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Polizeiwache in Arona: Opposition kritisiert fragwürdigen Immobilienkauf

Umstrittener Polizei-Umzug in Arona

Die Gemeindeverwaltung von Arona (PP-CC-Vox), der bevölkerungsreichsten Gemeinde im Süden Teneriffas und der zweitgrößten der Insel, plant offenbar den Kauf einer Immobilie im Ortsteil Valle de San Lorenzo (rund 10.000 Einwohner). Das Gebäude soll zur neuen Polizeiwache umgebaut werden. Bislang ist dies die einzige Option – eine öffentliche Ausschreibung fand nicht statt.

Doch der Deal ist höchst umstritten. Wie die oppositionelle PSOE in der vergangenen Gemeinderatssitzung enthüllte, wurde das Objekt erst am 14. November des Vorjahres von einem lokalen Geschäftsmann für 1,4 Millionen Euro erworben. Die Gemeinde bietet nun 2,1 Millionen Euro. Der Verkäufer würde damit innerhalb von nur fünf Monaten einen Gewinn von rund 700.000 Euro einstreichen – für ein Gebäude, das zuvor rund zehn Jahre lang leer und verschlossen war.

Verdacht auf mangelnde Transparenz

Brisant ist vor allem der zeitliche Ablauf: Die Verwaltungsakte für den möglichen Kauf datiert bereits auf den 8. Oktober 2025. Damals gehörte die Immobilie noch der Bank La Caixa, die sie im Rahmen einer Zwangsvollstreckung übernommen hatte. Für die Sozialisten wirft das Fragen auf. „Unter dem Deckmantel einer einfachen Kreditänderung verbirgt sich ein höchst intransparenter Vorgang, der uns große Zweifel lässt“, erklärte die Gemeinderätin Raquel García gegenüber Bürgermeisterin Fátima Lemes (PP) in der Sitzung.

Auffällig sei zudem, dass nicht der für Sicherheit zuständige Stadtrat den Kauf vorantreibe, sondern der für Liegenschaften. Auch fehle nach Kenntnis der Opposition ein Gutachten zur Eignung des Standorts und der Räumlichkeiten. Kritisch sehen die Sozialisten vor allem die Lage: Das Gebäude befindet sich in einem Wohnhaus. Umzug und Polizeialltag würden bedeuten, dass Anwohner und Polizeifahrzeuge sich die Tiefgarage teilen müssten – ein untragbarer Zustand, so die Opposition. „Es könnte zu Situationen kommen, in denen festgenommene Personen in Handschellen vorbeigeführt werden“, warnen die Gemeinderäte.

Zusätzliche Probleme am Standort

Die PSOE bemängelt weiter, dass die Polizeifahrzeuge von der engen Zufahrtsstraße auf eine ohnehin regelmäßig verstopfte Hauptverkehrsader gelangen müssten. Die Lärmbelästigung durch Sirenen für die Nachbarschaft sei absehbar. Zudem stelle sich die Frage, warum die Gemeinde – sollte der Kauf zustande kommen – 2,1 Millionen Euro zahlen wolle, ohne eine offizielle Wertschätzung durch Gemeindetechniker eingeholt zu haben, die den angemessenen Marktpreis bestätigen könnte.

„Die derzeitige Planung ist ein weiteres Beispiel für die Flickschusterei dieser Regierung, die ohne Weitblick für die wachsende Bevölkerung handelt“, so García. Statt das alte Projekt des vormaligen Bürgermeisters José Julián Mena (PSOE) zu realisieren – eine große, moderne Polizeiwache für insgesamt 3,7 Millionen Euro –, wolle man nun für 2,1 Millionen eine unzureichende Altimmobilie kaufen, die erst noch aufwendig umgebaut werden müsse.

Verwaltung weist Vorwürfe zurück

Auf Nachfrage bestätigte die Gemeindeverwaltung den konkreten Kauf nicht, betonte aber, dass man an Lösungen arbeite, um die Sicherheit und Lebensqualität der Bürger zu verbessern. „Derzeit wird geprüft, ob Kredite für einen möglichen Kauf bereitgestellt werden können. Zudem wird die Eignung möglicher Immobilien und deren Nutzungsmöglichkeiten analysiert“, so ein Sprecher. Man versichere, dass alle Maßnahmen im Rahmen der geltenden Gesetze, der Verwaltungsvorschriften und der erforderlichen technischen und rechtlichen Vorgaben durchgeführt würden.

Die Sozialisten indes bleiben skeptisch. Sie werfen der Bürgermeisterin vor, den Kauf für den Wahlkampf zu instrumentalisieren. „Sie will das in ihrem Heimatort durchdrücken, aber sie sollte vorsichtig sein: Wenn man heiße Luft verkauft, kann einen die heiße Luft auch ersticken – besonders, wenn nicht das Gemeinwohl im Vordergrund steht.“ Die PSOE plädiert stattdessen für den Erwerb einer Immobilie in der Mittelzone der Gemeinde, die genug Platz für die Polizei und weitere kommunale Dienste böte und den aktuellen sowie zukünftigen Anforderungen gerecht würde.

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