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Immobilienboom auf den Kanaren: Preise steigen um 19,3 Prozent

Kanaren bleiben Spitzenreiter bei Preissteigerungen

Die Immobilienpreise auf den Kanarischen Inseln steigen ungebremst. Laut dem am Freitag veröffentlichten Tinsa-Immobilienindex legten die Preise für Neu- und Bestandsimmobilien im Mai um 19,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Damit verzeichnen die Kanaren erneut den höchsten Anstieg aller spanischen Regionen und liegen deutlich über dem gesamtspanischen Durchschnitt von 15,4 Prozent.

Angebotsmangel treibt Preise in die Höhe

Der Preisanstieg auf den Inseln ist kein Einzelfall, sondern setzt einen Trend fort: Bereits im April lag die Teuerungsrate bei 15,4 Prozent. Seit Jahresbeginn haben sich Immobilien auf den Kanaren um durchschnittlich 14,9 Prozent verteuert. Hauptursache ist laut Tinsa die anhaltende Kluft zwischen einer schwachen Bautätigkeit und einer starken Nachfrage – sowohl von Einheimischen als auch von Zuzüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus dem Ausland. Dieses Ungleichgewicht treibt die Preise kontinuierlich nach oben und verschärft die Zugangsprobleme für viele Immobiliensuchende.

Große regionale Unterschiede auf dem spanischen Festland

Hinter den Kanarischen Inseln folgt die spanische Mittelmeerküste mit einem Preisplus von 17,6 Prozent. Die Metropolregionen verzeichnen einen Anstieg von 16,8 Prozent, während die Hauptstädte und Großstädte mit 15,4 Prozent knapp unter dem Landesschnitt liegen. Die übrigen Gemeinden abseits der Ballungszentren kommen auf eine vergleichsweise moderate Steigerung von 10,3 Prozent.

Monatlicher Anstieg: Metropolen vor Kanaren

Betrachtet man die Entwicklung von April auf Mai, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Die Immobilienpreise stiegen im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent. Die stärkste monatliche Verteuerung gab es mit 2,1 Prozent in den Metropolregionen, gefolgt von der Mittelmeerküste (1,8 Prozent) und den Großstädten (1,3 Prozent). Auf den Kanarischen Inseln betrug der monatliche Zuwachs 0,5 Prozent, während er in den übrigen Gemeinden mit 0,2 Prozent am geringsten ausfiel.

Experten sehen stabile Nachfrage trotz Unsicherheiten

Trotz der Preisrallye bleibt der Markt stabil. Cristina Arias, Leiterin der Studienabteilung von Tinsa by Accumin, betont die anhaltende Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes und die unveränderte Kreditwürdigkeit der privaten Haushalte. Zwar seien die Verkaufszahlen im ersten Quartal 2026 leicht rückläufig, doch das Hypothekenvolumen habe sich gehalten. Die Immobilienverkäufe lägen weiterhin auf robustem Niveau und über dem historischen Durchschnitt.

Als Gründe für die leichte Abkühlung nennt Arias die verzögerte Wirkung der Zinssenkungen von Anfang 2025 sowie die wachsende Unsicherheit über Inflation und Hypothekenkosten, die durch den Krieg im Iran seit Ende Februar ausgelöst worden sei.

Vergleich mit der Immobilienblase von 2007

Die aktuellen Preise in Spanien liegen nominal nur noch ein Prozent unter den Höchstständen der Immobilienblase von 2007. Seit dem Tiefpunkt im Sommer 2015 sind die Preise um 75,4 Prozent gestiegen. Bereinigt man die Inflation, liegt der Wert jedoch noch 34 Prozent unter dem damaligen Rekordniveau.

Auf den Kanarischen Inseln übertreffen die Preise die Werte von 2007 sogar um 24,8 Prozent – ebenfalls nominal gerechnet. Damit sind die Kanaren die einzige Region, die diesen Abstand so deutlich vergrößert hat. Auch die Hauptstädte und Metropolregionen liegen mit 0,8 bzw. 0,4 Prozent knapp über dem Niveau von 2007. Inflationsbereinigt bleiben jedoch auch hier alle drei Kategorien hinter den Spitzenwerten der Blase zurück.

Größte Erholung seit der Krise auf den Inseln

Seit dem Tiefststand nach dem Platzen der Immobilienblase haben die Kanaren mit einem Anstieg von 97,2 Prozent die stärkste Preisrallye hingelegt. Die Metropolregionen folgen mit 86,2 Prozent, die Großstädte mit 85,1 Prozent. Die Zahlen zeigen: Die Erholung des spanischen Immobilienmarktes ist ungleich verteilt – und die Kanarischen Inseln sind das Epizentrum des Booms.

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