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Bananenkrise: Erste Rückstellungen des Jahres auf den Kanaren

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Marktentlastung angekündigt

Es war abzusehen und wird nun offiziell bestätigt: In den kommenden beiden Wochen – den Kalenderwochen 34 und 35, den letzten beiden vollen Augustwochen – greift die Vereinigung der Bananenproduzentenorganisationen der Kanaren (Asprocan) zu einem bewährten, aber ungeliebten Mittel. Die Vermarktungskommission des Verbands hat am Freitag beschlossen, die für die kommende Woche zunächst geplante Vermarktungsmenge von 6,43 Millionen Kilo auf 5,8 Millionen Kilo zu reduzieren. Das bedeutet: Es kommt zur ersten sogenannten „Pica“ – also zur ersten geplanten Rückstellung von Bananen – in diesem Jahr.

630.000 Kilo weniger vom Markt

Diesmal werden 630.000 Kilo vom Exportmarkt genommen, das entspricht 9,8 Prozent der ursprünglich von den sechs Produzentenorganisationen festgelegten Menge. Diese Bananen werden nicht auf den Märkten des spanischen Festlands oder in anderen europäischen Ländern landen. Stattdessen werden sie unbrauchbar gemacht – zumindest offiziell. Geplant ist, einen Teil über die Tafel der Lebensmittelbanken für wohltätige Zwecke zu spenden, was im August jedoch äußerst schwierig zu organisieren ist. Zusätzlich soll ein Teil der Früchte ins benachbarte Marokko gehen, ebenfalls Ware aus der Rückstellung. Für beide Maßnahmen ist die Produzentenorganisation Coplaca zuständig, die mit rund 30 Prozent der von den Inseln vermarkteten Menge der wichtigste Akteur auf den Kanaren ist.

Sollte nach diesen Verteilungswegen weiterhin Obst übrig bleiben, bleibt noch die Möglichkeit, es als Tierfutter zu verwenden oder auf andere Weise zu vernichten – beides keine bevorzugten Optionen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 summierte sich die Menge der Rückstellungen auf stattliche 26 Millionen Kilo.

Nächste Woche noch mehr Rückstellungen

Neben der Rücknahme in der Woche vom 17. bis 23. August – davon 6,89 Prozent Pflicht und 2,95 Prozent freiwillig, zusammen eben jene 9,8 Prozent (630.000 Kilo) – steht auch die Folgewoche vom 24. bis 30. August bereits fest. Dort wird die Menge sogar noch größer ausfallen: 800.000 Kilo. Die ursprünglich geplante Vermarktungsmenge von 7,2 Millionen Kilo soll auf 6,4 Millionen reduziert werden. In den kritischen Augustwochen lagen die Verschiffungen übrigens noch nie über sechs Millionen Kilo, meist pendelten sie um 5,6 Millionen.

Zusammen ergeben die beiden geplanten Rückstellungen 1,43 Millionen Kilo. Das entspricht ungefähr den Mengen, die in den vergangenen Wochen auf den Plantagen hängen geblieben sind – Büschel, die nicht geschnitten wurden, um den ohnehin seit Mitte Juli völlig zusammengebrochenen Markt auf dem spanischen Festland nicht zusätzlich zu belasten.

Rückstellungen als Teil der EU-Hilfen

Die geplanten Rückstellungen haben einen entscheidenden Vorteil für die Landwirte: Sie werden im landwirtschaftlichen Jahr 2025-26 verbucht, das am 31. August endet. Dadurch fließen diese Kilo in die Berechnung der sogenannten Posei-Beihilfe der Europäischen Union (EU) ein, die an die Betreiber von Bananenplantagen gezahlt wird: 141,1 Millionen Euro pro Jahr, bei maximal 0,34 Euro pro vermarktetem Kilo – einschließlich der Rückstellungen.

Formal müssen beide Rückstellungen noch vom Landwirtschaftsministerium der Kanarischen Inseln genehmigt werden. Wie üblich dürfte die Behörde das Ansinnen von Asprocan absegnen. Auf Nachfrage dieser Zeitung, wie das Ministerium zu entscheiden gedenkt, lag bis Redaktionsschluss keine Antwort vor.

Preisverfall am Boden: 0,37 Euro pro Kilo

Die Lage bleibt angespannt: Der Erzeugerpreis für Bananen, also der Betrag, den der Landwirt für seine Ware erhält, ist weiterhin im Keller. Laut offiziellen Zahlen des spanischen Landwirtschaftsministeriums lag er in der 32. Kalenderwoche bei 0,37 Euro pro Kilo – und das nur für die besten Qualitäten. Das ist der jüngste verfügbare Wert und scheint den Tiefpunkt erreicht zu haben. Selbst mit der Posei-Beihilfe, die derzeit bei 0,32 Euro pro Kilo liegt, fahren die Plantagenbetreiber Verluste ein.

Zum Vergleich: Die reinen Produktionskosten in der Landwirtschaft liegen zwischen 0,70 und 0,80 Euro pro Kilo. Und nicht jede Frucht erreicht die Qualitätsstufe Extra oder Erste – alles darunter bedeutet noch größere Verluste.

Hoffnung auf Besserung ab September

Ab der zweiten vollständigen Augustwoche rechnet Asprocan damit, in der Woche 36 (1. bis 6. September) wieder 6,7 Millionen Kilo verschiffen zu können – ohne Rückstellungen. Ob das gelingt, hängt entscheidend davon ab, ob die Nachfrage auf dem Festland anzieht. Mit dem Ende der Hauptreisezeit kehren die Verbraucher zurück, und der Handel mit kanarischen Bananen könnte sich beleben. Eine straffe Angebotsmenge könnte dann endlich den erhofften Stimmungsumschwung bei den Großhandelspreisen bringen – jene Preise, die den örtlichen Bananenbauern nach Abzug der Vermarktungskosten tatsächlich ausgezahlt werden.

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