Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Schlechte Nachrichten für die Kanarische Banane
Für die Kanarische Banane (Plátano de Canarias) reihen sich die schlechten Nachrichten derzeit aneinander. Nicht genug, dass die Durchschnittspreise, die den lokalen Landwirten für ihre Verkäufe in den Sommermonaten gezahlt werden, von den Erzeugern als ruinös bezeichnet werden. Nun bestätigt sich auch noch eine weitere Befürchtung: Die Banane erobert weiterhin Marktanteile auf dem wichtigsten Absatzmarkt der heimischen Frucht – dem spanischen Festland und den Balearen, wohin rund 90 Prozent der gesamten Produktion exportiert werden. Die offizielle Bestätigung dieser Entwicklung kommt für die Erzeuger zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Preise unter den Produktionskosten
Derzeit durchleben die einheimischen Landwirte eine äußerst schwierige Phase. Die Abrechnungen für den Produzenten liegen voraussichtlich bei nur etwa 0,37 Euro pro Kilo – und das ausschließlich für die Qualitätsstufe „Extra“. Gleichzeitig werden die Produktionskosten in der Landwirtschaft auf 0,70 bis 0,80 Euro pro Kilo geschätzt und könnten sogar noch weiter steigen. Selbst die Beihilfen im Rahmen des Posei-Programms (derzeit 0,32 Euro pro Kilo) können die enorme Kluft zwischen Kosten und Erlösen nicht schließen, sodass für die Bauern keinerlei Rentabilität mehr bleibt. Inmitten dieser ohnehin schon prekären Lage wirken die neuesten offiziellen Statistiken, die eine immer größere Marktdurchdringung der Import-Banane in Spanien belegen, wie ein Schlag ins Gesicht. Für die Erzeuger ist die Stimmung entsprechend am Boden.
Überraschend kommt diese Entwicklung allerdings nicht, folgt sie doch dem Trend der letzten Jahre. Doch die Sorge unter den lokalen Erzeugern ist enorm, und das aus gutem Grund. Laut den aktuellen Daten der Generaldirektion Zoll, einer Behörde der spanischen Zentralregierung, verdrängt die Banane die heimische Frucht auf dem spanischen Festland weiter. Importierte Ware aus Drittländern, vor allem aus Lateinamerika und Teilen Afrikas, kontrolliert mittlerweile zwischen 54 und 64 Prozent des Festlandmarktes.
Import-Banane legt deutlich zu
Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 sind eindeutig: Die in Spanien vermarktete Banane (die Kanaren selbst bleiben aufgrund von Pflanzenschutzbestimmungen von diesen Importen verschont) erreichte bis Juni insgesamt 241.582 Tonnen. Das sind 30.541 Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum, was einem satten Anstieg von 14,5 Prozent entspricht. Die Kanarische Banane hingegen konnte im selben Zeitraum 178.689 Tonnen platzieren. Zwar ist das eine Steigerung um 9,15 Prozent und fast 15.000 Tonnen mehr als im Vorjahr, doch dieser Zuwachs ist viel zu schwach, um nicht erneut Marktanteile an die Konkurrenz zu verlieren. Der Anteil der Kanarischen Banane an ihrem fast einzigen Außenmarkt schwankte dementsprechend nur noch zwischen 36 und 46 Prozent – ein herber Rückschlag und das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen mit diesen Quellen.
Vom Monopol zum Verdrängungswettbewerb
Die Entwicklung ist besonders bitter, wenn man die Historie betrachtet. Bis zum vollen Beitritt Spaniens zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der heutigen EU, besaßen die Kanarischen Inseln eine Art Monopolstellung auf dem nationalen Markt. Erst mit der Gründung der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) für Bananen im Jahr 1993 und deren späterer Auflösung ab 2006 – als die Frucht in das heutige Posei-Programm integriert wurde – änderte sich die Lage. Die Kanarische Banane erhält daraus eine exklusive Gesamtbeihilfe von 141,1 Millionen Euro. Noch vor wenigen Jahren deckte die Kanarische Banane üblicherweise etwa 70 bis 75 Prozent des Angebots dieser Frucht im spanischen Markt.
Deutlicher Rückgang bei Produktion und Vermarktung
Hinzu kommt ein klarer Abwärtstrend bei der Produktionsmenge. 2023 wurde mit 440 Millionen Kilo (440.000 Tonnen) zwar ein historischer Rekord erzielt, allerdings bei extrem niedrigen Preisen – einer der schlechtesten Jahrgänge der jüngeren Geschichte. Im Jahr 2024 fiel die vermarktete Menge auf 425 Millionen Kilo, ein als normal erachteter Wert. 2025 sank die Menge erneut auf 375 Millionen Kilo. Zwar war die Kampagne 2025 nicht durchweg schlecht, aber nur noch wenige Jahre ähneln den guten oder sogar sehr guten Jahren 2021 (dem Jahr des Vulkanausbruchs auf La Palma) und 2022, das von fast allen Seiten als exzellent bezeichnet wurde.
Vernichtungsaktionen zur Marktentlastung
Zu all diesen Hiobsbotschaften gesellt sich nun eine weitere Maßnahme, die wie ein Eingeständnis der Krise wirkt: Die Erzeugerorganisation Asprocan hat, mit Genehmigung der Landwirtschaftsbehörde, beschlossen, die vermarktete Menge drastisch zu reduzieren. In der aktuellen 34. Kalenderwoche werden 630.000 Kilo Ware vernichtet. In der 35. Woche, der letzten vollständigen Augustwoche, sollen weitere 800.000 Kilo eingestampft werden, was eine Gesamtmenge von 1,43 Millionen Kilo ergäbe. Allerdings wurde die endgültige Vernichtungsorder für die 35. Woche, die am Freitag beschlossen wurde, auf 700.000 Kilo reduziert, da die geplante Verschiffungsmenge von 6,4 auf 6,5 Millionen Kilo angehoben wurde. Es sind die ersten beiden wöchentlichen Vernichtungsaktionen in diesem Wirtschaftsjahr. Dieses Mittel, um das Angebot bei katastrophalen Erzeugerpreisen zu verknappen, wurde bereits 2023 (und in anderen Jahren) extensiv genutzt, damals wurden insgesamt 26 Millionen Kilo vernichtet.
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