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Casa Egón: Die älteste Konditorei der Kanaren in La Orotava

Wie ein Krieg eine der berühmtesten Konditoreien der Kanaren hervorbrachte

Die Geschichte der ältesten Konditorei der Kanarischen Inseln beginnt nicht mit einer ausgeklügelten Geschäftsstrategie oder einem gastronomischen Trend. Sie beginnt mit einem Krieg, einer unerwarteten Reise und einem jungen deutschen Konditor, der auf Teneriffa schließlich seine endgültige Heimat fand. Mehr als ein Jahrhundert später, im Jahr 2026, stellt Casa Egón in der Gemeinde La Orotava noch immer Süßspeisen nach Rezepten her, die seit 1916 von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Von Deutschland nach Teneriffa: Die Geburtsstunde einer Legende

Der Ursprung von Casa Egón reicht bis ins Jahr 1914 zurück. Damals legte der junge deutsche Konditor Egon Alfred Wende Bard während einer Reise einen Zwischenstopp auf den Kanaren ein. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs änderte seine Pläne von Grund auf. Da eine Rückkehr in seine Heimat unmöglich wurde, ließ er sich auf Teneriffa nieder. Er beantragte politisches Asyl und beschloss, auf der Insel ein neues Leben zu beginnen. Dieses Geschäft ist inzwischen durch vier Generationen der Familie gegangen und zieht bis heute Einheimische und Touristen gleichermaßen an, die in seinen Räumen ein Stück lebendige Geschichte entdecken.

Vier Generationen und ein ungebrochener Geist

Die Urenkel des Gründers leiten Casa Egón heute. Der Betrieb hat die Konditoreitradition mit jahrhundertealten Rezepten bewahrt, gleichzeitig aber auch neue Kreationen ins Sortiment aufgenommen, die die Besucher immer wieder überraschen. Was als kleine familiäre Backstube begann, hat sich zu einem kulturellen und gastronomischen Symbol Teneriffas entwickelt – ein Ort, der die Essenz der europäischen Feinbäckerei bewahrt und an den kanarischen Gaumen anpasst. Heute beherbergt ein Teil des Lokals auch ein Restaurant, in dem ein eigener Wein ausgeschenkt wird.

Ein sozialer Medien-Besuch weckt neues Interesse

Casa Egón erlebt derzeit eine Wiederentdeckung durch ein neues Publikum. Grund dafür ist der Besuch der Content-Creatorin Corina (@Corina2G), die ihre Erfahrungen in den sozialen Medien teilte, nachdem sie einige der traditionsreichsten Produkte des Hauses probiert hatte. Die gebürtige Madrilenierin bestellte eine Auswahl, die die berühmten Aprikosen-Millefeuilles, die glasierte Rosca (ein Hefegebäck), ein mit Pistazien gefülltes Blätterteiggebäck und die klassischen Mandelsüßigkeiten umfasste. „Diese Teilchen waren der Hammer“, schwärmte sie – und das nicht nur wegen des „brutal“ guten Geschmacks, sondern auch wegen der üppigen Portionen. Zudem sind die Preise erschwinglich, was ebenfalls die Aufmerksamkeit all jener erregt, die auf einen Besuch vorbeischauen.

Ein Ort wie aus einer vergangenen Zeit

Casa Egón hat die Atmosphäre der Konditoreien von einst bewahrt: Holzvitrinen, ein familiäres Ambiente und das Gefühl, einen Ort zu betreten, an dem jedes Gebäck eine hundertjährige Geschichte erzählt. Das Geschäft befindet sich in der Calle León Nr. 5 in La Orotava, an einem schmalen Hang, der täglich von all jenen begangen wird, die auf der Suche nach einem guten Dessert oder einem süßen Snack für zwischendurch sind. Mehr als hundert Jahre nach seiner Gründung ist Casa Egón nicht nur eine Konditorei: Es ist ein Treffpunkt und ein Pflichtbesuch in La Orotava, wo sich Tradition, Geschichte und Geschmack in jedem Bissen vereinen.

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