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20 Jahre Fimucité: Teneriffas Filmkonzert-Festival auf Rekordkurs

20 Jahre magische Klänge: Das Fimucité feiert Geburtstag

Das Internationale Festival für Filmmusik von Teneriffa – kurz Fimucité – feiert in diesem Jahr sein 20. Jubiläum und festigt damit seinen Status als das älteste reine Soundtrack-Festival der Welt. Und das mit einem entscheidenden, konzertreichen Programm: Im Auditorio de Tenerife, aber erstmals auch im Teatro Guiniguada in Las Palmas de Gran Canaria, erklingen die großen Melodien der Filmgeschichte.

Ein Festival für die Sinne: Deutsche und internationale Erstaufführungen

Unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Diego Navarro, der selbst von der Insel stammt, erreicht das Festival nun seine zentralen Tage. Das Programm vereint spanische Erstaufführungen, große sinfonische Produktionen und die Anwesenheit von Giganten der internationalen Filmmusik – darunter die Oscar-Preisträger für die beste Filmmusik, John Corigliano und Stephen Warbeck.

„Wir haben die Ehre, Komponisten zu empfangen, die mit den größten Preisen der Welt ausgezeichnet wurden“, erklärte Diego Navarro bei der Vorstellung des Hauptprogramms und erinnerte an die Meilensteine des Festivals. „Im Laufe all dieser Jahre wurden Partituren aufgeführt, die noch nie live gespielt worden waren. Hier hat sich das Allerfeinste die Klinke in die Hand gegeben, mit absoluten Uraufführungen wie den Soundtracks von ‚Der Hobbit‘ oder ‚Iron Man‘.“

Los geht’s: „John Williams Reimagined“ und die Rückkehr nach „Star Wars“

Das Hauptprogramm startet an diesem Donnerstag, dem 16. Juli, im Auditorio de Tenerife mit der spanischen Erstaufführung von „John Williams Reimagined“. Diese kammermusikalische Darbietung bietet eine intime Interpretation des Werks des legendären US-Komponisten. Es ist das erste Mal, dass John Williams offiziell Bearbeitungen seiner Partituren für diese Art von Ensemble genehmigt hat. Das Konzert wird am Samstag, dem 18. Juli, im Teatro Guiniguada in Las Palmas de Gran Canaria wiederholt – so erweitert das Festival seine Reichweite über Teneriffa hinaus. Es ist eine Reise nicht nur durch Williams‘ bekannteste Soundtracks, sondern auch durch jene versteckten Juwelen, die es verdienen, nach Jahrzehnten der Stille wieder ans Licht geholt zu werden. In einem Trio-Format, gewürzt mit Erzählungen von Robert Townson, schlendert das Programm durch Filme wie „Krieg der Sterne“, „Schindlers Liste“, „Die Geisha“, „Der letzte Samurai“, „Harry Potter“ oder „Hook“.

Hinzu kommt „Star Wars: A New Hope in Concert“, das am Freitag, dem 17., und Samstag, dem 18. Juli, im Sinfonischen Saal des Auditorio de Tenerife aufgeführt wird. Die Show, die offiziell von Disney lizenziert ist, kombiniert die Projektion des Originalfilms von 1977 mit der Live-Interpretation seiner Filmmusik durch die Sinfonieorchester von Teneriffa. Dirigiert wird sie von der irischen Komponistin und Dirigentin Eímear Noone, die ihre Begeisterung für die Teilnahme an dieser Ausgabe zum Ausdruck brachte: „Ich bin entzückt, hier zu sein. Ich komme von einer kleinen Insel in Irland, ähnlich wie Teneriffa, und ich weiß, wie schwierig es sein kann, ein solches Festival auf die Beine zu stellen. Dafür kann ich sie nur beglückwünschen und diese Erfahrung genießen.“

Grandioser Schlussakkord: Die „Red Carpet Gala“ und ein Chor der Rekorde

Den krönenden Abschluss dieser 20. Ausgabe bildet die „Red Carpet Gala“, dirigiert von Diego Navarro persönlich. Sie führt durch einige der prägendsten Partituren der Filmgeschichte, wie „Ben Hur“, „Lawrence von Arabien“, „E.T. – Der Außerirdische“, „Die Stunde des Siegers“, „Der mit dem Wolf tanzt“, „Titanic“, „Der letzte Kaiser“, „Dune“ oder „Der Herr der Ringe“. Dieses Konzert wird vom Tenerife Film Choir gemeinsam mit Camerata Lacunensis begleitet. „In diesem Jahr werden wir wahrscheinlich den besten Chor in der Geschichte des Festivals haben“, versprach Navarro.

Oscar-Glanz und universelle Sprache: Die Ehrengäste

Die Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum werden durch die Anwesenheit von Ehrengästen wie den Oscar-Preisträgern Stephen Warbeck und John Corigliano bereichert. Warbeck, der die Trophäe für die beste Filmmusik zu „Shakespeare in Love“ gewann, hob den universellen Wert der Musik hervor. „Ich bin sehr glücklich, diese universelle Sprache feiern zu können. Auch wenn wir die absolute Technik dieser Ausdrucksform nicht verstehen, sprechen die Melodien von unseren Emotionen und wir alle können sie teilen.“ Corigliano seinerseits gewann den Oscar für „Die rote Violine“, den Pulitzer-Preis für Musik und fünf Grammys. Er unterstrich die internationale Bedeutung des Festivals: „Ich höre seit vielen Jahren von Fimucité, daher ist es eine große Freude, die Kanaren durch dieses Festival zu entdecken. Für mich ist es ein Vergnügen, eines meiner Stücke zu hören, das für eine Solo-Violine arrangiert wurde.“

Blick über den Tellerrand: Fimucité erobert Spanien und die Welt

Doch Fimucité ist nicht nur kanarisches Erbe. Diego Navarro kündigte an, dass das Festival nach diesem 20. Jubiläum die Grenzen des Archipels überschreiten will. „Im Universum von Fimucité gibt es Initiativen wie ‚Fimucité präsentiert‘, die es uns ermöglichen, unsere Produktionen außerhalb der Inseln zu zeigen“, erinnerte der musikalische Leiter. Der nächste Schritt sei die Premiere des Konzerts zu „Dracula“ von Bram Stoker in Madrid – nachdem die Musik bereits an verschiedenen Orten der Welt zu hören war.

Mehr als Musik: Kultureller und wirtschaftlicher Impuls für die Inseln

Über das künstlerische Programm hinaus betonen die Institutionen die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Festivals. Der Vizepräsident und Tourismusrat des Cabildo von Teneriffa, Lope Afonso, erklärte: „Fimucité repräsentiert perfekt das Tourismusmodell, für das Teneriffa steht: einzigartige kulturelle Erlebnisse, die berühren, Werte schaffen und unsere Identität in die Welt tragen.“ In dieselbe Kerbe schlug der Inselrat für Kultur, José Carlos Acha: „Wir haben nur wenige Initiativen dieser Qualität auf der Insel. Fimucité bringt klassische Musik durch Filmmusik näher und hat von Jahr zu Jahr an Qualität gewonnen.“

Der Bürgermeister von Santa Cruz de Tenerife, José Manuel Bermúdez, erinnerte an die enge Verbindung der Stadt zum Festival von Anfang an. „Wir haben in diesem Jahr bereits viele Aktivitäten hinter uns, wie das Open-Air-Kino und Konzerte auf den Straßen. Jetzt steht das Wochenende der Höhepunkte bevor, und ich bin aufgeregt, weil ich seit meiner Kindheit ein Fan von Filmmusik bin.“ Bermúdez erinnerte auch an seine persönliche Bindung zu „Star Wars“: „Für jemanden, der 1977 an der Hand seines Vaters ins Kino ging, kann ich es kaum erwarten, diesen Film zusammen mit dem Sinfonieorchester wiederzusehen.“ Abschließend betonte der Vizekulturminister der Kanarischen Regierung, Cristóbal de la Rosa, die Verbindung des Festivals zum Publikum: „Es gibt immer mehr Aktivitäten, die von der Bevölkerung außergewöhnlich gut angenommen werden. Das Festival erfüllt eine wichtige Rolle, weil es filmische und musikalische Schöpfung einem breiten Publikum näherbringt.“

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