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Hantavirus-Alarm: Teneriffas Regierungschefin attackiert Anlegemanöver

Schwere Vorwürfe gegen Madrid

Die Präsidentin des Inselrats von Teneriffa, Rosa Dávila, hat am Montag schwere Geschütze gegen die spanische Zentralregierung aufgefahren. Grund ist die Entscheidung, das mit dem Hantavirus infizierte Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Hafen von Granadilla de Abona anlegen zu lassen. Obwohl die Kapitänsbehörde den Halt am Nachmittag aufgrund von starkem Wind und hohem Wellengang genehmigte und die Sicherheit der Passagiere sowie der Evakuierungskräfte gewährleistet sah, bezeichnete Dávila das Manöver als „blanke Verantwortungslosigkeit“.

„Politik der vollendeten Tatsachen“

„Die Hondius hat trotz aller Warnungen und der bestehenden Besorgnis in Granadilla festgemacht. Es wird weiterhin die Politik der vollendeten Tatsachen betrieben, während man vor den Risiken und offenen Fragen die Augen verschließt. Teneriffa hat diese Verantwortungslosigkeit nicht verdient“, erklärte Dávila auf ihrem X-Account. Sie betonte zudem, dass die zuständigen Ministerien noch am Sonntag darüber informiert worden seien, dass die gesamte Operation an diesem Tag hätte abgeschlossen werden müssen. „Aus politischen Gründen hat man das Schiff jedoch auf Teneriffa festgehalten – und nun haben wir die Konsequenzen“, so die Inselpräsidentin weiter. In ihrer scharfen Kritik zog sie eine direkte Verbindung zur Festlandspolitik: „Teneriffa war Zeuge und Opfer der Anordnungen aus Madrid. Man will uns ruhig und unterwürfig haben.“

Uneinigkeit auf den Kanaren

Während Dávila die Entscheidung aufs Schärfste verurteilt, zeigt sich der kanarische Regierungspräsident Fernando Clavijo versöhnlicher. Clavijo, der von Gesundheitsministerin Mónica García über die Planänderung bei der letzten Ausschiffung informiert worden war, stellte sich hinter das Evakuierungs- und Anlegekonzept. Er forderte jedoch gleichzeitig, dass der Einsatz „mit allen Sicherheitsgarantien und in kürzester Zeit“ durchgeführt werden müsse. „Der Kreuzfahrer soll so schnell wie möglich in die Niederlande auslaufen können“, schrieb Clavijo in seinen sozialen Netzwerken. Die unterschiedlichen Positionen der beiden führenden Politiker der Kanaren zeigen, wie sehr der Fall die Gemüter erhitzt.

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