NASA sucht strategischen Rettungspunkt im Atlantik
Die Kanarischen Inseln rücken in den Fokus der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Diese prüft den Archipel als möglichen strategischen Knotenpunkt für die Rettung von Astronauten im Atlantik. Eine hochrangige Delegation der NASA besuchte am Montag, den 13. April 2026, das Koordinierungszentrum für Notfälle und Sicherheit (CECOES) 112 auf Teneriffa. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit im Falle von Notfällen im Zusammenhang mit dem Artemis-Programm aus erster Hand kennenzulernen. Mit diesem Programm treiben die USA die Rückkehr zum Mond voran.
Das Szenario: Notwasserung zwischen Kanaren und Afrika
Das konkrete Interesse der NASA gilt einem spezifischen Szenario: der möglichen Notwasserung („Amerizaje“) einer Raumkapsel in den Gewässern zwischen den Kanarischen Inseln und der afrikanischen Küste während künftiger Missionen. Für diesen Fall untersucht die Behörde die operative Fähigkeit des Archipels, eine schnelle und effektive Reaktion zu koordinieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherheit und medizinische Versorgung der Besatzung.
Besichtigung von Notfallzentrum und Krankenhaus
Der Besuch beschränkte sich nicht auf das Notfallzentrum 112. Am Montag besichtigte das US-amerikanische Team auch die Einrichtungen des Universitätsklinikums der Kanarischen Inseln (Hospital Universitario de Canarias, HUC). Dort zeigten die Experten besonderes Interesse an der hyperbaren Sauerstoffkammer von Imetisa sowie an den Dienststellen für Traumatologie, Radiologie und den Intensivstationen. Das Ziel war klar: sich persönlich ein Bild von den verfügbaren medizinischen Ressourcen für eine eventuelle Rettungs- und Hilfsoperation für Astronauten zu machen.
Hoher Besuch von der NASA
An der Visite nahmen hochrangige medizinische Führungskräfte der NASA teil: James D. Polk, Direktor für Gesundheit und medizinische Angelegenheiten; Sharmi Watkins, stellvertretende medizinische Direktorin des Johnson Space Center; Gary Beven, Leiter der Abteilung für Weltraummedizin desselben Zentrums; und Travis Houser, verantwortlich für die Koordinierungsgruppe für medizinische Einsatznotfälle.
Kanarische Behörden präsentieren ihre Fähigkeiten
Während des Treffens zeigten Vertreter der Kanarischen Regierung dem NASA-Team die technischen und personellen Mittel des autonomen Notfallsystems sowie die Funktionsweise der Einsatzleitstelle des 112. Teilnehmer der kanarischen Seite waren der Vize-Minister für Notfälle und Wasser, Marcos Lorenzo; der Generaldirektor für Notfälle, Fernando Figuereo; der Direktor des 112 Canarias, Moisés Sánchez; und der Leiter der Einsatzleitstelle auf Teneriffa, José María Yanes.
Koordination und Sicherheit im Fokus
James Polk betonte das Interesse der Behörde, die Koordinationsfähigkeit der Kanaren in einer solchen Situation kennenzulernen. Wie er erklärte, gehe es nicht nur darum, die Besatzung des Raumschiffs zu schützen, sondern auch die Sicherheit von Schiffen zu gewährleisten, die sich in der Nähe der Wasserungszone befinden könnten. Marcos Lorenzo wiederum würdigte die Arbeit der Fachkräfte für Zivilschutz und Notfallversorgung. Er unterstrich, dass die verschiedenen Bereiche der Einsatzleitstellen des 112 Canarias eine spezialisierte, koordinierte und integrierte Antwort auf jeden Vorfall bieten.
In dieselbe Richtung argumentierte Fernando Figuereo. Er wies auf die Bedeutung der Koordination zwischen den Verwaltungsebenen hin, um in allen Phasen eines Notfalls effektiv handeln zu können – vom Eingang des Notrufs bis zum abschließenden Einsatz der Rettungsteams.

