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Kanaren fordern Masterplan gegen Abwasser-Notstand

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Umweltverbände schlagen Alarm: Kanaren müssen Abwasserprobleme endlich lösen

Der Kanarische Wirtschaftsverband der Umweltgutachter (AECCM) hat die Regionalregierung eindringlich aufgefordert, einen Masterplan für die Sanierung der Abwasserinfrastruktur vorzulegen. Ziel müsse es sein, die anhaltenden Abwassereinleitungen in die Meere zu stoppen, das Grundwasser zu schützen, teure EU-Strafzahlungen abzuwenden und die Küsten der Inseln nachhaltig zu bewahren.

Die Warnung der Regionalregierung, die strengeren EU-Vorgaben zur Abwasserbehandlung kaum erfüllen zu können, müsse nun als Weckruf für eine grundlegende Lösung des strukturellen Problems dienen, so der Verband in einer aktuellen Stellungnahme. Ein solcher Plan müsse konkrete Maßnahmen, einen verbindlichen Zeitplan, klare Verantwortlichkeiten und eine gesicherte Finanzierung enthalten.

Jahrzehntelange Versäumnisse und ein Flickenteppich an Projekten

Ohne ein solches Konzept drohe eine Fortsetzung des Musters der vergangenen Jahrzehnte: isolierte Einzelmaßnahmen, jahrelang verzögerte Projekte, unfertige Bauwerke, Ortsteile ohne Kanalanschluss, Verstöße gegen EU-Recht und anhaltende Verschmutzung von Meer und Untergrund. Die milliardenschweren Sanktionen aus Brüssel seien sonst kaum abwendbar.

Die neue EU-Richtlinie 2024/3019 verschärft die Anforderungen erheblich – so müssen künftig auch kleinere Ortschaften an moderne Kläranlagen angeschlossen werden und strengere Reinigungsstandards einhalten. Die Kanaren haben zwar bereits Sonderfristen und die Anerkennung ihrer besonderen Lage als äußerste Randregion der EU beantragt. Doch der Verband macht deutlich: „Mehr Zeit zu fordern ist legitim, reicht aber nicht aus.“ Die Inseln müssten Brüssel und Madrid gegenüber beweisen, dass sie die Probleme ernsthaft lösen wollen – mit einem glaubwürdigen Umsetzungskonzept, das zeigt, was gebaut wird, was es kostet, wer es verantwortet und wann es fertig ist.

Kleinere Lösungen statt Prestigeprojekte: Systeme nach Inselmaßstab

Die Planung solle sich laut AECCM verstärkt an urbanen Ballungsräumen und überregionalen Verbundsystemen orientieren – ähnlich den Ansätzen, die der Insel-Wasserverband von Teneriffa bereits verfolgt. Auf Inseln sei es nicht immer sinnvoll, für jede Gemeinde ein eigenes, teures Klärwerk zu bauen oder die Abwässer durch aufwendige Hauptsammler und Pumpstationen über weite Strecken zu transportieren. „Jede Agglomeration muss für sich prüfen, welche Lösung am wirtschaftlichsten und effizientesten ist: ob überörtlich, gemeindeübergreifend oder dezentral“, erläutert der Verband unter Vorsitz von Juan Romeu. Auf diese Weise ließen sich Investitionskosten sowie Energie- und Betriebskosten senken, doppelte Infrastruktur vermeiden und die Zahl der Einleitpunkte verringern.

Vom Abfallprodukt zur wertvollen Ressource: Wasserrecycling muss Pflicht werden

Darüber hinaus dürfe eine zweite Chance nicht ungenutzt bleiben: Aufbereitetes Abwasser müsse als Ressource betrachtet und in die Planung neuer Kläranlagen integriert werden. „In einer Region wie den Kanarischen Inseln, die unter wachsendem Wasserstress leidet, ist es kaum zu rechtfertigen, gereinigtes Wasser weiterhin nur als lästigen Abfall zu behandeln, den es zu entsorgen gilt“, so die Experten. Reinigung und Wiederverwendung müssten als eine einzige Strategie gedacht werden: „Regeneriertes Wasser kann die Nachfrage aus Landwirtschaft, Tourismus, Haushalten, Industrie und Umwelt decken und so den Druck auf die herkömmlichen Wasserquellen erheblich mindern.“

Ohne Kanalnetz kein Klärwerk: Aufruf zu einem verbindlichen Bauplan

Der Verband erinnert zudem daran, dass eine effektive Reinigung ohne ein intaktes Kanalnetz nicht funktionieren kann. „Zuerst müssen alle Ortsteile erfasst werden, die keinen ausreichenden Anschluss an die Kanalisation oder keine wirksame Verbindung zu den Behandlungsanlagen haben.“ Erst danach ließen sich für jede Agglomeration der notwendige Infrastrukturbedarf und dessen Dringlichkeit bestimmen. „Es nützt nichts, neue Klärwerke anzukündigen, wenn das Abwasser aus den Wohngebieten dort nie ankommt.“

Für jede einzelne Baumaßnahme fordert der Verband ein detailliertes Finanzierungsblatt – mit Budget, verantwortlicher Verwaltung, verfügbaren Mitteln sowie einem verbindlichen Zeitplan für Ausschreibung, Bau und Inbetriebnahme. „Das Problem der Kanaren ist nicht nur der Mangel an Wissen, welche Anlagen benötigt werden. Das eigentliche Problem ist, dass Projekte überhaupt gebaut und in Betrieb genommen werden“, heißt es weiter. „Seit zu langer Zeit sammeln sich auf den Inseln Pläne, Entwürfe und unerfüllte Versprechen an, während weiterhin Verschmutzung und Badeverbote den Alltag bestimmen und das Grundwasser gefährdet bleibt.“

Ein Plan, der keine Wünsche offen lässt

Der AECCM fordert die Regierung daher auf, die Anpassung an die neue EU-Richtlinie zu nutzen, um endlich einen verbindlichen „Kanarischen Plan für Abwasserbeseitigung, Reinigung und Wiederverwendung“ auf den Weg zu bringen. Dieser müsse eng mit den Inselverwaltungen und Gemeinden abgestimmt werden. Die Botschaft des Verbandes ist eindeutig: „Die Kanaren brauchen keine weitere Liste von unerledigten Bauvorhaben. Sie brauchen einen Plan, um diese Vorhaben endlich umzusetzen.“

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