Rekordjahr 2025: Fast 14 Millionen Passagiere am Flughafen Teneriffa Süd
Der Flughafen Teneriffa Süd steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte: Die Anlagen müssen an ein stetig wachsendes Passagieraufkommen angepasst werden. Das Jahr 2025 schloss die Infrastruktur mit einem Rekord von 13.969.678 Reisenden ab – ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Flugbewegungen erreichte mit 92.309 Starts und Landungen einen historischen Höchststand.
Zweiter Platz im Inselvergleich, aber internationale Spitze
Damit behauptet Teneriffa Süd seine Position als zweitgrößter Flughafen der Kanaren – nur Gran Canaria liegt noch vor ihm. Doch seine Bedeutung reicht weit über das Flughafengelände hinaus. Der Standort in Granadilla de Abona, mitten im Herzen der wichtigsten Touristengebiete Teneriffas, fungiert als eines der Haupttore für ausländische Besucher auf die Insel. Das anhaltende Wachstum hat nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung gestärkt, sondern auch den Druck auf das Terminal und sämtliche Abläufe erhöht.
Briten und Deutsche dominieren das Fluggeschehen
Eine Besonderheit des Flughafens ist das enorme Gewicht internationaler Verbindungen. Laut der Betreibergesellschaft Aena bietet Teneriffa Süd über hundert Destinationen an, wobei der Verkehr überwiegend international ist. Allein Großbritannien und Deutschland vereinen mehr als die Hälfte des gesamten Passagieraufkommens auf sich. Besonders stark vertreten sind Routen von britischen Flughäfen wie Manchester, Gatwick, Stansted, Birmingham und Bristol. Diese starke Abhängigkeit vom internationalen Markt ist eine direkte Folge des Tourismusmodells im Süden Teneriffas.
Nur eine Start- und Landebahn für alle Flüge
Die hohe Nachfrage nach Flugplätzen sorgt das ganze Jahr über für intensive Aktivität, die sich auf bestimmte Tageszeiten konzentriert. Das Problem liegt also nicht allein in der jährlichen Passagierzahl. Die Kapazität eines Flughafens hängt auch davon ab, wie die Flüge über den Tag verteilt sind, wie viele Parkpositionen für Flugzeuge zur Verfügung stehen und wie effizient die Kontrollen, der Check-in, das Boarding, die Gepäckausgabe und die übrigen Prozesse im Terminal funktionieren. Entgegen der Vermutung, die durch die Bezeichnungen 07 und 25 aufkommen könnte, verfügt der Flughafen nicht über zwei unabhängige Startbahnen. Teneriffa Süd besitzt eine einzige 3.200 Meter lange und 45 Meter breite Piste, die je nach Start- und Landerichtung als 07 oder 25 bezeichnet wird. Alle Flugbewegungen müssen diese eine Bahn nutzen – die beiden Nummern bezeichnen lediglich die entgegengesetzten Enden, nicht zwei parallel nutzbare Pisten.
Von der Eröffnung 1978 zum Millionen-Drehkreuz
Die Piste bewältigt den aktuellen Verkehr zwar, doch die Konzentration aller Bewegungen auf eine einzige Fläche verringert den Spielraum, wenn viele Starts und Landungen zeitgleich stattfinden, Störungen auftreten oder das Wetter eine Änderung der geplanten Abfolge erzwingt. Eröffnet wurde der Flughafen am 6. November 1978 – bereits im ersten Betriebsjahr passierten mehr als eine Million Passagiere das Terminal. Fast ein halbes Jahrhundert später nähert sich Teneriffa Süd der Marke von 14 Millionen jährlichen Reisenden und zählt zu den verkehrsreichsten Flughäfen im gesamten Aena-Netz. Allein zwischen 2024 und 2025 stieg die Passagierzahl von 13.740.411 auf 13.969.678.
553 Millionen Euro für die Zukunft: Das ist geplant
Der Druck beschränkt sich nicht auf Starts und Landungen. Die Gesamtkapazität hängt auch von der Terminalfläche, den Check-in- und Boarding-Bereichen, der Gepäckausgabe, den Grenzkontrollen, den Flugzeugabstellplätzen und der Anbindung an das Straßennetz ab. Aena hat den Flughafen in die Liste der Standorte aufgenommen, die im kommenden Regulierungszeitraum die größten Investitionen erhalten sollen. Der Vorschlag für das DORA-III-Programm (2027-2031) sieht für Teneriffa Süd Gesamtinvestitionen von 553,6 Millionen Euro vor – ein gewaltiger Sprung gegenüber den 68,9 Millionen Euro, die im Fünfjahreszeitraum 2022-2026 geflossen sind.
Komplettumbau des Terminals steht bevor
Das Kernprojekt ist die grundlegende Neugestaltung des Terminalbereichs. Ziel ist es, die Kapazität zu erhöhen: durch die Vergrößerung der Flächen, die Neuordnung der Betriebsabläufe, den Einsatz neuer Technologien und die architektonische Integration der verschiedenen Gebäudebereiche. Auch die Parkplätze und die Anbindung an andere Verkehrsmittel sollen verbessert werden. Die wichtigsten Arbeiten beginnen im Zeitraum 2027-2031, allerdings wird sich die vollständige Transformation aufgrund ihres Umfangs bis in den darauffolgenden Investitionszyklus erstrecken.
Herausforderung für die gesamte Inselwirtschaft
Der Ausbau ist für eine Inselregion wie Teneriffa von besonderer Bedeutung, deren Anbindung an die Außenwelt maßgeblich vom Luftverkehr abhängt. Der Flughafen trägt einen Großteil der touristischen Mobilität im Süden Teneriffas, und sein Betrieb wirkt sich direkt auf Hotels, Geschäfte, Restaurants, Transportunternehmen, Autovermietungen und Freizeitaktivitäten aus. Die Herausforderung besteht nun darin, die Anlagen an das erwartete Passagieraufkommen anzupassen, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen. Die Modernisierung muss es dem Flughafen ermöglichen, das künftige Wachstum zu bewältigen, den Druck in den Spitzenzeiten zu reduzieren und die Durchlaufzeiten der Passagiere vom Eintreffen im Terminal bis zum Boarding oder der Gepäckausgabe zu verkürzen.
Teneriffa Süd wird auch in Zukunft eines der wichtigsten Einfallstore zu den Kanarischen Inseln bleiben. Seine weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die geplanten Investitionen mit dem Verkehrswachstum Schritt halten und das Gleichgewicht zwischen touristischem Wachstum, der Anbindung der Insel und der tatsächlichen Kapazität der Infrastruktur gewahrt bleibt.
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