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Vier Jahre nach Ausbruch: Tajogaite gibt weiter schädliche Gase ab

Vier Jahre danach: Die unsichtbare Gefahr des Tajogaite

Viereinhalb Jahre nach dem verheerenden Ausbruch, der weite Teile des Valle de Aridane verwüstete, gibt der Vulkan Tajogaite auf La Palma weiterhin gesundheitsschädliche Gase ab. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Sitzung des wissenschaftlichen Ausschusses des Notfallplans für Vulkanrisiken der Kanarischen Inseln (Pevolca), die am heutigen Dienstag, dem 30. Juni 2026, auf La Palma stattfand.

CO2 und Radon: Die Schadstoffe im Detail

Die Messdaten zu Kohlendioxid- (CO2) und Radongas in mehreren der von der Eruption betroffenen Gebiete zeigen laut den politisch und wissenschaftlich Verantwortlichen des Pevolca, dass eine Überwachung an den Hotspots dieser vulkanischen Gase weiterhin unabdingbar ist. Besonders betroffen sind die Ortschaften Tajuya, Puerto Naos und La Bombilla. In diesen Gebieten La Palmas bestehen gesundheitliche Risiken durch die natürlichen Ausdünstungen fort. Daher bleiben die Beschränkungen und eine engmaschige Kontrolle verschiedener Parameter bestehen, die zur Messung dieser Gase herangezogen werden. An einigen Punkten überschreiten die Werte die gesetzlich festgelegten Grenzwerte.

Die Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für Gase wie CO2 und Radon, die typisch für vulkanische Prozesse sind, stellt eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit dar. Dies zwingt die Behörden dazu, Notfallprotokolle zu aktivieren, den Zugang zu den betroffenen Zonen zu beschränken und technische Maßnahmen zur Gefahrenabwehr umzusetzen, wie es in den drei genannten Ortschaften im Valle de Aridane weiterhin praktiziert wird.

Warum die Gase so gefährlich sind

Kohlendioxid ist ein erstickendes Gas, das Sauerstoff verdrängt. Seine besondere Tücke: Es ist unsichtbar und geruchlos. Da es schwerer ist als Luft, sammelt es sich in tiefer gelegenen Bereichen, Kellern und geschlossenen Räumen. Radon hingegen ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das durch vulkanische Spalten aus dem Untergrund austritt. Es verursacht zwar keine akuten Sofortwirkungen, stellt aber bei Ansammlung in Innenräumen eine ernste Langzeitgefahr dar.

Gelbe Alarmstufe bleibt bestehen

Diese Situation, 1.745 Tage nachdem sich die Erde in El Paso auftat, zwingt zur Beibehaltung der Kontrollmaßnahmen und der gelben Stufe des Vulkansignal-Diagramms für die gesamte Insel. Dies stellte der Beirat des Pevolca am Dienstag klar, der auf Antrag des Inselrats (Cabildo) von La Palma einberufen worden war, um die seit der Eruption des Tajogaite (19. September bis 13. Dezember 2021) geleisteten Arbeiten zu aktualisieren.

Der Präsident des Inselrats von La Palma, Sergio Rodríguez, erklärte gegenüber Journalisten der Nachrichtenagentur Efe, dass die verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen in der Sitzung die Fortschritte bei der Untersuchung von Kohlendioxid an der Westküste und der Radonkonzentrationen in anderen Gebieten nahe der Lavaströme vorstellten. Rodríguez präzisierte, dass die Beibehaltung der gelben Stufe gewährleiste, dass Entscheidungen weiterhin auf wissenschaftlicher Beratung basieren. Er plädierte dafür, alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung aufrechtzuerhalten und eine Rückkehr zur Normalität anzustreben, „ohne die Gesundheit der Menschen zu gefährden“.

Das Ampelsystem für Vulkanwarnungen

Im vierstufigen Ampelsystem der Kanaren bedeutet Gelb die Aktivierung des Notfallplans aufgrund zunehmender Anomalien oder dem Auftreten anderer Indikatoren, die auf eine über dem Normalmaß liegende vulkanische Aktivität hindeuten. Grün signalisiert, dass kurz- bis mittelfristig kein Eruptionsrisiko besteht. Orange zeigt Phänomene an, die auf eine präeruptive Phase hindeuten und die Notfallphase auslösen. Rot wird aktiviert, sobald ein Vulkanausbruch beginnt.

Überwachungsnetz und Messwerte

Wie nach dem Treffen klargestellt wurde, gibt es derzeit 105 Spurendetektoren für Radon und 12 kontinuierliche Messgeräte. Vier dieser Geräte haben Konzentrationen von mehr als 300 Becquerel (der Maßeinheit für Radioaktivität) pro Kubikmeter registriert – dem gesetzlichen Referenzwert. Der erste Bericht, so Sergio Rodríguez, sei bereits an den spanischen Nuklearsicherheitsrat (CSN) übermittelt worden, der die erforderlichen Maßnahmen festlegen müsse. Der Inselpräsident fügte hinzu, dass man auch an den Punkten, an denen die Konzentrationen die empfohlenen Werte übersteigen, Maßnahmen zur Risikominderung prüfe. Zudem wies er darauf hin, dass die Untersuchungen auf Verwerfungen nördlich und südlich der Lavaströme hindeuten, die mit der Emission des radioaktiven Radongases in Verbindung stehen könnten.

Verstöße gegen Schutzprotokolle

Ein weiteres Thema, das die Verwaltungen und den Katastrophenschutz beunruhigt, sind die Verstöße gegen die geltenden Schutzprotokolle für Häuser in Puerto Naos und La Bombilla. Bezüglich der unbefugt genutzten oder mit abgeklemmten Sensoren bewohnten Häuser stellte Rodríguez klar, dass es sich bei der Mehrzahl um Zweitwohnsitze handele. Er betonte, dass „die Sicherheit der Menschen weiterhin oberste Priorität vor allen anderen Erwägungen hat“.

Technologische Meisterleistung und Gesamtlage

Carmen López, Direktorin des Nationalen Geographischen Instituts (IGN), bezeichnete das gemeinsam mit dem Vulkanologischen Institut der Kanaren (Involcan) implementierte Überwachungssystem für Kohlendioxid als „technologische Meisterleistung“. Sie präzisierte, dass das Netzwerk über 1.800 Sensoren in Wohnhäusern und Geschäften verfüge, die alle fünf Minuten in Echtzeit Daten übermitteln. Diese werden von einer operativen Zentrale permanent überwacht, die die Alarme und Notfallmaßnahmen koordiniert.

Mit Blick auf das vulkanische Risiko im gesamten Archipel betonte López, dass es derzeit keinen Indikator gebe, der auf einen kurzfristigen oder mittelfristigen neuen Ausbruch auf den Kanaren hindeute. Sie erinnerte jedoch daran, dass es sich um ein vulkanisch aktives Gebiet handle, das dies auch in Zukunft bleiben werde. Daher sei es essenziell, die Überwachungsnetze und die Katastrophenschutzmechanismen aufrechtzuerhalten. Die Inseln mit der derzeit stärksten vulkanischen Aktivität sind La Palma (als einzige Insel auf Gelb), Teneriffa und El Hierro.

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