weinlese teneriffa hoffnung nach duerrejahren

Weinlese auf Teneriffa: Hoffnung nach Dürrejahren

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Aufatmen in den Weinbergen: Die Dürre ist erstmal vergessen

Nach mehreren Jahren der Trockenheit, verlassenen Ländereien und enttäuschenden Ernten zeichnet sich in diesem Sommer eine Wende ab. In der Bodega El Rebusco in Candelaria sind die ersten Trauben der Weinlese bereits eingebracht – und die Perspektiven sind deutlich besser als im Vorjahr. Zwar steht der wichtigste Abschnitt der Ernte noch bevor, doch Javier Luaces und Deborah Díaz, das Winzerpaar hinter dem Projekt, blicken wieder mit Hoffnung auf ihre Parzellen. Sie hoffen, die Produktion zu steigern und damit einen Anbau zu sichern, der im Valle de Güímar jährlich an Boden verliert.

Diese Erholung scheint kein Einzelfall zu sein. Narvay Quintero, der Landwirtschaftsminister der Kanarischen Regierung, zeigte sich bei einem Besuch in El Rebusco zuversichtlich für die gesamte Weinwirtschaft der Inseln. Er prognostiziert eine „Verdopplung der Produktionsmenge“ im Vergleich zu den vergangenen Kampagnen. Grund für die positive Entwicklung sind die ergiebigen Regenfälle im ersten Halbjahr, die die langanhaltende Trockenheit der Vorjahre beendeten.

Extreme Hitze: Ein neues Risiko für die Reben

Trotz der guten Aussichten warnt der Minister vor den aktuellen Wetterbedingungen. Die „extreme und anhaltende Hitze“ der Sommermonate könne der Weinlese schaden, so Quintero. Obwohl die Rebe früher als Trockenkultur galt, die kaum Bewässerung benötigte, haben der Klimawandel und die gestiegenen Temperaturen die Winzer gezwungen, sich anzupassen. „Wir müssen uns daran gewöhnen, Unterstützungs-Bewässerungssysteme zu garantieren, um keine Hektar Weinberg zu verlieren“, erklärt der Minister.

Reblaus unter Kontrolle, Strukturprobleme bleiben

Die Erholung der Ernte löst jedoch nicht alle Probleme des Sektors. Die Reblaus, die im Vorjahr zu strengen Beschränkungen beim Transport von Trauben und Pflanzenmaterial auf Teneriffa führte, hatte die ohnehin schwierige Kampagne zusätzlich belastet. Ein Jahr später zeigt sich Quintero entspannt: Die Situation sei unter Kontrolle und die Beschränkungen dank eines Ausrottungsplans gelockert worden. „Alle Herde sind kontrolliert und eliminiert“, versicherte der Minister. Mehr als 12.000 Inspektionen seien auf den gesamten Kanaren durchgeführt worden, neue Ausbrüche außerhalb der Sperrzone habe es nicht gegeben.

Neben der Schädlingsbekämpfung bleibt die strukturelle Krise eine große Herausforderung: Immer mehr Weinberge werden aufgegeben, es fehlt an Nachwuchs. Viele Winzer sind in die Jahre gekommen, und die Wirtschaftlichkeit der oft kleinen Betriebe ist schwer zu erreichen. „Heutzutage muss ein Weingut professionell geführt werden und wirtschaftliche Gewinne abwerfen, um die Kosten zu decken und den Eigentümern ein Einkommen zu sichern“, betonte Quintero. Er sieht gerade in El Rebusco ein Vorbild für den notwendigen Wandel, bei dem das Weingut nach schwierigen Jahren auf Diversifizierung und Weintourismus setzt.

Ein Projekt mit Geduld: Vom Merlot zur Moscatel

Die Finca El Rebusco liegt in den mittleren Höhenlagen von Candelaria, wo die Reben mit den typischen Bedingungen im Südosten Teneriffas kämpfen: hohe Temperaturen, wenig Regen und ständiger Wind. Javier Luaces und Déborah Díaz, beide in der Weinbau-Region ausgebildet und seit ihrer Kindheit mit der Landwirtschaft verbunden, haben die Rekonvertierung des Familienbetriebs zu ihrem Lebensprojekt gemacht. Zunächst setzten sie auf Merlot-Reben, die gute Ergebnisse lieferten, bis das Paar beschloss, sie zu roden und durch Moscatel zu ersetzen.

Die neue Bepflanzung entpuppte sich jedoch als schwierig. „Die Moscatel ist eine sehr kapriziöse Sorte, die bricht, wo und wann sie will“, erinnert sich Javier Luaces. Nach einer ersten Pflanzung mit hohen Ausfällen und Problemen mit Nematoden im Boden, musste der Boden saniert und neu bepflanzt werden. Ein harter Rückschlag, doch die beiden ließen sich nicht entmutigen. Seit 2019 investieren sie kontinuierlich in die Finca, die noch lange nicht ihr volles Potenzial entfaltet. In diesem Jahr konnten sie erstmals wieder Trauben von diesen Reben ernten – wenn auch nur 600 Kilo, verglichen mit den fast 5.000 Kilo, die die Parzelle bei voller Entwicklung liefern könnte.

„Wir haben seitdem hier Unmengen an Geld vergraben, um diese Finca voranzubringen“, erklärt Díaz. Die Geduld zahlt sich nun langsam aus: Für das nächste Jahr sind mindestens 1.000 Kilo geplant, und in ein paar Jahren soll das Ziel von 5.000 Kilo erreicht werden.

Mehr als Wein: Diversifizierung und Unterwasser-Ausbau

Die kleine Finca ist nur ein Teil eines größeren Projekts. Seit sieben Jahren bieten die Besitzer Führungen durch die Bodega an und organisieren Erlebnisse rund um die Landwirtschaft und die Traditionen der Region. El Rebusco arbeitet mit Parzellen in den mittleren Lagen von Candelaria, Arafo und Güímar zusammen, auf denen verschiedene Rebsorten in unterschiedlichen Höhenlagen wachsen. Der Schwerpunkt liegt auf Weißweinen, aber auch Rot- und Roséweine werden produziert. Schon bald soll das Sortiment um Olivenöl erweitert werden.

Ein besonders innovatives Projekt ist die Unterwasser-Reifung: Eine Anlage in 18 Metern Tiefe mit Platz für 5.000 Flaschen nutzt die natürlichen Bedingungen von Temperatur, Druck, Feuchtigkeit und Meeresströmungen zur Verfeinerung des Weins. Für Javier Luaces und Déborah Díaz haben die ersten 600 Kilo dieser Ernte eine besondere Bedeutung. Nach Jahren voller Arbeit und mehrfacher Neubepflanzung gleicht ihre Parzelle endlich dem Weinberg, den sie sich immer vorgestellt haben.

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