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Neuer Orchesterwettbewerb: DISA und Jocan suchen junge Komponisten

Musikgeschichte neu geschrieben: Wettbewerb für Nachwuchskomponisten

Gute Nachrichten für alle musikalischen Nachwuchstalente zwischen 18 und 30 Jahren: Die Fundación DISA und die Joven Orquesta de Canarias (Jocan) rufen den ersten landesweiten Orchesterwettbewerb aus. Die Initiative ist in Spanien bisher einzigartig und zielt darauf ab, zwei Klavierwerke des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns in sinfonische Kompositionen zu verwandeln. Teilnehmen können junge Menschen, die auf den Kanarischen Inseln oder auf dem spanischen Festland wohnen.

Bewerbungsfrist und Preisgeld

Die Bewerbungen können bis zum 8. Juni 2026 eingereicht werden. Die Entscheidung der Jury soll noch im Laufe desselben Monats fallen. Ausgelobt ist ein Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro, der von der Fundación DISA finanziert wird. Der vielleicht noch größere Anreiz für die jungen Kreativen: Die Gewinnerwerke werden von der Joven Orquesta de Canaris uraufgeführt – ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Die Uraufführung findet im Rahmen der Tournee des Orchesters im September 2026 über die Kanarischen Inseln statt.

Herausragende Jury und besondere Aufgabe

Die Bewertung der eingereichten Werke übernimmt eine hochkarätige Jury. Ihr gehören Antonio Méndez, ehemaliger Chefdirigent der Sinfónica de Tenerife, Korstiaan Kegel, der technische Leiter der Jocan, und Víctor Pablo Pérez, der Dirigent der Jocan, an. Die Teilnehmer haben die Aufgabe, zwei Klavierstücke von Camille Saint-Saëns zu orchestrieren: Vals canariote und Campanas de Las Palmas. Der Komponist schuf diese Werke zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts während seiner Aufenthalte auf Gran Canaria, wo er Konzerte gab und einen Teil seines künstlerischen Schaffens entwickelte.

Historische Bedeutung und künstlerische Chance

Víctor Pablo Pérez betont die historische und künstlerische Bedeutung von Saint-Saëns und sieht in dem Wettbewerb eine einzigartige Gelegenheit, dessen Musik einem jungen Publikum nahezubringen. Zwar sei Der Karneval der Tiere vielen bekannt, aber das Gesamtwerk des Komponisten sei weit umfangreicher. Eines der größten Alleinstellungsmerkmale des Wettbewerbs: Er fokussiert sich auf das Handwerk der Orchestrierung – eine Disziplin, die außerhalb der Profiszene wenig bekannt, aber für die Musikproduktion unerlässlich ist. Pérez, der auch Ehrendirigent der Sinfónica de Tenerife ist, unterstreicht: „Wir wollen, dass sich junge Menschen frühzeitig für diese Kunst begeistern.“ Der Aufschwung der Film- und audiovisuellen Industrie habe die Nachfrage nach Spezialisten auf diesem Gebiet enorm gesteigert. „Viele Komponisten von Soundtracks sind großartige Melodienfinder, aber sie brauchen erstklassige Orchestratorinnen und Orchestratoren, um ihre Musik für ein Orchester umzusetzen.“

Von Modest Müssorgski bis zur Profi-Praxis

Der Dirigent verweist auf historische Beispiele, die zeigen, wie wichtig die Orchestrierung sein kann: etwa Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski, die in der Orchestrierung durch Maurice Ravel zu einer der berühmtesten Interpretationen der Klassik wurde. Pérez spricht auch über die Entwicklung der Orchestermusik in Spanien. „Vor 40 Jahren gab es nur drei Orchester, von deren Einkünften Musiker das ganze Jahr leben konnten. Heute sind es 26, und die Anzahl an Aufführungen, Uraufführungen, Konzerten und Aufnahmen hat sich radikal verändert.“ Der große Reiz der Initiative liege darin, den jungen Komponistinnen und Komponisten ein echtes Profierlebnis zu bieten. „Es geht nicht nur um das Preisgeld, sondern vor allem um die Uraufführung durch die Jocan. Ich bin zuversichtlich, dass der Wettbewerb das Niveau der Orchestrierung in Spanien anheben und neue Talente hervorbringen wird, die in diesem Bereich Karriere machen können.“

Kulturelle Impulse in bewegten Zeiten

Die Direktorin der Fundación DISA, Sara Mateos, hebt hervor, wie wichtig es sei, die Bedürfnisse im Kulturbereich zu erkennen und jungen Kreativen echte Chancen zu bieten. „Wir im Kulturbereich versuchen, unseren Beitrag zu leisten, um neue Liebhaber der Kultur zu gewinnen, denn in diesen unruhigen Zeiten kann sie sowohl Ruhe als auch Genuss spenden.“ Die Stiftung setze sich nicht nur dafür ein, ein neues Publikum zu gewinnen, sondern auch die nächste Generation von Interpreten und Komponisten zu fördern. Mateos erinnerte an die langjährige Zusammenarbeit mit der Jocan und das gemeinsame Engagement für die musikalische Ausbildung von klein auf.

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