An Bord eines Linienfluges auf der Strecke von Madrid nach Brasilien kam es zu dramatischen Minuten. Die Besatzung beantragte eine Notlandung auf den Kanarischen Inseln, um eine Passagierin mit akuten Symptomen einer möglichen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) zu versorgen.
Zweimaliges Durchstarten wegen gefährlicher Windscherung
Nachdem der Notruf eingegangen war, lotsten die Fluglotsen die Maschine zu einem kontinuierlichen Sinkflug und direktem Anflug auf die Landebahn 07 des Flughafens Teneriffa Süd. Gleichzeitig wurde die medizinische Notfallversorgung am Boden in Alarmbereitschaft versetzt. Doch die Wetterlage im Süden Teneriffas machte der Crew einen Strich durch die Rechnung. Beim ersten Landeversuch geriet das Flugzeug in eine gefährliche Windscherung – einen abrupten und tückischen Wechsel der Windrichtung oder -geschwindigkeit. Die Piloten mussten sofort durchstarten. Auch der zweite Versuch, die Maschine auf die Piste zu setzen, scheiterte an denselben heftigen Turbulenzen. Aus Sicherheitsgründen brachen die Piloten die Landung auf Teneriffa Süd endgültig ab.
Notlösung: Landung auf Gran Canaria
Da eine Landung auf Teneriffa Süd unmöglich wurde, der medizinische Notfall aber keinen Aufschub duldete, leiteten die Fluglotsen die Maschine sofort um. Der Flug erhielt die Freigabe für einen direkten und bevorzugten Anflug auf die Landebahn 03L des Flughafens Gran Canaria. Diesmal gelang die Landung ohne Zwischenfälle. Als die Maschine aufsetzte, wartete das medizinische Personal bereits am Rollfeld, um die erkrankte Passagierin zu versorgen. Die Flugsicherung dankte anschließend allen anderen Flügen, die durch die Prioritätsmanöver beeinträchtigt worden waren, für ihre Kooperation.

