Schluss mit der Hängepartie: 1,2 Millionen Euro für Montaña La Data
Die Stadtplanung von San Bartolomé de Tirajana im Süden Gran Canarias nimmt ein jahrzehntealtes Problem in Angriff. Wie die Gemeindeverwaltung am Dienstag mitteilte, wird das Umland von Montaña La Data, einem dicht besiedelten Ortsteil, endlich baurechtlich reguliert. Seit mehr als 20 Jahren warten die Bewohner auf eine endgültige Lösung für ihr Viertel.
Was genau passiert? Das ist geplant
Das Projekt umfasst ein Gebiet von 341.420 Quadratmetern, auf dem sich derzeit knapp 350 Wohnhäuser und etwa 230 bereits bebaute Parzellen befinden. Ziel ist es, die gesamte Fläche zu urbanisieren und endgültig zu regulieren. Die Stadt verspricht bessere Straßen, moderne Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen und neue Gemeinschaftsflächen. Zudem sollen neue Wohnmöglichkeiten und Grundstücke für öffentliche Einrichtungen geschaffen werden.
Die Umsetzung übernimmt die öffentliche Gesellschaft Gestur Canarias, die der Regionalregierung der Kanaren untersteht. Die ersten 1,2 Millionen Euro sind bereits bewilligt. Die gesamte Planung ist auf rund acht Jahre ausgelegt.
Ein bürokratischer Albtraum: Die Vorgeschichte
Die Situation in Montaña La Data gilt seit Jahrzehnten als eines der kompliziertesten Baugebiete der Gemeinde. Der Grund: eine unkontrollierte Bebauung in der Vergangenheit und die Schwierigkeiten mit dem ursprünglichen Bebauungsplan. „Diese beiden Faktoren haben Hunderte von Familien über Jahre hinweg in Unsicherheit über ihre Häuser und die Zukunft des Viertels gelassen”, erklärt die Stadtverwaltung.
Der bürokratische Knoten begann sich bereits in den 1980er-Jahren zu ziehen, mit den alten kommunalen Ersatzvorschriften. Seitdem folgten unzählige Planänderungen, die Genehmigung von Teilplänen, Umlegungs- und Erschließungsprojekte sowie eine Flut von Gutachten und Verwaltungsverfahren – alles mit dem Ziel, die Bauordnung an die bestehende Bebauung anzupassen.
Gerichtsurteile legten das Viertel lahm
Doch dann kamen die Gerichte dazwischen. Mehrere Urteile hoben die 1998 genehmigten Umlegungs- und Erschließungsprojekte auf. Die zwischen 1998 und 2005 bereits ausgeführten Bauarbeiten wurden gestoppt. Die Stadt war gezwungen, das gesamte Stadtentwicklungsmodell von Grund auf zu überarbeiten.
Nach Jahren der technischen, ökologischen und rechtlichen Prüfung verabschiedete der Gemeinderat im Dezember 2023 endgültig die Überarbeitung des Bebauungsplans. Damit wurde der Weg für die Entwicklung des Gebiets endgültig freigemacht – auch wenn die praktische Umsetzung noch Jahre dauern wird.
Geteilte Zonen: Was in den nächsten Jahren passiert
Der neue Plan unterscheidet streng zwischen bereits bebauten und noch unbehauten Grundstücken. In den fertigen Wohngebieten werden jetzt die Straßen saniert, die Infrastruktur verbessert und die Bebauung nachträglich legalisiert. In den noch unbehauten Bereichen hingegen laufen neue Umlegungs- und Erschließungsverfahren an, um die letzten freien Flächen zu entwickeln.
Politik: „Eine der größten Herausforderungen der Stadtgeschichte”
Der erste stellvertretende Bürgermeister, Alejandro Marichal, spricht von einem „Vorher und Nachher” für Montaña La Data. „Das ist kein weiterer Verwaltungsakt”, betont er. „Wir legen hier die Grundlage, um eine der größten städtebaulichen Herausforderungen von San Bartolomé de Tirajana zu lösen.”
Auch die zuständige Stadtplanungsdezernentin, Davinia Ramírez, zeigt sich kämpferisch: „Wir haben es mit einem der komplexesten und ambitioniertesten Bauakten zu tun, die diese Abteilung seit Jahren gesehen hat. Denn es geht darum, Erschließungsprojekte, Baumanagement, Umlegungen, Ausschreibungen und den Bau von Infrastruktur in einem riesigen, bereits dicht bebauten Gebiet zu koordinieren.” Sie ergänzt: „Das ist ein Großprojekt, das die Entwicklung von Montaña La Data für die nächsten Jahre prägen wird.”
Mehr Grün, neuer Wohnraum: Der Ausblick
Die Stadt verspricht, dass mit der Umsetzung des Bebauungsplans auch die Reserven für öffentliche Grünflächen, Parks und künftige Gemeinschaftseinrichtungen freigegeben werden. „Das ermöglicht eine schrittweise Verbesserung des Viertels”, heißt es. Gleichzeitig können die noch unbebauten Grundstücke endlich erschlossen werden, was zu einem geordneteren Wachstum und einer besseren Integration des Gebiets in die Gemeinde führen soll.

