Tourismus-Boom auf den Kanaren hält an
Die Kanarischen Inseln liefern weiterhin beeindruckende touristische Rekordzahlen. Der Boom, der nach dem Ende der Covid-19-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte 2022 einsetzte, hält unvermindert an. Die Dienstleistungsbranche, die sich auf die Aufnahme von Besuchern konzentriert und rund 37 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung ausmacht, dominiert die Wirtschaft des Archipels. Im Jahr 2025 lockten die Inseln über 18 Millionen Touristen an – genauer gesagt 18,4 Millionen, von denen fast 16 Millionen (15,7 Millionen) aus dem Ausland kamen.
Nahost-Konflikt: Chance oder Risiko für die Inseln?
Trotz dieser glänzenden Zahlen blickt die Branche gespannt auf die globale Lage. Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten sind auch auf den Kanaren deutlich zu spüren. Die Frage, die alle umtreibt: Wird der Konflikt dem Tourismus eher nutzen oder schaden? Einerseits könnte es zu einem „Arabischen Frühling“-Effekt kommen, bei dem neue Reiseströme von anderen Zielen auf die Kanaren umgeleitet werden. Andererseits droht eine Zurückhaltung der Urlauber durch steigende Kosten, insbesondere für Flüge, ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit und andere Faktoren, die die Reiseentscheidung beeinflussen könnten.
Hotelpreise auf Rekordhoch: Plus von 92 Prozent seit 2008
Ungeachtet der aktuellen internationalen Lage bleibt das Geschäft bemerkenswert profitabel. Wie das spanische Statistikamt INE in seinem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „Coyuntura Turística Hotelera“ für den Monat März mitteilt, sticht ein Wert besonders hervor: der enorme Preisanstieg in spanischen Hotels. Für das Reiseziel Kanarische Inseln fällt dieser Anstieg sogar noch extremer aus. Innerhalb von weniger als zwei Jahrzehnten, genauer gesagt 18 Jahren, hat sich der durchschnittliche Preis für eine Übernachtung nahezu verdoppelt. Von März 2008 bis März 2026 stieg der relative Preis um 92,3 Prozent. Dieser Wert, gemessen am Hotelpreisindex (IPH), liegt weit über dem landesweiten Durchschnitt von 47,4 Prozent und auch deutlich über den Werten der anderen Spitzenreiter unter den spanischen Regionen: der Valencianischen Gemeinschaft (plus 45 Prozent) und den Balearischen Inseln (plus 43 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Hotelpreisindex auf den Kanaren im März 2026 um 4,21 Prozent. Bundesweit lag der durchschnittliche Umsatz pro belegtem Zimmer (ADR) im März bei 117,80 Euro – ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf den Kanaren lag der ADR im selben Monat bei stolzen 157 Euro pro Nacht, ein Plus von 5,6 Prozent. Bemerkenswert: Dieser Wert wurde noch vor den umsatzstärksten Tagen der Karwoche (2., 3., 4. und 5. April) erreicht, die erst in die April-Statistik einfließen werden. Auch der durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) kletterte auf den Inseln auf 136,80 Euro pro Tag – ein Anstieg von 5,2 Prozent im Jahresvergleich, begünstigt durch eine hohe Auslastung von 75 Prozent im März, kurz vor dem Ende der Hauptsaison.
Kanaren als Spitzenreiter bei internationalen Gästen
Im gesamten Spanien erreichte der RevPAR im März 75 Euro pro Nacht, ein Plus von 3,8 Prozent. Während die Hauptreiseziele für Inlandstouristen wie in den Vormonaten Andalusien (19,8 Prozent der Übernachtungen), Katalonien (13,9 Prozent) und die Valencianische Gemeinschaft (12,7 Prozent) waren, sieht die Rangliste bei internationalen Gästen anders aus. Hier führen die Kanarischen Inseln mit 37,7 Prozent aller Übernachtungen von Nicht-Residenten klar das Feld an, gefolgt von Andalusien (15,6 Prozent) und Katalonien (15,4 Prozent).
Teneriffa und Gran Canaria: Die Hotspots der Inseln
Unter den touristischen Zonen verzeichnete die Insel Teneriffa mit über 2,2 Millionen Übernachtungen die meisten. Die beliebtesten Orte waren Barcelona, Madrid und San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria. Der Tourismus wird weiterhin von Briten und Deutschen dominiert. Im März 2026 waren in ganz Spanien 53,7 Prozent der angebotenen Hotelbetten belegt, ein Anstieg von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Die Wochenendauslastung lag bundesweit bei 59,3 Prozent (plus 0,1 Prozent). Die Kanaren meldeten mit 75 Prozent die höchste Bettenauslastung aller Regionen. Spitzenreiter unter den Zonen war der Süden Gran Canarias mit einer Auslastung von 79 Prozent (78,4 Prozent am Wochenende). Der Ort mit der höchsten Bettenauslastung war Mogan im Süden Gran Canarias, wo rekordverdächtige 80,4 Prozent der Betten belegt waren.

