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Bauen in Rekordzeit: Die Zukunft der Wohnungen auf den Kanaren

Industrialisiertes Bauen auf den Kanaren: Ein neuer Weg aus der Wohnungskrise

Die Baukrise auf den Kanarischen Inseln erreicht neue Höhen – doch die Lösung könnte in einer radikalen Veränderung der Baubranche liegen. Am Dienstag, den 28. Juli 2026, wurde in einer gemeinsamen Veranstaltung die neue „Oficina Técnica de Construcción Industrializada“ (OTCI) vorgestellt – eine technische Beratungsstelle für industrialisiertes Bauen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Finanzwesen waren sich einig: Die Vorfertigung von Gebäudeteilen in Fabriken statt auf der Baustelle könnte die Bauzeiten drastisch verkürzen und die dringend benötigte Wohnraumoffensive beschleunigen.

Politik gibt den Takt vor: Öffentliche Aufträge als Hebel

Felipe Afonso, stellvertretender Minister für Industrie, Handel und Verbraucherschutz der Kanarischen Regierung, machte unmissverständlich klar: „Wenn die Kanaren beim industrialisierten Bauen vorne mit dabei sein wollen, muss die Verwaltung selbst mit gutem Beispiel vorangehen und dies über die öffentliche Auftragsvergabe fördern.“ Er betonte, dass die jüngste Gesetzesänderung nun Umweltkriterien in öffentlichen Ausschreibungen verankert habe. So werde unter anderem der geringere CO2-Fußabdruck von Bauprojekten bewertet – ein Kriterium, das nicht nur die Nachhaltigkeit fördere, sondern auch die heimische Produktion und die Industrie der Inseln stärke.

Die Wirtschaft zieht mit: Effizienz, Innovation und Fachkräfte

Die Unternehmen auf den Kanaren sehen im industrialisierten Bauen eine große Chance. Die Botschaft war eindeutig: Dieses Modell mache die Branche wettbewerbsfähiger und ermögliche es, schneller auf die immense Wohnungsnachfrage zu reagieren. José Miguel Guillén, Geschäftsführer von Cercasa Canarias, beschrieb es treffend: „Das ist nicht nur eine Art zu bauen – das ist eine Art zu innovieren, Technologie einzuführen, Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen und qualifizierte Arbeitsplätze zu generieren.“ Für ihn ist dies der Schlüssel, um die „große Herausforderung“ der Wohnungskrise zu meistern.

Die Bankenbremse: Wenn die Finanzierung nicht mitkommt

Doch so vielversprechend die neue Bauweise auch klingt – sie bringt auch Hürden mit sich. Vor allem die Banken stehen vor einem Problem. Esther Clemente, Direktorin für Unternehmenskunden bei Cajasiete, erklärte offen, dass die traditionellen Finanzierungsmechanismen noch nicht auf die Besonderheiten des industrialisierten Bauens ausgelegt seien. „Wir stellen fest, dass die Module, die noch in der Fabrik gefertigt werden, von den bisherigen Bewertungssystemen nicht erfasst werden“, so Clemente. Das erschwere die Finanzierung in den frühen Phasen eines Projekts, wenn ein großer Teil der Elemente noch nicht auf dem Grundstück montiert ist.

Anpassung ist der Schlüssel: Banken gehen neue Wege

Trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten zeigte sich Clemente zuversichtlich. Die Cajasiete arbeite bereits „Hand in Hand mit allen Beteiligten“ daran, die Bewertungsmethoden und die Auszahlungssysteme für Kredite zu standardisieren und an den Fertigungsrhythmus der Bauteile anzupassen. Ihr klares Statement: „Wir passen uns an jedes Projekt an – das Projekt passt sich nicht an uns an.“ Dieses Bekenntnis zur Flexibilität ist ein starkes Signal für die Baubranche, die auf diesen Rückenwind aus der Finanzwelt dringend angewiesen ist.

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