los realejos staedtepartnerschaft santiago apostol galicien

Los Realejos und Galicien: Eine Brücke im Zeichen des Heiligen Jakobus

Ein Fest der Verbundenheit

„Dass dem Heiligen Jakobus im Mai in Los Realejos ein so bedeutender Platz eingeräumt wird, zeigt, welche zentrale Rolle er in der Gemeinde spielt“, sagt Ángeles Abrante, Mitglied der Kirchengemeinde der örtlichen Pfarrei. Mitten im Trubel dieses Monats für die Einwohner findet sich dennoch Zeit, um mit Galicien in der gleichen Sprache zu sprechen – dank der Figur des wohl bedeutendsten galicischen Heiligen. Der Präsident der Regionalregierung Galiciens, Alfonso Rueda, reiste eigens nach Los Realejos, um die kulturellen, historischen und spirituellen Bande rund um die Verehrung des Apostels zu stärken. Begrüßt wurde er unter anderem von Bürgermeister Adolfo González und dem Vizepräsidenten der Kanarischen Regierung, Manuel Domínguez, sowie weiteren Vertretern der Insel.

530 Jahre Geschichte besiegelt

Die Städtepartnerschaft zwischen beiden Regionen fällt in das 530. Jubiläumsjahr des Copatrons von Los Realejos, der auch der Hauptkirche der Stadt ihren Namen gibt. Die liturgische Feier wurde vom lokalen Klangkörper Tigaray musikalisch umrahmt. Der Höhepunkt dieser brüderlichen Geste war eine Opfergabe, bei der die Flaggen der nordteneriffanischen Gemeinde und der galicischen Region zum Altar getragen wurden. Dazu wurden drei Blumenkörbe überreicht, die mit Bändern in den Farben der Banner von Los Realejos, der Kanarischen Inseln und Galiciens geschmückt waren.

Der Apostel in Stein und Farbe

Wer die Kirche von Los Realejos genau unter die Lupe nimmt, stößt mit Hilfe des örtlichen Kunsthistorikers Manuel Hernández überall auf Symbole des Heiligen Jakobus. Das bekannteste thront ganz oben im Hauptaltarretabel: das Kreuz des Heiligen Jakobus. Ein weiteres Zeichen des Kirchenpatrons findet sich in den Überresten eines alten Altarbildes über das Leben des Jüngers, das das Gotteshaus in seinen ersten Jahrzehnten schmückte. Heute ist es als Triptychon in drei Tafeln erhalten, die dem Meister von Delft zugeschrieben werden. Der Kaufmann Domenico Rizo ließ es zwischen 1538 und 1546 aus Flandern herbeischaffen. Auch im Wappen von Los Realejos findet sich das Kreuz des Apostels – auf der linken Seite, gemeinsam mit der purpurnen Standarte Kastiliens und einer „Añepa“, einem zeremoniellen Stab oder Abzeichen der kanarischen Ureinwohner.

Von der Einsiedelei zur ältesten Kirche Teneriffas

Die Verbindung von Los Realejos mit dem Heiligen Jakobus reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als an gleicher Stelle eine kleine Einsiedelei errichtet wurde, aus der die heutige Kirche hervorging. Sie gilt als das älteste Kirchengebäude Teneriffas. Über Jahrhunderte wurden im Ort große Feste zu Ehren des Heiligen gefeiert, die jedoch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts allmählich an Bedeutung verloren. Heute werden nur noch die religiösen und zivilen Zeremonien begangen. Einem dieser Momente wird sich der 21. Mai 2026 hinzugesellen: ein historischer Tag, an dem Los Realejos und Galicien „falaron galego“ – auf Galicisch miteinander sprachen – zu Ehren des Heiligen Jakobus.

Source

Nach oben scrollen
Share via
Copy link