Massiver Besucheransturm am Teide erwartet
Der Inselrat von Teneriffa (Cabildo) bereitet sich auf ein außergewöhnliches Wochenende vor: Am 12. und 13. August werden Tausende Besucher im Nationalpark El Teide und der umliegenden Waldkrone (corona forestal) erwartet. Der Grund ist ein doppeltes Himmelsspektakel – die Perseiden erreichen ihren Höhepunkt, und zeitgleich findet am 12. August eine totale Sonnenfinsternis statt. Um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und gleichzeitig eines der sensibelsten Naturgebiete der Insel zu schützen, aktiviert der Cabildo ein spezielles Verkehrslenkungssystem.
Vier Kontrollpunkte, klare Regeln
Wie die Inselrätin für Natur und Umwelt, Blanca Pérez, mitteilte, wird die Verkehrsregelung an beiden Tagen jeweils von 17:00 Uhr bis 05:00 Uhr des Folgetages aktiv sein. Ein dynamisches Zugangskontrollsystem wird dabei im gesamten Nationalpark eingerichtet. Konkret bedeutet das: Vier Kontrollpunkte regulieren den Fahrzeugverkehr an den wichtigsten Zufahrtsstraßen: La Orotava (TF-21), La Esperanza (TF-24), Chío (TF-38) und Vilaflor (TF-21). Zusätzlich werden an diesen Orten sowie in Arafo Informationspunkte eingerichtet, an denen Autofahrer über die Einschränkungen aufgeklärt und über alternative Routen informiert werden, noch bevor sie die Kontrollen erreichen.
Lehren aus den Vorjahren
Der Inselrat für Straßen, Dámaso Arteaga, erinnerte an die turbulenten Nächte früherer Perseiden-Editionen: Über 2.000 Fahrzeuge drängten sich damals gleichzeitig im Nationalpark, was zu Verkehrschaos, wildem Parken auf der Fahrbahn und gefährlichen Situationen für Fußgänger führte. Im Ernstfall, etwa bei einem Waldbrand, wäre eine schnelle Evakuierung unmöglich gewesen. „Die neue Regelung soll genau das verhindern“, so Arteaga. Die Ziele sind klar: Sicherheit garantieren, die natürlichen Werte des Nationalparks bewahren, Verkehrskollapse vermeiden und im Notfall eine zügige Räumung ermöglichen.
Wer darf fahren, wer nicht?
Während der Sperrzeit ist die Zufahrt für den allgemeinen Privatverkehr tabu. Eine Ausnahme gilt ausschließlich für:
- Fahrzeuge des Gütertransports
- Den regulären öffentlichen Nahverkehr (Guaguas)
- Busse und Reisebusse mit mehr als neun Sitzplätzen
- Einsatz- und Rettungsfahrzeuge sowie Fahrzeuge der wesentlichen öffentlichen Dienste
- Autorisiertes Personal, das im Nationalpark und in der Waldkrone arbeitet
- Gäste mit Übernachtung in Unterkünften innerhalb des Parks
Bus-Shuttle als Alternative
Für alle anderen Besucher hat sich die Inselverwaltung etwas einfallen lassen: Die Verkehrsgesellschaft Titsa richtet an beiden Nächten einen außergewöhnlichen Bus-Service ein. Zwischen 19:30 und 02:30 Uhr fahren Shuttle-Busse von La Orotava (TF-21), La Esperanza (TF-24) und Vilaflor (TF-21) in den Nationalpark. Damit soll der Zugang zum Himmelsspektakel für alle ermöglicht werden, die kein eigenes Fahrzeug nutzen können oder wollen.
Großaufgebot an Sicherheitskräften
Das Sicherheitskonzept ist beeindruckend: Zahlreiche Einheiten sind an dem Einsatz beteiligt, darunter die Straßenbehörde, die Nationalpark-Verwaltung, Sicherheits- und Zivilschutzbeamte, die Feuerwehr-Einsatzgruppe, die Guardia Civil, die örtliche Polizei, die Autonome Polizei, das Rote Kreuz, der Feuerwehrverband, die Rettungsgruppe GES, die Notrufzentrale 112, Titsa sowie mehrere Gemeindeverwaltungen. Die Koordination übernimmt das Verkehrsinformationszentrum CECOPIN.
Der Cabildo betont ausdrücklich, dass es sich nicht um eine vollständige Straßensperrung handelt, sondern um eine zeitlich befristete und dynamische Regulierung der Zufahrten. Ziel ist es, die Sicherheit der Menschen und den Schutz des einmaligen Naturraums während dieser beiden erlebnisreichen Nächte zu gewährleisten, in denen mit einem Massenansturm gerechnet wird.
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