Der „verzauberte Wald“ wird kostenpflichtig
El Pijaral, an der Nordseite des Anaga-Gebirges auch als „der verzauberte Wald“ bekannt, wird der fünfte Wanderweg Teneriffas, auf den die sogenannte Ecotasa ausgeweitet wird. Der Zugang ist derzeit zwar noch kostenlos, aber eine Genehmigung ist bereits jetzt zwingend erforderlich, um in eines der Juwelen des Lorbeerwalds der Insel einzutauchen. Wer ohne Genehmigung erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 600 Euro rechnen. In Kürze wird dann auch eine Gebühr fällig. Die Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa arbeitet bereits daran, die Gebühr für Nicht-Inselbewohner für den Zugang zu diesem hochgradig geschützten Weg zu aktivieren.
Schutz durch Besucherlimit und Gebühren
Dies ist Teil des Plans der Inselregierung, die Zahl der Gebiete mit Zugangsbeschränkungen – entweder durch eine Genehmigung oder eine Ecotasa – basierend auf einer festgelegten Besucherkapazität zu erhöhen. In Pijaral beispielsweise dürfen nicht mehr als 100 Personen pro Tag den Weg betreten. Das Cabildo dehnt die Ecotasa damit auf eine der am stärksten nachgefragten und regulierten Naturlandschaften aus. Die Reservierungen für Pijaral sind an allen 365 Tagen im Jahr ausgebucht. Zieht man diejenigen ab, die ihre Genehmigung nicht genutzt haben, waren es im letzten Jahr über 31.000 Wanderer, die diesen „pflanzlichen Dinosaurier“ durchquerten.
41 regulierte Wege – und es werden mehr
Aktuell gibt es auf der Insel 41 Wanderwege oder Naturräume, für die man eine Genehmigung – über die Online-Plattform Tenerife On – beantragen oder bezahlen muss, um Aktivitäten durchführen zu können. Bald werden es mehr sein. Die zuständige Umwelträtin der Inselregierung, Blanca Pérez, bestätigt die Ausweitung dieses Modells und erläutert, dass das Ziel „der Schutz und die Erhaltung der privilegierten Natur der Insel“ sei. Sie erinnert daran, dass 53% des Inselterritoriums unter einem besonderen Schutzstatus stehen. „Das Modell funktioniert. Eine Genehmigung zu beantragen oder eine Ecotasa zu erheben, sind Schutz- und Abschreckungsmaßnahmen, um den Druck auf die wertvollsten Zonen zu kontrollieren.“ Die Techniker der Umweltabteilung werden Fall für Fall prüfen, damit sich die Maßnahmen zur Zugangsbegrenzung den Charakteristiken jedes Gebiets anpassen. Der nächste Schritt steht bereits fest: Pijaral folgt vier weiteren bereits mit der Ecotasa regulierten Punkten.
Wo bereits bezahlt werden muss
Die Schlucht Barranco del Infierno (Adeje) – verwaltet von einem externen Unternehmen –, die Masca-Schlucht (Buenavista del Norte) und die beiden Wege, die zum Gipfel des Teide hinaufführen (La Rambleta und Telesforo Bravo), sind die anderen Orte, für die eine Zahlung erforderlich ist. Bei Masca und dem Teide ist der Zugang für auf der Insel gemeldete Bewohner kostenlos, während Nicht-Gemeldete 15 Euro zahlen müssen. Im Barranco del Infierno müssen nicht ansässige Erwachsene 15 Euro entrichten, Bewohner 5 Euro.
Erfolge der Regulierung
Der erste Naturraum, der in dieser Amtszeit der Ecotasa unterstellt wurde, war die Masca-Schlucht. Die Verkehrsstaus, die der massive Besucherandrang zu einem der beeindruckendsten Wanderwege Teneriffas verursachte, führten dazu, dass der Zugang ab 2021 beschränkt und ab 2024 gebührenpflichtig wurde. Im letzten Jahr verzeichnete die Schlucht 24.000 Besuche, ihr Besucherzentrum sogar 85.482. Ein weiteres Beispiel für einen beschränkten Weg – Reservierung erforderlich, aber kostenlos – ist der Weg im Monte Aguirre in Anaga von La Asomada nach Cruz de Afur. Im Jahr 2025 erhielt er 6.262 Besuche.
Über 37 weitere genehmigungspflichtige Gebiete
Jenseits der finanziellen Beschränkung gibt es auf Teneriffa weitere 37 Naturräume, die ebenfalls einer Art Regulierung unterliegen und für die eine Genehmigung über eine Reservierung benötigt wird. Die beiden Zugangswege zum Teide-Gipfel führten die Ecotasa am 19. Januar ein. In den ersten 15 Betriebstagen verzeichneten sie 3.000 Personen bei einer maximalen Kapazität von 300 pro Tag. Gestern (Anm. d. Red.: bezogen auf das Veröffentlichungsdatum am 20.04.2026 war das der 19.04.2026) waren es drei Monate seit der Einführung des Bezahlmodells, und das Besucheraufkommen ist gleichbleibend. Damit nähert sich dieser Weg in den ersten Monaten des Jahres bereits der Marke von 20.000 Besuchern – nicht weit entfernt von den über 31.000, die El Pijaral im gesamten Jahr 2025 verzeichnete.
Camping, Wohnmobile und weitere Herausforderungen
Nicht nur Wanderwege sind limitiert. Auch für das Camping mit Zelt in einer der 15 ausgewiesenen Zonen muss eine Genehmigung eingeholt werden. Im Jahr 2025 wurden über 42.000 Plätze für diese Aktivität reserviert. Ein von der Inselregierung in diesem Bereich erkanntes Problem ist die Mehrfachreservierung für dasselbe Datum: Eine Person blockiert Plätze in verschiedenen Gebieten für denselben Zeitraum und entscheidet sich erst kurzfristig für eines, wodurch anderen Besuchern die Option genommen wird. Die Umweltabteilung arbeitet auch daran, dieses Verhalten über die Plattform Tenerife On zu unterbinden. Was das Biwakieren (im Freien) betrifft, gab es 2.812 Reservierungen für vier Zonen im Teide-Nationalpark: Guajara, Pico Viejo, Montaña Blanca und El Teide.
Ein weiteres Naturerlebnis-Modell, das die Inselregierung verbessern möchte, betrifft Wohnmobile, deren Zahl in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Im letzten Jahr wurden über 27.000 Anträge von Wohnmobilisten registriert. Der mobile Tourismus ist eine der größten Herausforderungen. Im Zuständigkeitsbereich der Umweltabteilung gibt es fünf Stellplätze für diese Fahrzeuge, die jedoch über keine Entsorgungsstationen für Abwasser verfügen. Das Cabildo arbeitet an Projekten in Montaña Roja in El Médano und am Bau eines neuen Wohnmobilstellplatzes in Pinalito an der Südseite der Corona Forestal.
Nachfrageboom und Verkehrskollaps in Anaga
Die Begeisterung für Aktivitäten in der Natur explodierte nach der COVID-19-Pandemie. Sechs Jahre später setzt sich der Hype um die Umwelt – und das Sammeln von Landschaftsbildern in sozialen Netzwerken – zu der immensen Anzahl von Touristen hinzu (über 7,5 Millionen im Jahr 2025), die Teneriffa besuchen. Die Überfüllung einiger Naturgebiete zwingt das Cabildo dazu, die Regulierung zu verschärfen. Einer der Hauptproblempunkte ist Anaga, aufgrund seiner Nähe zum Ballungsraum. Täglich kommt es zu Straßenblockaden, die die Bewohner der Weiler erzürnen. Einige der zu ergreifenden Maßnahmen wurden am vergangenen Donnerstag (Anm. d. Red.: 16.04.2026) in einem Treffen zwischen Anwohnern, der Inselregierung und den Gemeindeverwaltungen von Santa Cruz und La Laguna diskutiert. Neben Zugangskontrollen wird auch die Einführung eines Shuttle-Bussystems geprüft, das den Zutritt erleichtern soll, ohne das private Fahrzeug nutzen zu müssen.
Zentrale Plattform: Tenerife On
Die meisten Naturräume, die vom Cabildo de Tenerife abhängen, laufen mit ihren Reservierungen über die Plattform Tenerife On (www.tenerifeon.es). Auf diesem Portal können die notwendigen Genehmigungen sowohl für Wanderungen als auch für Biwakier-Zonen, Zeltplätze oder Wohnmobile reserviert und beantragt werden; ebenso für die Organisation von großen Gruppen in Erholungsgebieten. Klettern und Canyoning (Barranquismo) fallen ebenfalls in die Zuständigkeit der Inselbehörde, werden aber nicht über diese Webseite verwaltet. Die regulierten Orte für Canyoning sind Los Carrizales und Lomo Morín (Buenavista del Norte), Chimoche (Güímar) und Los Arcos (La Orotava). Für das Klettern gibt es zwei regulierte Punkte: den Risco de Guaria (Guía de Isora) und El Roquito (Arona).

