtigung. Und in dieser stillen Kontinuität liegt auch seine Stärke. Auf die nächsten 25 Jahre! Wenn Sie möchten, können Sie uns auf Instagram, X und TikTok unter dem Nick @javiers_gastro folgen.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link